Mindestens 13 Tote und viele Verletzte durch Feuer in Burundis größtem Waffenlager

Beschädigtes Gebäude in der Nähe des Waffenlagers
Beschädigtes Gebäude in der Nähe des Waffenlagers
© AFP
Bei einem Brand und mehreren Explosionen im größten Waffen- und Munitionslager der Armee von Burundi sind mindestens 13 Menschen getötet worden. Weitere 57 Menschen wurden verletzt, darunter drei Soldaten, wie die Armee am Mittwoch mitteilte. "Häuser in mehreren Stadtteilen und private Fahrzeuge wurden beschädigt", erklärte Armeesprecher Gaspard Baratuza. Militärische Ausrüstung und Einrichtungen seien im Feuer zerstört worden.   

Nach Angaben der Behörden war das Feuer in dem Lager in der Wirtschaftsmetropole Bujumbura am Dienstagabend infolge eines "Strom-Unfalls" ausgebrochen. Das Waffen- und Munitionslager befindet sich in Musaga, einem dicht bevölkerten Viertel der Stadt. Laut Armee entstanden auch in anderen Vierteln Sachschäden, wo Häuser von Splittern getroffen wurden.

Zunächst hatte ein hochrangiger Militärvertreter erklärt, dass eine Bilanz "derzeit unmöglich" sei. Fest stehe, dass es "enorm viele Opfer" gebe. "Dutzende und Aberdutzende Menschen wurden getötet, es gibt hunderte wenn nicht tausende Verletzte", erklärte er.

Auch ein an dem Einsatz vor Ort beteiligter Polizeivertreter sprach von dutzenden Todesopfern. Die Zahl könne noch weiter steigen. Der Militärstützpunkt Camp Base liege "in Schutt und Asche". Polizeiangaben zufolge wurden die Explosionen durch in dem Depot gelagerte Waffen und Munition ausgelöst.

Später bestätigte die Armee 13 Todesopfer, ohne Angaben dazu zu machen, ob auch Soldaten unter ihnen sind. Videos, die AFP vorlagen, zeigten, wie Rauchwolken über dem Viertel hingen und Panik in der Stadt mit mehr als einer Million Einwohnern ausbrach. 

Ein Polizeivertreter erklärte, viele Bewohner der Viertel in der Umgebung seien in der Nacht aus ihren Häusern geflohen. Ein Bewohner sagte AFP, sein Nachbar sei in seinem Schlafzimmer von einem umherfliegenden Geschoss getroffen und getötet worden.  

Auf dem betroffenen Militärstützpunkt brannten laut dem Armeevertreter am Mittwochvormittag noch Gebäude, es gab demnach weiterhin Explosionen. Auf dem Gelände befanden sich auch Logistik-Depots der Armee. Der Stützpunkt grenzt außerdem an eine Ausbildungseinrichtung und -unterkunft für Offiziersanwärter, einen weiteren Militärstützpunkt und ein Gefängnis.

In dem Gefängnis wurden acht Insassen getötet und mehrere weitere verletzt, wie AFP erfuhr. Die Verletzten seien ins Krankenhaus gebracht worden.

In Online-Netzwerken wurden zahlreiche Suchanzeigen veröffentlicht von Eltern, die auf der Flucht vor dem Flammeninferno ihre Kinder verloren hatten. Andere suchten nach Hinweisen auf den Verbleib anderer Angehöriger.

Die Regierung des Landes gab noch keine offizielle Opferzahl bekannt. Ein westlicher Diplomat, der anonym bleiben wollte, äußerte gegenüber AFP Zweifel daran, dass es eine "transparente Kommunikation geben wird". Die Regierung zögere sehr, über Todesfälle zu berichten, "insbesondere über militärische".

Laut einem Ranking der Weltbank von 2023 ist Burundi nach Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf das ärmste Land der Welt. Es steckt seit Jahren in einer Wirtschaftskrise, die insbesondere mit Treibstoffmangel einhergeht.

AFP

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