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Republik Kongo Explosion in Munitionslager tötet 200 Menschen


Bei der Explosion eines Lagers voll Munition sind in der Republik Kongo fast 200 Menschen ums Leben gekommen, weit über 1000 wurden verletzt. Auslöser für die Katastrophe in Brazzaville war offenbar ein Feuer.

Bei einer Serie von Explosionen in einem Waffenlager in der Republik Kongo sind am Sonntag nach offiziellen Angaben etwa 200 Menschen getötet worden. Hunderte weitere Menschen seien bei den Detonationen auf einem Militärstützpunkt in der Hauptstadt Brazzaville verletzt worden, sagte ein Mitarbeiter des Präsidialamts unter Berufung auf Krankenhausangaben.

Verteidigungsminister Charles Zacharie Bowao trat Spekulationen entgegen, Ursache der Detonation sei ein Putschversuch oder eine Meuterei. Das Unglück sei durch einen Brand ausgelöst worden, sagte er im staatlichen Rundfunk. In dem Depot ereigneten sich daraufhin offenbar mehrere schwere Explosionen. Mehrere Häuser wurden zerstört, bei anderen Gebäuden waren die Fenster zersprungen oder die Dächer eingestürzt. Zahlreiche Opfer, darunter viele Männer in Militäruniform, erhielten erste Hilfe auf der Straße.

Detonationen bis ins Nachbarland hörbar

Die Straßen um den Unglücksort herum waren Berichten zufolge menschenleer. Nur Kranken-, Polizei- und Feuerwehrfahrzeuge seien zu sehen gewesen. Die Einsätze in der Nähe des Munitionslagers waren demnach jedoch schwierig, weil immer wieder kleinere Explosionen erfolgten. Viele Menschen in weiterem Abstand zu dem Depot verließen laut Zeugen ihre Häuser und flohen in Vororte. Mancherorts sei eine regelrechte Panik ausgebrochen.

Nach der ersten Detonation am Morgen stiegen über Brazzaville weitere Rauchsäulen auf, auch später waren noch leichte Explosionen zu hören. Die fünf heftigsten Detonationen waren auch im benachbarten Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, zu hören. Entlang des Kongo-Grenzflusses zitterten die Fensterscheiben. Der Fährverkehr zwischen Brazzaville und Kinshasa wurde laut Behörden bis Montag ausgesetzt.

cjf/AFP/Reuters Reuters

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