Die Niederlande hatten Nexperia im September unter Verweis auf Sicherheitsbedenken unter staatliche Kontrolle gestellt - und damit in Peking Empörung ausgelöst. Zudem suspendierte ein auf Unternehmensverfahren spezialisiertes Amsterdamer Gericht im Oktober den chinesischen Chef des Unternehmens, Zhang Xuezheng, und verwies dabei auf Bedenken hinsichtlich seiner Unternehmensführung.
China belegte Nexperia-Produkte daraufhin mit einem Exportverbot, was zu einem gravierenden Chip-Mangel vor allem bei Autozulieferern und -herstellern in Europa führte. Nexperia-Halbleiter werden zwar in Europa produziert, zur Weiterverarbeitung werden sie jedoch häufig nach China verschickt, bevor sie dann zu den europäischen Kunden reexportiert werden.
Im November lenkte die niederländische Regierung ein und setzte die staatliche Kontrolle über den Chip-Hersteller aus. Das Gericht könnte nun dennoch eine Untersuchung anordnen, wenn es "berechtigte Gründe gibt, an der Solidität der Politik und der Geschäftstätigkeit von Nexperia zu zweifeln", wie es erklärte. Insbesondere die europäischen Führungskräfte von Nexperia fordern, eine gründliche Untersuchung der Unternehmensführung und die dauerhafte Suspendierung des Chefs.
Sollte das Gericht Ermittlungen anordnen, kann es seine im Oktober getroffenen Entscheidungen zur Suspendierung von Zhang bestätigen oder abändern. Sollte das Gericht jedoch zu dem Schluss gelangen, dass keine Untersuchung nötig ist, verlieren die im Oktober getroffenen Entscheidungen ihre Gültigkeit.