Palästinensische Botschaft in London eingeweiht

Pro-palästinensische Demonstration im Oktober in London
Pro-palästinensische Demonstration im Oktober in London
© AFP
Nach der Anerkennung eines palästinensischen Staates durch Großbritannien im September ist in London die palästinensische Botschaft offiziell eingeweiht worden. Der palästinensische Botschafter in Großbritannien, Husam Somlot, sprach bei der kurzen Zeremonie am Montag von einem "historischen Moment" und "tiefgreifenden Meilenstein der britisch-palästinensischen Beziehungen". Die Botschaft stelle für Generationen von Palästinensern den Beweis dar, "dass unsere Identität nicht geleugnet werden kann", fügte er hinzu.

Zuvor hatte sich an dem Standort im Westen Londons die palästinensische Vertretung in Großbritannien befunden. Somlot, der bei der Eröffnungszeremonie ein traditionelles schwarz-weißes Palästinensertuch trug, sagte vor den versammelten Gästen, die Aufwertung der Vertretung zu einer Botschaft sei "nicht einfach eine Namensänderung", sondern ein Richtungswechsel hin zu einem palästinensischen Staat. Er sprach von einem "ein Tag der Hoffnung".

Das britische Außenministerium teilte auf Anfrage zunächst nicht mit, ob London plane, seinerseits eine Botschaft in den palästinensischen Gebieten zu eröffnen. Der Vertreter von Großbritanniens König Charles III. bei der Zeremonie, Alistair Harrison, beglückwünschte die palästinensische Seite zur Einweihung der Botschaft und sprach von einem "Moment der Hoffnung". Dies sei "der Anfang einer großen Veränderung in unseren bilateralen Beziehungen".

Im September hatte Großbritannien gemeinsam mit Frankreich, Kanada und Australien in Reaktion auf die katastrophale Lage im Gazastreifen einen palästinensischen Staat anerkannt. Damit wollten die westlichen Staaten eigenen Angaben zufolge die Bemühungen um die sogenannte Zweistaatenlösung wiederbeleben, welche die friedliche Existenz eines Palästinenserstaats an der Seite Israels vorsieht. Deutschland gehört wie die USA nicht zu den inzwischen mehr als 150 der 193 UN-Mitgliedstaaten, die einen Palästinenserstaat anerkennen. 

Seit dem 10. Oktober gilt im Gazastreifen eine fragile Waffenruhe zwischen der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas und Israel. Beide Seiten werfen sich jedoch immer wieder Verstöße gegen die Waffenruhe vor.

Im Oktober 2023 hatten Hamas-Kämpfer und verbündete Milizen Israel überfallen und mehr als 1200 Menschen getötet. Etwa 250 Menschen wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. In dem dadurch ausgelösten Krieg wurden nach Hamas-Angaben im Gazastreifen mehr als 70.000 Menschen getötet. Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.

AFP