Russland warnt Ausländer und Diplomaten vor bevorstehenden Angriffen auf Kiew

Nach den Angriffen auf Kiew am Wochenende
Nach den Angriffen auf Kiew am Wochenende
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Russland hat Ausländer und Mitarbeiter diplomatischer Vertretungen in Kiew aufgefordert, die ukrainische Hauptstadt angesichts bevorstehender neuer Angriffe zu verlassen. "Die Angriffe werden sowohl auf Entscheidungszentren als auch auf Kommandoposten zielen", teilte das Außenministerium in Moskau am Montag mit. "Wir warnen ausländische Bürger, einschließlich des Personals diplomatischer Missionen und internationaler Organisationen, die Stadt so bald wie möglich zu verlassen", erklärte das Ministerium.

Der russische Außenminister Sergej  Lawrow wiederholte diesen Appell später in einem Telefonat mit seinem US-Kollegen Marco Rubio, wie das Außenministerium in Moskau mitteilte. Lawrow habe in dem Gespräch auf den von seinem Ministerium herausgegebenen Aufruf an Diplomaten und Ausländer verwiesen, Kiew zu verlassen.

Moskau hatte bereits vor gut zwei Wochen die Bewohner von Kiew und ausländische Diplomaten aufgefordert, das Stadtzentrum "rasch" zu verlassen, falls das russische Weltkriegsgedenken am 9. Mai von der Ukraine gestört werden sollte.

Russland hatte am Wochenende zahlreiche Drohnen und Raketen auf die Ukraine abgefeuert. Moskau setzte dabei auch die Hyperschallrakete Oreschnik ein, die nach Angaben aus Moskau mit Atomsprengköpfen bestückt werden kann. Bei nächtlichen russischen Angriffen auf Kiew wurden auch das ARD-Studio sowie das Büro der Deutschen Welle (DW) massiv beschädigt und teilweise zerstört. Von den dort Arbeitenden wurde jedoch niemand verletzt.

Derweil gaben die russischen und von Russland kontrollierten Behörden sechs Tote bei ukrainischen Angriffen bekannt. Vier Menschen, darunter zwei Kinder, seien in der Region Donezk getötet worden, erklärte die von Moskau eingesetzte örtliche Verwaltung. Die Region Donezk wird teilweise von Russland kontrolliert. 

Zwei Menschen seien zudem durch ukrainische Drohnenangriffe in den westrusssischen Grenzregionen Brjansk und Belgorod getötet worden, erklärten die örtlichen Behörden.

Die ukrainischen Behörden gaben ihrerseits vier Tote durch russische Angriffe bekannt. Zwei Männer wurden nach Angaben des Gouverneurs von Charkiw im Nordosten der Ukraine getötet. Im von der Ukraine kontrollierten Teil der Region Donezk wurden nach Angaben eines Bürgermeisters zwei Menschen bei russischen Angriffen getötet.

Russland überzieht die Ukraine seit mehr als vier Jahren mit Luftangriffen. Die Ukraine reagiert mit Gegenangriffen auf russisches Staatsgebiet. Die Verhandlungen über eine Beendigung der Kämpfe liegen derzeit auf Eis. Der Ukraine-Krieg ist der schlimmste Konflikt in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg.

AFP