Reiter saß bisher im Verwaltungsbeirat des deutschen Fußballmeisters, die Vergütung dafür meldete er anders als vorgeschrieben nicht dem Stadtrat. Außerdem sollte er nun in den Aufsichtsrat des FC Bayern wechseln, was er ebenfalls nicht öffentlich machte.
Im Vorfeld des Wahlsonntags hatte dies in München für scharfe Kritik im Stadtrat gesorgt. Reiter blieb mit 35,6 Prozent der Stimmen in der ersten Runde der OB-Wahl deutlich unter früheren Ergebnissen und den Erwartungen, er muss sich nun am Sonntag kommender Woche einer Stichwahl mit dem Grünen-Politiker Dominik Krause stellen.
Die Münchnerinnen und Münchner hätten ihm in den vergangenen Tagen "deutlich zu verstehen gegeben", dass er bei seinen Engagements "eine eindeutige und unzweifelhafte Entscheidung" treffen müsse, erklärte Reiter. Er hoffe sehr, dass dies durch die Entscheidung zu seinen Mandaten beim Rekordklub aus der Landeshauptstadt deutlich werde.
Reiter erhielt nach eigenen Angaben als Verwaltungsratsdmitglied des Klubs seit 2021 insgesamt 90.000 Euro. Die Summe sei "natürlich" jedes Jahr ordnungsgemäß versteuert worden, betonte er. Das Geld werde er an ein soziales Projekte und einen Verein in München spenden, die für Förderung von Zusammenhalt, Integration und Demokratie stünden.
Indes veröffentlichte das bayerische Landesamt für Statistik in Fürth am Mittwoch die Gesamtzahlen für die Kommunalwahlen. Demnach fuhr die CSU am Sonntag ihr schlechtestes Ergebnis seit fast 75 Jahren ein. Die Christsozialen bei den Stadt-, Gemeinderats- und Kreistagswahlen auf 32,5 Prozent - zwei Prozentpunkte unter ihrem Ergebnis von 34,5 Prozent 2020. Dies war das zweitschlechteste Kommunalwahlergebnis der CSU überhaupt, nur 1952 hatten die Partei schwächer abgeschnitten.
Gegenüber der Kommunalwahl vor sechs Jahren konnte vor allem die AfD zulegen. Sie kam auf 12,2 Prozent der Stimmen und holte damit 7,5 Punkte mehr als 2020. Leichte Zugewinne verzeichneten auch die Freien Wähler mit einem Plus von 0,2 Punkten auf 12,1 Prozent in diesem Jahr. Die Partei stellt in Bayern zusammen mit der CSU die Regierung.
Nicht nur die CSU, auch die anderen Parteien verloren Stimmenanteile - die Grünen 3,9 Punkte auf 13,6 Prozent und die SPD 1,4 Punkte auf 12,3 Prozent. Wählergruppen und sonstige Parteien holten am Sonntag zusammen 17,3 Prozent und damit 0,4 Punkte weniger als 2020. Die Wahlbeteiligung lag den Statistikern zufolge bei 63,4 und damit über jener von 2020 mit 58,7 Prozent.