München
Surfer und Stadt starten Pilotversuch zur Wiederbelebung der Eisbachwelle

Die Eisbachwelle in München im Dezember 2025
Nach Weihnachten war die Eisbachwelle in München kurzzeitig provisorisch wiederhergestellt worden. Die Feuerwehr baute sie aber wieder ab. Nun kommt neue Bewegung in die Sache
© Peter Kneffel / DPA
Aktuell ruht die Eisbachwelle in München, doch das könnte sich bald ändern: Ein Projektversuch soll es richten. Der Start wird aber noch auf sich warten lassen.

Die Wiederbelebung der Eisbachwelle beschäftigt die Stadt München und die dortige Surf-Community weiter. Nun geht es einen wichtigen Schritt voran. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und Surfer einigten sich auf einen Projektversuch, wie die Welle am Eisbach wiederhergestellt werden kann, wie Reiters Büro mitteilte.

Die Interessengemeinschaft Surfen in München (IGSM) und der Münchner Surfclub übernehmen demnach die Verantwortung und damit auch die Haftung für den Versuch. Gerade die Haftungsfragen waren bisher ungeklärt. Die Stadt kümmert sich um die technische und statische Untersuchung für die Bauwerke des Versuchs, und die Erreichbarkeit in Notfällen stellen die städtischen Leitstellen sicher. 

Wann der Versuch starten soll, sei noch offen. Vorher müssten noch Details geklärt werden, hieß es. Angedacht sei das Frühjahr, hatte der Oberbürgermeister Anfang der Woche gesagt.

Bei der Eisbachwelle in München ist eine Lösung in Sicht

Reiter und die Surfer hätten eineinhalb Stunden im Rathaus zusammengesessen, um die zuletzt festgefahrene Situation aufzulösen und eine konkrete Perspektive für eine baldige Wiederherstellung der Welle zu schaffen, hieß es weiter.

Ziel des Projektversuchs sei es, die Eisbachwelle als dauerhaft surfbare Welle wiederherzustellen und zu erhalten. In diesem Kontext wurde – wenngleich nicht abschließend – diskutiert, ob die Welle nach einem erfolgreichen Projektversuch in städtischer Verantwortung betrieben werden könnte. Weitere konkrete Details sollen noch ausgearbeitet werden, ein Folgetreffen wurde für Februar vereinbart.

Eisbachwelle in München: Vom Wahrzeichen zur Konfliktzone

Die berühmte Welle im Eisbach war verschwunden, nachdem im Oktober nach Angaben des städtischen Baureferats unter anderem das Bachbett von Unrat und Sedimenten befreit worden war. Seitdem baute sich die Welle nicht mehr wie gewohnt auf. 

Eisbach-Surfer hatten versucht, die Welle zu retten. Eine illegal eingesetzte Rampe machte das Surfen über Weihnachten vorübergehend wieder möglich. Die Feuerwehr entfernte die Rampe jedoch. Nicht zuletzt dieser Vorfall hatte die Gespräche mit der Stadt ins Stocken gebracht. 

Surfer bauen Eisbach-Welle wieder auf – Video zeigt verbotene Aktion
Surfer bauen Eisbach-Welle wieder auf – Video zeigt verbotene Aktion 
© n-tv.de
Surfer bauen Eisbach-Welle wieder auf – Video zeigt Nacht- und Nebelaktion
© n-tv.de

Im vergangenen April war eine Surferin an der Welle schwer verunglückt und schließlich im Krankenhaus gestorben. Die am Knöchel befestigte Fangleine ihres Surfbretts hatte sich unter Wasser verfangen. Die Frau konnte sich nicht befreien und wurde unter Wasser gedrückt. Nach dem Unfall war die Welle zunächst für Surfer gesperrt, ehe die Stadt sie unter Auflagen wieder freigab. Dann verschwand die Welle nach der regulären Bachauskehr. 

Die Eisbachwelle ist nur etwas für gute Surfer. Sie gilt auch als Touristenattraktion, lockte sommers wie winters zahlreiche Schaulustige an – und ist bei Surfern weltweit bekannt.

DPA
geo

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