Die Golden Globes gelten traditionell als wichtiger Indikator für die Oscars, die dieses Jahr in der Nacht zum 16. März verliehen werden sollen. "One Battle After Another" setzte sich als beste Komödie unter anderem gegen "Bugonia" und "Marty Supreme" durch. Der Film von US-Regisseur Paul Thomas Anderson war mit neun Nominierungen als Topfavorit ins Rennen gegangen und gewann mit vier Preisen auch die meisten.
"Ihr seid so großzügig mit eurer Zuneigung zu mir und diesem Film", sagte Anderson, als er den Preis strahlend entgegennahm. Er erhielt auch die Preise für die beste Regie und das beste Drehbuch.
Allerdings ging Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio in der Rolle eines gealterten linksextremistischen Revolutionärs in "One Battle After Another" leer aus. Den Preis als bester Hauptdarsteller heimste sein US-französischer Kollege Timothée Chalamet ein, der in "Marty Supreme" als ambitionierter Tischtennisspieler in den 1950er Jahren brillierte.
Chalamet setzte sich nicht nur gegen DiCaprio durch, sondern auch gegen George Clooney in "Jay Kelly" und Ethan Hawke in "Blue Moon". "Ich bin in einer Kategorie mit vielen Größen – diese Kategorie ist stark besetzt", sagte Chalamet, als er den Preis entgegennahm. "Ich bewundere euch alle."
Die Australierin Rose Byrne wurde für ihre Darstellung einer Frau, deren Leben aus den Fugen gerät, in der Tragikomödie "If I Had Legs I'd Kick You" als beste Schauspielerin in einer Komödie geehrt. Sie setzte sich gegen Stars wie Emma Stone ("Bugonia") und Kate Hudson ("Song Sung Blue") durch.
Das Familiendrama "Hamnet" von Oscar-Preisträgerin Chloé Zhao ("Nomadland") war mit sechs Nominierungen ins Rennen gegangen. Die Roman-Verfilmung thematisiert auf fiktive Weise die Trauer von William Shakespeare und seiner Frau Agnes nach dem Tod ihres Sohnes. Für ihre Darstellung von Shakespeares Frau erhielt die irische Schauspielerin Jessie Buckley den Golden Globe als beste Hauptdarstellerin in einem Drama.
Als bester Hauptdarsteller in einem Drama wurde der brasilianische Schauspieler Wagner Moura geehrt, der in dem Politthriller "The Secret Agent" über die Militärdiktatur in Brasilien einen Mann auf der Flucht spielt. Der Film erhielt auch die Auszeichnung als bester nicht auf Englisch gedrehter Film.
Die US-Schauspielerin Teyana Taylor bekam für ihre Rolle in "One Battle After Another" den Preis für die beste Nebendarstellerin. Als bester Nebendarsteller wurde der schwedische Schauspieler Stellan Skarsgard für seine Darstellung eines von seinen Töchtern entfremdeten Regisseurs in dem norwegischen Familiendrama "Sentimental Value" ausgezeichnet.
"KPop Demon Hunters" wurde als bester Animationsfilm und für den besten Song ("Golden") ausgezeichnet. Die deutschen Komponisten Hans Zimmer und Max Richter gingen beim Preis für die beste Filmmusik leer aus.
Bei der Gala wurden auch die besten Fernsehproduktionen ausgezeichnet. Die britische Miniserie "Adolescence" räumte vier Auszeichnungen ab, als beste Drama-Serie wurde die Krankenhaus-Serie "The Pitt" geehrt. "The Studio" über ein altes Hollywood-Filmstudio wurde als beste Comedy-Serie ausgezeichnet.
Viele Stars nutzten den roten Teppich auch für politische Statements: Stars wie Natasha Lyonne und Jean Smart trugen Anstecknadeln mit der Aufschrift "Be Good" - als Hommage an die unbewaffnete Autofahrerin Renee Good, die am Mittwoch in Minneapolis von einem Mitarbeiter der Einwanderungsbehörde ICE mit drei Schüssen getötet wurde.