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Familienleben: Ein Kind, bitte nicht schießen!

Deutschland hat weltweit die niedrigste Geburtenrate. Glückwunsch! Das war harte Arbeit. Nirgendwo sonst werden Familien so benachteiligt und Kinder so gehasst.

Neulich auf dem Spielplatz. Die Sonne brennt vom Himmel. Einige Kinder buddeln versunken mit ihren Kellen und verteilen Kugeln Sand-Erdbeereis auf Plastik-Waffeln. Da knallt plötzlich etwas, so laut und scharf, dass es in den Ohren schrill nachhallt. Die Kinder lassen den Sand erschrocken neben die Waffeln rieseln. Die Eltern erstarren, richten nur den Kopf nach oben – in den Himmel, zu den Fenstern der umliegenden Häuser, zurück auf den angrenzenden Fußballplatz: nichts. War das ein Schuss? Ein gefährlicher Böller?

Meine Bekannte und ich sind uns nicht sicher. Wir wissen nur eines: Wir wollen weg hier. Packen die Sachen zusammen, zerren die Kinder von ihren Waffeln weg und flüchten.

Deutschland hat nicht nur die niedrigste Geburtenrate Europas, sondern der ganzen Welt. Eine Studie des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts, die diese Woche veröffentlich wurde, hat ergeben, dass die Geburtenziffer in den Jahren 2009 bis 2013 in Deutschland bei 8,28 Geburten je 1000 Einwohner lag. 1994 bis 1998 waren es immerhin noch 9,62. Damit liegt Deutschland knapp hinter Japan mit 8,34 Geburten pro 1000 Einwohner.

Vor drei Monaten hat ein Mann in Berlin mit dem Luftgewehr ein Kind lebensgefährlich verletzt. Er schoss aus dem Fenster auf die spielenden Kinder draußen. Vor einigen Wochen fanden buddelnde Kinder auf einem Spielplatz in Berlin abgebrochene Rasierklingen im Sand. Seit Jahren werden in deutschen Städten Kinderwägen in Hausfluren angezündet. In Hamburg und in Berlin sind dadurch schon Menschen gestorben, auch Kinder. Wir haben seither auf allen Etagen unseres Mehrfamilienhauses Rauchmelder und einen überdachten Kinderwagenstellplatz im Hof. Für den Fall der Fälle brennt ein Schuppen, aber kein Kind.

Nicht überall ist es so extrem. Aber überall herrscht eine Stimmung, die extrem kinderfeindlich ist. Eine Umfrage unter denjenigen, die im Alter wären, Kinder zu bekommen, ergab einen aufschlussreichen Widerspruch: 72 Prozent nehmen Kinderreichtum als etwas positives wahr. 70 Prozent allerdings sind der Ansicht, dass die Mehrheit der Bevölkerung Kinderreichtum für asozial halte.

Neulich vor jenem Spielplatz. Wir sind gerade dabei, das Gelände zu verlassen, da stockt der Kinderwagen. Er steht schief. Und quietscht, als hätte er Schmerzen. Ich schaue nach unten und sehe: Vollplatten! Der Knall … so dämmert es mir langsam war kein Schuss. Es war auch kein Böller. Sondern nur ein Reifen, der zu hart aufgepumpt zu lange in der prallen Sonne gestanden war. Ich war erleichtert. Sehr erleichtert. Aber auch besorgt: Wie schnell ich vom Schlimmsten ausgehe…

Ich zerrte den Wagen samt Kind und das Fahrrad mit dem anderen Kind zum Bus. Als wir einsteigen, beschweren sich zwei Männer, dass sie den für Kinderwagen vorgesehenen Bereich verlassen müssen. Als beide Kinder beginnen zu quengeln, weil es im Bus heiß und stickig ist, dreht sich eine ältere Frau um und zischt in unsere Richtung: „Wie hält man das bloß den ganzen Tag aus?!“ Ja, wie hält man das bloß aus.

Im April musste die Familienministerin Manuela Schwesig vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe das Betreuungsgeld verteidigen, das sie selbst im Wahlkampf als den größten Schwachsinn verurteilt, aber in der Koalition als Ministerin beschlossen hatte. Im August 2014 hat das Hamburger Weltwirtschaftsinstitut in einer anderen Studie ausführlichst dokumentiert, dass die familienpolitischen Leistungen in Deutschland wirkungslos sind.

Dass sie Frauen und Männer nicht dazu ermutigen, Kinder zu bekommen, und sie nicht genügend unterstützen, Kinder zu haben. So langsam macht das Ganze auch der Wirtschaft keine gute Laune mehr. Und das ist auch für Nicht-Ökonomen eine gute Nachricht. Denn bald fehlen Arbeitskräfte. Bald geht es um den Standort Deutschland, also auch um all jene, die Kinder in größerer Anzahl für asozial halten – oder anderen zumindest das Gefühl vermitteln, dass es so wäre. Vielleicht ändert sich dann die Politik. Es wäre jedenfalls allen Menschen, die noch Kinder haben, nur zu wünschen.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(