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Noch Fragen?

Frage Nummer 3000141450 Gast

Ausbildung, Stunden streichen

Hallo, der Arbeitgeber kürzt als Konsequenz meine Stunden. Es ging darum, dass ich (letztes Jahr Ausbildung) mit der IHK 3 oder 4 mal per Email und 1 mal Telefon Kontakt hatte. Ich hatte Fragen zur Prüfung und Ablauf. Als der Chef das mitbekommen hat, hat er gemeint er streicht mir dafür 2 Stunden von dem Tag. Darf er das? Und war das eine private Beschäftigung wenn ich als Azubi der ihk schreibe(waren nur 10 Minuten für alle Emails, und ca. Ein 2 minuten Telefonat) Es ging vorallem doch um meine Ausbildung bei den Fragen. Danke.
Antworten (19)
ingSiebenNeunDrei
Formal gesehen ist nach meinem Verständnis die Ausbildung Deine private Angelegenheit.

Der Schulbesuch ist keine betriebliche Arbeitszeit, sondern Dein Ausbildungsbetrieb stellt Dich für diese Zeit bezahlt frei. Das muss er, das ist gesetzlich so geregelt.
Gleiches gilt für die Prüfung.

Alle Fragen rund um die Prüfung sind in der Freizeit oder in der freigestellten Schulzeit zu erledigen, in der regulär bezahlten Arbeitszeit haben sie nichts zu suchen.
rayer
Stunden streichen kann der Arbeitgeber so viel er will, das Gehalt hat er trotzdem ohne Abzüge zu zahlen. Die Angelegenheit liegt außerdem in der Vergangenheit, da ist selbst beim Angestellten nichts zu holen, bei Auszubildenden schon gar nicht. Vergiss das "formale Verständnis" und den Käse mit der regulären Arbeitszeit.
ingSiebenNeunDrei
seltsame Auffassung ...

Es gibt einen Arbeitsvertrag, in dem sind Leistung und Gegenleistung vereinbart, z.B. Gehalt "X" für täglich "Y" Stunden.

Wenn Partei 1 die vereinbarte Leistung (Stunden) nicht erbringt, dann kann SELBSTVERSTÄNDLICH !!! Partei 2 die Gegenleistung (Gehalt) entsprechend kürzen.
In der Regel kommt es nicht soweit, weil sich AG un AN darauf "einigen", die zwei fehlenden Stunden einfach nachzuarbeiten. Dann merkt man beim Gehalt tatsächlich nix.
Die Alternative zu dieser "Einigung" sind Abmahnung und/oder Kündigung, wenn der Chef nicht nachgibt. Welche Erfolgschancen das vor dem Arbeitsgericht hätte, darüber erlaube ich mir kein Urteil.

Fazit: sich um die Prüfung zu kümmern, ist eine "private Beschäftigung" - ich halte es für wahrscheinlich, dass der Chef das von der geleisteten Arbeitszeit abziehen darf, wenn er das zeitnah macht (Monate später geht nicht mehr, aber das hörte sich in der Frage auch nicht so an)

Und selbst, wenn nicht, würde ich für so was meinen Job nicht riskieren.
Fiete11
Es geht hier nicht um einen Arbeitsvertrag, sondern um einen Ausbildungsvertrag.

Die Ausbildung ist keineswegs Privatangelegenheit, sondern der Ausbilder hat die Pflicht zur Unterstützung. Nein, er darf Dir keine Stunden abziehen.

Such Dir Hilfe bei der zuständigen Kammer o.ä.
ingSiebenNeunDrei
@Fiete: ich stelle fest, Du bist anderer Meinung darüber, ob die Ausbildung eine betriebliche Angelegenheit ist oder eine private.

Für meine Auffassung spricht, dass das Gesetz von einer "Freistellung" spricht, wenn es um Schulbesuch und Prüfung geht, dagegen spricht, dass die Anmeldung bei der Berufsschule durch den Betrieb erfolgt. Zumindest ziehe ich in Erwägung, nicht recht zu haben, solltest Du auch mal machen.

Abgeshen davon ist das aber auch völlig egal, wer von uns richtig liegt. Ich wiederhole meinen letzten Satz von oben: völlig egal, ob der Chef recht hat oder nicht - für eine solche einmalige Lappalie riskiere ich keinen Ärger.
Ich spreche mit meinem Chef, versuche das zu erklären und dass das ein einmaliges Problem war.
Kann ich mich mit ihm einigen, ist alles gut.
Und wenn nicht? Nun, der Ausbildungschef dient noch lange Jahre als mögliche Referenz; ich würde wollen, dass er gut über mich spricht, wann immer später jemand bei ihm nachfragt.
rayer
Schau an, ich muss wohl meine Meinung über die Hamburger revidieren. Ich hatte ja ausdrücklich darauf hingewiesen: "Die Angelegenheit liegt in der Vergangenheit, da ist beim Angestellten nichts zu holen, bei Auszubildenden schon gar nicht".
Versuch mal in Deutschland, einem Azubi was abzuziehen oder nacharbeiten zu lassen.
Waidmannsheil.
In der Frage steht übrigens: "Letztes Jahr".
Prüfungen sind meines Wissens nach im Frühsommer oder im Februar. Das hört sich zumindest nicht nach ein paar Tagen oder letzten Monat an.
Skorti
Falscher Bezug.
"Letztes Jahr" steht nicht alleine da.
Dort steht "letztes Jahr Ausbildung". Dies bedeutet sicherlich, dass sich Gast im letzten Lehrjahr befindet, nicht dass dies Ereignis 2019 stattfand.

Ich sehe es so, dass die Prüfung zur Ausbildung gehört, sonst würde die Lehre am Ende ja nicht abgeschlossen. Wenn ich dann Fragen zur Prüfung und dem Ablauf hätte, müsste ich die auch in der Arbeitszeit mit der IHK klären können.
Aber wie Ing meine ich, es lohnt sich nicht deshalb den Stress zu machen. Ich gehe hier von einem ohnehin "leicht" gestörten Arbeitsverhältnis aus, kaum ein Chef würde sich an so einem Telefonat stören, wenn nicht schon andere Probleme vorliegen würden.
Als Azubi würde ich aber nach der Prüfung auch nicht bei diesem Betrieb bleiben.
rayer
@Skorti
Da hast Du recht, es wird sich tatsächlich auf das letzte Ausbildungsjahr beziehen. Das ändert aber nichts daran, dass du beim Auszubildenden dir mehr als schwer tust eine Minderleistung einzufordern.
Gurkulon
Als allererstes, es ist vollkommen egal ob du ich mit der IHK in Verbindung setzt, wenn du Auszubildender, Arbeiter, Angestellter oder Arbeitsloser bist. Dafür kann dir niemand an den Karren pinkeln. Und wenn du dich 100 mal mit der IHK in Verbindung setzt, das ist vollkommen egal. Natürlich kann dir dein Chef dafür weder Gehalt abziehen, noch dich zu Mehrarbeit verdonnern, oder dir Arbeitszeit von deinem Konto abziehen.

Ich habe allerdings das Gefühl, dass du deine Frage nicht richtig formuliert hast, bzw, dass Angaben fehlen. Kann es sein, dass du während der Arbeitszeit dieses Gespräch geführt und die E-Mails gesendet hast?

Führe dir doch bitte einmal selber die Situation vor Augen: du bist ein selbständiger Unternehmer im Einzelhandel. In deinem Laden hast du noch drei Angestellte. Einer sitzt an der Kasse, eine sitzt im Büro und zwei Leute sind im Laden und/oder bedienen die Kunden. Nun unterbricht dieser Mitarbeiter seine Arbeit um zu telefonieren, weil er etwas nicht verstanden hat.
In dieser Zeit muss natürlich der andere Mitarbeiter mehr arbeiten oder wird vielleicht nicht fertig.
Wie würdest du denn als Arbeitgeber reagieren?

Wenn du statt zu arbeiten etwas anderes machst, hat der Chef natürlich ein Anrecht darauf, dass du deine Arbeit nachholst. Denn dein Gespräch mit der IHK hat nichts mit der Arbeit zu tun, deine Fragen zur Prüfung sind deine Privatsache. Wenn du etwas nicht mitbekommen hast, kann dein Chef nichts dafür.

In deiner Arbeitszeit sollst du arbeiten, dafür heißt es auch Arbeitszeit. Für alle anderen Belange, auch für Fragen zu deiner Prüfung, kannst du deine Pause oder deinen Feierabend benutzen.

Ja, dein Chef kann verlangen, dass du deine Arbeitszeit nach holst. Nein, er darf natürlich nicht einfach zwei Stunden streichen, sondern nur die Zeit, die du nicht gearbeitet hast.
Es könnte so einfach sein, beim nächsten Mal fragt man einfach seinen Chef ob er es erlaubt, die Arbeit zu unterbrechen um zu telefonieren.

Ich bin sicherlich kein Spießer oder vorzeige-Azubi, ich hatte zwar echt gute Noten und war fleißig, aber bin ab und zu zu spät gekommen, habe viele Stunden Berufsschule geschwänzt oder war auch mal einige Tage nicht in der Berufsschule. Aber im Leben wäre ich nicht auf die Idee gekommen, im Internet irgendjemanden zu fragen, ob mein Arbeitgeber mir die Zeit abziehen darf, in der ich nicht gearbeitet habe. Ich bin sehr froh, dass die Berufsschule nicht bei mir angerufen hat, allerdings hätte ich ohne zu murren die Arbeitszeit nachgeholt, die ich in der Berufsschule verpasst habe.
dieterkern
Mal zum Verständis - er reduziert nachträglich Deinen Lohn oder reduziert er Deine zukünfige Wochenarbeitszeit? Wenn ein Arbeitgeber so reagiert, liegt wahrscheinlich mehr im Argen, als nur sein Unverständnis darüber, dass Du als Azubi während der AZ weniger als 15 Minuten mit der IHK kommuniziert hast.
Fiete11
Ach gurkulon, was schreibst Du hier für einen Unfug. Und das auch noch in epischer Breite.

Wie mein Vorschreiber schon schreibt, ein Azubi ist kein Angestellter, darf sich während der Arbeitszeit in geringem Maß Hilfe holen.

Ein Ausbilder hat Sorgfaltspflichten gegenüber dem Azubi.

Selbstverständlich ist es auch sinnvoll, sich Hilfe bei der für die Ausbildung zuständigen Kammer zu holen.
ingSiebenNeunDrei
der kategorische Imperativ ist eine schöne Sache und es ehrt Euch beide, dass Ihr generell so gut über ALLE Ausbildungsbetriebe denkt.

Aber - wer glaubt, Ausbildungsbetriebe dienen alleine der Ausbildung, der glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten.
rayer
Ach der liebe Interpret gibt nicht auf. Lieber Interpret, ein Anruf bei der IHK und der Ausbildungsbetrieb hat mehr Schwierigkeiten als ein paar Mails und Telefongespräche wert sind. Das gilt selbst für Karl Napp, Malermeister in der Hinterhof Garage 2, 88888 Hintertupfingen. Du solltest darauf warten, bis Dein ingelinchen vielleicht mal eine Ausbildung beginnt. Im Augenblick ist Dein Wunsch, Vater des Gedanken.
rayer
Ja so ist er unser Interpret. Wenn nichts mehr Bestand hat, kommt der Glaube ins Spiel. Allerdings war das schon ganz am Anfang das Problem, der Interpret glaubte, ein Azubi sei eher ein billiger Arbeitssklave. Dass es gar nicht so einfach ist, überhaupt als Ausbildungsbetrieb zu gelten und welche Auflagen da zu erfüllen sind, Nebensache, allein es zählt der Glaube.
Clappi
An und für sich gehören Ausbildung und Prüfung zusammen.

Wenn Dein Arbeitgeber meint, es wäre dem Privatbereich zuzuordnen, muss er vorher passende Betriebsvereinbarungen erstellt haben.

Nimms locker. Dein Arbeitgeber ist eine Geizbude.
Fiete11
Und auch hier hat der dämliche Admin mal wieder ohne Sinn und Verstand gelöscht.

Was an meinem nicht beleidigenden und normalen Beitrag löschenswert war, erschließt sich wohl niemanden.

Wo hat der Stern nur dermaßen unterbelichtete Admins her?

Bald ist der Admin hier mit seiner Nuttenwerbung allein.
Gurkulon
Ach Fiete, warum erzählst du denn nur so einen Schwachsinn? Was genau soll denn bitte falsch sein?
Anstatt einen ganzen Beitrag falsch zu nennen, solltest du dich auf die Punkte konzentrieren, die deiner Meinung nach falsch sind. Allein dass du das nicht getan hast, disqualifiziert dich schon.
rayer
@Gurkulon
Du hast einen Azubi vor Dir. Der hat während seiner Arbeitszeit nicht zu arbeiten. Der hat während seiner Arbeitszeit zu lernen. Du hast den Azubi auszubilden. Das ist kein billiger Arbeiter, der kostet Geld, Zeit und Anstrengungen von Seite des Ausbildungsbetriebes. Dem ziehst Du nichts ab, den lässt Du nicht Arbeitszeiten nachholen. Du zahlst schön die Ausbildungsvergütung und kannst ihn auch abmahnen, wenn die Arbeitszeiten nicht stimmen, dem kannst Du die Telefonrechnung bezahlen lassen und damit hat es sich. Wenn Dir das zu teuer wird, versuch den Azubi, trotz Abmahnungen loszuwerden. Viel Spaß.
Oupa
rayer hat mal wieder gerayert.
Wer sonst könnte einen solchen Unsinn schreiben, sich selbst in einem einzigen Satz widersprechen?

»Der hat während seiner Arbeitszeit nicht zu arbeiten.«

Entweder ist es Arbeitszeit, in der man arbeitet, oder Ausbildungszeit, in der man ausgebildet wird.