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StechusKaktus

Grosse Wohnungsgesellschaften enteignen?

Das wäre doch toll: Alle Steuerzahler legen zusammen, um einer Handvoll Mieter, die dort zufällig schon wohnen und ganz ohne Bedarfsprüfung niedrige Mieten für alle Zukunft zu ermöglichen. Warum sind wir nicht schon viel früher auf diese Idee gekommen?
Hat die Politik versagt?
Oder gar unsere WC?
Frage Nummer 3000119469

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Antworten (9)
Deho
Mir fehlt hier die Definition, was "niedrige Mieten" sind. Sind 2000 Euro kalt für eine 90 qm-Wohnung ein Schnäppchen (Standpunkt Vermieter), oder ist das zu teuer (Standpunkt Mieter)?
Geyerwally
As always,

Angebot und Nachfrage machen den Preis.
StechusKaktus
Soweit ich informiert bin, liegt die durchschnittliche Miete von Deutsche Wohnen bei 6,40 Euro/Qm, im letzten Jahr hat diese Gesellschaft die Mieten um durchschnittlich 3,4% erhöht. Ich kann mir daher nicht vorstellen, dass viele Luxuswohnungen in deren Bestand sind.
rayer
Enteignen? Warum und mit welcher Begründung?
elfigy
Ganz abgesehen davon, dass die Enteignung für die Städte garnicht bezahlbar ist - mehr Wohnungen gäbe es davon auch nicht. Die sollen lieber neue Wohnungen bauen. Ohne Schnickschnack, einfache, bezahlbare Wohnungen. Evtl als wohnbaugenossenschaft. Das ist ein in vielen Städten erfolgreiches Modell.
Was da in Berlin abgeht, ist Humbug.
Die Mieten kann man auch anders deckeln
rayer
In solchen Fragen gibt es bei mir nur eine Ansicht. Der Markt regelt das besser als der Staat.
Deho
Der Markt regelt nur dann gut, wenn es einen Markt gibt. Bei monopolartigen Strukturen ist der Markt weitgehend außer Kraft gesetzt. Wenn eine Wohnungsgesellschaft Mietpreise festlegt, werden sich auch private Vermieter daran orientieren, solange die Nachfrage größer als das Angebot ist. So entsteht keine Konkurrenzsituation.

Dazu kommt, dass Wohnen kein Konsumgut ist, sondern ein soziales Grundbedürfnis. Hier kann der Staat mit Fördermaßnahmen ein Gegengewicht zum Profitstreben privater Firmen setzen. Dieses Gegengewicht kann eigentlich nur in Form eines staatlichen Wohnungsangebots liegen, denn finanzielle Zuschüsse preisen die Vermieter ein und erhöhen damit ihren Profit.

Ich bin kein Anhänger von Staatswirtschaft, aber in Bereichen wie dem ÖPNV, dem Schienennetz der Bahn und den Leitungsnetzen der Energieversorger würden wir besser fahren, wenn das unter staatlicher Regie laufen würde.
rayer
Was für ein Monopol Deho? Die Experten schätzen, dass bundesweit inzwischen etwas mehr als zwei Millionen Wohnungen leerstehen. Es kann nun mal nicht jeder Stadtmitte warm für 500€ in 100 Quadratmetern leben. In den Ballungsräumen steigen die Immobilienpreise kräftig an, doch in vielen ländlichen Kreisen stagnieren sie oder sinken sogar. Für meine Begriffe sind das langjährige Wellenbewegungen. In den 1970 -80er Jahren sind die Menschen aus den Städten auf das Land gezogen und die Grundstücks und Hauspreise sind im ländlichen Gebiet gestiegen, nun ist es seit Anfang des Jahrtausend eben umgekehrt.
StechusKaktus
Für mich gibt es im wesentlichen drei Problemkreise, die mit unterschiedlichen Ansätzen gelöst werden können:

1. Neumieter müssen sehr hohe Mieten zahlen.
Lösung: Angebot erhöhen durch Neubau und bessere Verkehrsanbindung von Aussenbezirken. Beispiel: In Frankfurt ist in den letzten Jahren die S-Bahn ausgebaut worden, es sind nun auch günstige Wohngegenden angebunden (Kreis OF)

2. Instandhaltungen werden verschleppt, um spätere "Modernisierungen" als Anlass für Mieterhöhungen zu nehmen:
Lösung: Strengere Auslegung von Modernisierungsaufwendungen.

3. Vermieter finden Tricks, um bei Nebenkosten Gewinne zu erzielen (Riesensauerei)
Hier muss ein Gesetz her, das so etwas verhindert. Und zwar SOFORT!

Sehr gute Beiträge hier!

Ich finde, es wird deutlich, dass diejenigen, die eine Enteignung fordern, nicht das grosse Ganze im Sinn haben, sondern ausschliesslich auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind. Da gibt es überhaupt keine Solidarität mit denjenigen, die eine Wohnung suchen, denn für diese ist der Vorschlag unbrauchbar.