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Noch Fragen?

Frage Nummer 3000055244 bh_roth

Immer mehr haben einen Waffenschein

Steht es im Nachrichtenteil eines Internet-Portals. Und weiter: "Die Zahl der Anträge schnellt in diesem Jahr sprunghaft in die Höhe".
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Grund genug für mich, den Artikel anzuklicken. Aber in dem Artikel ist nun nicht mehr die Rede von dem Waffenschein, sondern von dem kleinen Waffenschein, der das Führen von Schreckschusspistolen erlaubt.
Wie seriös ist das denn? Die beiden Begriffe aus der Überschrift und dem Text sind etwa so weit auseinander, wie der Führerschein für einen fahrbaren Krankenstuhl und dem für einen 40to. Ist das seriöser Journalismus?
Antworten (22)
Cordelier
Lieber bh, nein, so einen ähnlichen Artikel hab ich auch gelesen. Da wird Panikmache verbreitet, jeder hätte jetzt wie in denUSA ne Knarre in der Tasche.
Obwohl...es lief gerade ne Sendung im Fernsehen das man ganz einfach aus einer Schreckschußpistole ne scharfe machen kann, man bestellt sich einfach nen neuen/freien Lauf aus dem Ausland oder so. Und so macht man aus ner Schreckschuß-Glock ne scharfe.
rayer
Du hast doch die Frage schon selbst beantwortet.

"Zitat: "Grund genug für mich, den Artikel anzuklicken."

Der Autor und das Nachrichtenportal haben ihr Ziel erreicht.
Seriös? Na ja.....
Amos
Nein, das ist kein seriöser Journalismus, sondern Verdummung.

Ein Bekannter, der einen Waffenschein oder Waffenbesitzkarte erwerben wollte, mußte zuerst eine Ausbildung zum Jäger ablegen und eine nicht zu unterschätzende Prüfung ablegen. Erst dann konnte er in seinem Haus eine entsprechende Waffe besitzen.
Cordelier
Ja Amos, mein Bruder auch, aber damit hast du nur die Berechtigung zu Waffenbesitzkarte, nicht zum Waffenschein. Wenn ich falsch liege, berichtigt mich bitte.
Mit der Waffenbesitzkarte darfst du Waffen in abgeschlossenen Behältnissen transportieren und die Munition seperat. Auf Schießständen oder auf der Jagd auch. Nur zum Gebrauch darf die Waffe geladen werden.
Beim Waffenschein ist das anders, da darf die Waffe auch geladen am Mann geführt werden. Das bekommen aber nur Menschen die einer besonderen Gefahrenlage unterliegen.
bh_roth
Opal, ich kenne diese Sendung nicht, aber bei keiner Waffe, die für Platzpatronen konzipiert ist, passt ein Teil einer scharfen Waffe. Beispiel Beretta 92 F. Diese Waffe als Schreckschusswaffe hat das Kaliber 9mm P.A. Der Lauf ist fest mit dem Griffstück verbunden, während der der echten Waffe lose ist. Das muss er sein, weil er sich, um den wesentlich höheren Gasdruck einer 9mm Para verdauen zu können, bewegen können muss. Schon deshalb passt da nichts zusammen. Abgesehen davon würde die Schreckschuss-Beretta beim ersten Schuss mit einer 9mm Para auseinander fliegen, weil der Schlitten und das Griffstück aus einem Gussmaterial ist, und nicht geschmiedet. Mit viel handwerklichem Geschick kann man sie umbauen zu einer scharfen Waffe im Mini-Kaliber 6,35. Also mit einem Neukauf eines Originallaufes ist es nicht getan.
Da in Deutschland sowohl Waffen, als auch ihre wesentlichen Bestandteile dem Waffengesetz unterliegen, es also einer waffenrechtlichen Genehmigung bedarf, einen Lauf zu erwerben, ist das Risiko, dabei erwischt zu werden, genau so hoch wie wenn ich gleich eine scharfe Waffe kaufe. Also warum erst einen Lauf kaufen?
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Das Verfahren, welches der Volldepp aus München praktiziert hat, war: Er hat eine zu einer Deko-Waffe umgebaute ehemals scharfe Waffe erworben. Der Umbau dieser Waffe zu einer Dekowaffe entsprach aber nicht den Vorschriften, die für Deutschland gelten. In Deutschland würde viel mehr verändert werden müssen, als das bei diesem Teil aus dem Ausland der Fall war. Deshalb war schon der Erwerb dieser Deko-Waffe genau so strafbar, als wenn er sich gleich eine scharfe Waffe besorgt hätte.
Allerdings hat er bei dieser nicht das Problem, dass sie ihm um die Ohren fliegt, bei der Verwendung originaler Munition.
In Deutschland hätte der Schlagbolzen verschweißt werden müssen, und ebenso im Patronenlager ein kalibergroßer, gehärteter Stahlbolzen. Zusätzlich muss der Lauf an bestimmten Stellen kalibergroße Bohrungen aufweisen (mind. 2 Stück bei einer Kurzwaffe), und der Schlitten wäre an bestimmten Stellen so geschwächt worden, dass er beim ersten Schuss auseinander fliegt.
Also muss ich nicht nur einen neuen Lauf kaufen, sondern auch einen neunen Schlitten. Beide Teile sind wesentliche Teile einer Waffe. Siehe oben.
Also warum gehe ich solche Risiken ein, beim Bestellen erwischt zu werden?
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Unter dem Strich scheint der TV-Bericht ähnlich seriös zu sein wie der mit dem Waffenschein.
Amos
Der Herr war im Ruhestand und fühlte sich in senem Haus unsicher. Deswegen sein Aufwand, um eine Waffe zu bekommen. Liegt 20 Jahre zurück, nähere Infos gibt es nicht. Aber bh_roth weiß bestimmt mehr.
Cordelier
Ja ok bh, dann bin ich wohl einem mächtigen Fake aufgesessen. Hmm aber dafür hab ja explizit dich als Experten hier wie andere für andere Themenbereiche. Danke
bh_roth
Opal: Korrekt. Ein Jäger hat keinen Waffenschein. Den braucht er auch nicht. Er darf mit seinem Jagdschein in seinem Revier seine Schusswaffen, für die er eine Waffenbesitzkarte braucht, schussbereit führen. Verlässt er sein Revier, erlischt seine Trageerlaubnis, und er muss seine Waffen von der Munition getrennt, nicht zugriffsbereit und nicht schussbereit transportieren.
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Eine Waffenschein kann derjenige bekommen, der weit über das normale Maß hinaus (lebens-) gefährdet ist. Damit darf er die Schusswaffe schussbereit verdeckt mit sich führen. Aber---- der Waffenschein ist befristet (ich glaube im Moment auf 3 Jahre). Passiert dem Inhaber in dieser Zeit nachweislich nichts, wird ihm die Erlaubnisbehörde den Schein wieder wegnehmen, bzw. ihn nicht verlängern. Begründung: Er ist ja doch nicht weit über das normale Maß hinaus gefährdet gewesen, sonst wäre ja etwas passiert.
bh_roth
Lieber Amos, bei bestimmten Kreisen gehört es zum guten Ton, Jäger zu sein. So, wie es in anderen Kreisen wichtig ist, Golf zu spielen.
Aber ich müsste schon ganz schön blöd sein, nur wegen einer Schusswaffe einen Jagdschein zu machen. Der Jagdschein kostet so um die 2000 Euro, alles in allem. Und man kann durchfallen. Der hat es nämlich in sich.
Viel einfacher ist es, in einen entsprechenden Schützenverein zu gehen, dort ein Jahr regelmäßig mitzuschießen (also so alle 2 Wochen = 26 Mal), und sich dann eine eigene Waffe zuzulegen. Danach muss ich nichts mehr tun, während man einem Jäger, der seiner Passion eine gewisse Zeit nicht mehr nachgeht, seinen Jagdschein auch wieder abnimmt.
Amos
Das stimmt. Ich kenne einen Jäger, der es eher als sozialen Status empfand, seine Jagd gepachtet zu haben.
rayer
In diesen Kreisen wird es aber für Dich eher schwierig, mit Dosenthunfisch, aufgesprudeltem Bahndammriesling und Sushi von Edeka kann man da nicht punkten.
Amos
Stimmt, ich muß immer draußen bleiben und werde angeleint.
Cordelier
...und angespu....:-))))
Stevie7751
Nicht wirklich aber so ist das doch immer Hauptsache Leser locken und gaaanz viel Werbung platzieren....
Fritz
Der kleine Waffenschein wird auch zum Besitz von Pfefferspray und Elektroschockern benötigt, zumindest um auf der rechtlich sicheren Seite zu sein. Nach den Attacken von Köln, in der Silvesternacht, haben sich viele Frauen diese zugelegt und daher der sprunghafte Anstieg.
Fritz
Ist das hier eigentlich eine Wissenscommunity oder pöbelt man sich hier an?
wokk
Oh armer Fritz.
Falls du dich anpöbeln lassen willst, bist du hier mit einem Post gut bedient.
Falls nicht - nur lesen, wundern, weitergehen und die Hunde bellen lassen.
Les chiens aboient et la caravane passe!
Cordelier
hey wokk, hier wird niemand niemals angepöbelt.
Hier wird jeder nach seiner Art und Weise bedient. Easy come and easy go...
biscuitdealer
nein, das ist wahrscheinlich kein seriöser journakismus
MensanInside
Der kleine Waffenschein dient doch den Kommunen nur dazu, ihre Kassen ein wenig aufzufrischen, denn die Schreckschuss-Waffen sind frei ab 18 Jahren verkäuflich und der kleine Waffenschein erlaubt halt das Führen einer solchen Waffe. Man entrichtet seine Gebühr (für gewöhnlich beim zuständigen Polizeipräsidium) und schon darf man die Waffe geladen in der Öffentlichkeit mit sich herumtragen. Das Absurde an der Geschichte ist, und daran sieht man, dass es den Herrschaften wirklich nur um die Einnahme de Gebühren geht: Wenn nun ein legaler Waffenbesitzer, der Lehrgänge besucht und seine Sachkunde sowie seinen unbefleckten Leumund bereits nachgewiesen hat, muss trotz aller Sachkenntnis ebenfalls diesen kleinen Waffenschein "kaufen", wenn er beispielsweise zu Silvester mit seiner Schreckschusspistole ein paar Signalsterne vor seinem Haus in die Luft schießen möchte, da er sich sonst nach Waffengesetz strafbar macht und für dieses Waffenvergehen evtl. alle seine legalen Waffen eingezogen werden und dies, obwohl er seine scharfen Waffen in seiner Wohnung sogar geladen "führen" darf.
MensanInside
Hallo bh_roth, es ist immer wieder erfrischend, wenn sich Klugscheißer mit ihrem Halbwissen so in Szene setzen, dass man glauben könnte, sie hätten wirklich Ahnung. Deine Behauptung, dass es ausreicht nur ein wenig im Schützenverein zu trainieren um sich eine Waffe kaufen zu können ist absoluter Blödsinn, so oder ähnlich war etwa vor 30-40 Jahren einmal, aber das Waffengesetz wurde grundlegend geändert und ich kann Dir nur eine grundlegende Ahnungslosigkeit attestieren.
bh_roth
@MensanInside: Mir ist wurscht, wem du Ahnungslosigkeit attestierst. Im Grunde fällt das auf dich selbst zurück. Ich besitze 6 Kurz- und 5 Langwaffen. Die erste Kurzwaffe kaufte ich nach einem halben Jahr Zugehörigkeit in einem Verein für Großkaliber. Dann habe ich eine Schießleistungsgruppe im BdmP gegründet. Als Leiter dieser SLG war ich vom Dachverband befugt, für meine Mitglieder die Bedürfnisbescheinigung für bis zu 2 Kurzwaffen, und Langwaffen unbegrenzt auszustellen, ohne dass ich dafür beim Dachverband rückfragen musste oder eine weitere Genehmigung brauchte. Wenn ich also einem Mitglied eine Bedürfnisbescheinigung ausgestellt habe, konnte der ohne weitere Prüfung seine eigene WBK für das bescheinigte Kaliber beantragen. Wenn ich wollte, sogar bei weniger als 1 Jahr Zugehörigkeit.
Das war bis mindestens 2006 Praxis, danach habe ich mich als Leiter der SLG zurückgezogen. Möglicherweise gelten da jetzt, in den letzten 10 Jahren, andere Vorschriften. Aber sicher nicht vor 30-40 Jahren.