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Frage Nummer 3000099815 Gast

Scheidung und Auszug ohne Wohnungskündigung, Kautionsforderung

ich habe, oder befinde mich in einer komplizierten und komplexen Lage und bräuchte dringend juristischen Rat.

Meine Ex-Frau und ich sind 1995 gemeinsam in ein gemietetes Einfamilienhaus gezogen. Die Mietkaution habe ich auf ein Sparbuch auf meinen Namen ausgestellt und sie dem Vermieter übergeben. 1998 haben wir uns getrennt und ich bin gleich aus dem Haus ausgezogen, ihr neuer Freund, den sie mittlerweile geheiratet hat, ist kurz darauf eingezogen.
Wir haben nie die Wohnung gekündigt noch den Mietvertrag auf sie und ihren neuen Mann geändert.
2012 habe ich unter Druck des neuen Mannes ein Schreiben unterzeichnet, in dem ich zustimme, den Betrag des Kautionskontos meiner Ex-Frau und ihrem neuen Mann zu übertragen. Dieses Vorhaben wurde jedoch nie umgesetzt.
Vor kurzem wollte nun der Vermieter, dass ich der Bank mitteile, dass ich das Kautionskonto an ihn abtrete, damit er das Geld für die neue Kaution meiner Ex-Frau anlegen kann.
Die Bank hat dies abgelehnt, sie können das Konto nicht umschreiben, da Mietskautionskonten nur aufgelöst werden können. Dazu muss der Vermieter jedoch seine Einwilligung geben, dass das Konto von ihm freigegeben wird.
Dies macht er jedoch nicht, da er befürchtet, dass ich das Geld dann nicht mehr an ihn überweise. Er erwartet nun, dass ich den gesamten Betrag des Mietskautionskontos, inkl. Zinsen, auf das Konto meiner Ex-Frau überweise und er wird mir im Nachhinein die Freigabe für das Kautionskonto erteilen.

Nun wüsste ich gerne die genaue rechtliche Lage:

Da nie eine Kündigung erfolgte, bin ich auch heute noch Vertragspartner obwohl der Vermieter ja schon seit 20 Jahren die Miete vom neuen Mann meiner Exfrau erhält und er auch weiss, dass ich nicht mehr dort wohne und meine zusammen mit ihrem Mann im Haus wohne?
Hat er da nicht sein stillschweigendes Einverständnis dazu gegeben? Schon 20 Jahre lang?
Wem steht die Kaution zu und wem die Zinsen, die in den 20 Jahren angefallen sind?
Wenn ich meiner Exfrau nun nicht mehr die Kaution übertragen möchte, kann ich das trotz meines Schreibens von 2012? Wie ist hier die Rechtslage?

Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie hier etwas Licht ins juristische Dunkel bringen könnten und ich weiß, wie ich mich verhalten soll und ob es sich lohnt, einen Anwalt einzuschalten

Vielen Dank im Voraus.
Antworten (6)
Skorti
Es mag dich überraschen, aber es gibt studierte Menschen, die sich beruflich mit solchen Problemen befassen.

Die nennt man Anwälte.
StechusKaktus
Offenbar habt ihr bei der Scheidung keine Vereinbarung zur Kaution getroffen. Auf mich wirkt das Geschriebene so, als dass du damit einverstanden warst, die Kaution deiner Frau zu schenken, worauf insbesondere eure Vereinbarung von 2012 hinweist. Wenn du keine deutlichen Indizien dafür hast, dass das niemals vereinbart war, sehe ich nur wenige Chancen für dich. Sprich doch einfach mit deiner Frau darüber und einigt euch auf 50/50.
Auf einen Anwalt würde ich verzichten.
Cheru
Hier geht es doch weniger um die rechtliche Lage, denn Vermieter wird keine Möglichkeit haben, sein o.a. Anliegen rechtlich durchzusetzen.
Man könnte aber im Zuge eines Arrangements einen Ausgleich der verschiedenen Interessen herbeiführen. Die eiserne Regel dabei lautet: Unterschreibe nichts, wenn Du nichts dafür kriegst.

Der Vermieter will die Kaution umwidmen. Das hast Du schriftlich zugesagt. Das solltest Du halten.
Du willst vermutlich aus dem Mietvertrag raus und nichts mehr damit zu tun haben.
Du könntest zusammen mit dem Vermieter zu Deiner Bank gehen und dann
1. lässt er Dich offiziell aus dem Mietvertrag,
2. gibt er die Kaution frei,
3. überlässt Du ihm die Kohle für die neue Kaution.

Alternativ setz' einen Anwalt in Gang.
dschinn
Ich fasse mal für mich zusammen.

Nach über 20 Jahren werden Leute wach und einige hecheln nach dem Geld.

In einer Scheidung werden doch die Gelder geklärt?
Auch die Gelder die eventuell später noch auftauchen, oder?
Sowas passiert doch immer wieder mal?
Dafür gibt es doch bestimmt "Regelungen"?

Hier ist die Rede von Kaution nebst Zinsen... wie hoch war die Kaution, wie hoch sind die aufgelaufenen Zinsen?

Was spricht dagegen, die Mitsache jetzt zu kündigen?

Wer gewinnt hier was und warum?
Pfefferminz
Hallo,

schwierige Situation... bevor ich dir jetzt einen falschen Rat gebe, kann ich dich nur an einen Scheidungsanwalt verweisen: Kanzlei Sperling.

Die Kanzlei ist Scheidungskanzlei des Jahres 2017 und die Beratung ist kostenlos.

Zusätzlich findest du dort alle möglichen Infos zum Thema Scheidung.

Du kannst deine Frage direkt in ein Formular kopieren und abschicken, einfacher geht es kaum.

Viel Erfolg!
wokk
Ich notiere:
Pfefferminz = Werbeheini!