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Noch Fragen?

Frage Nummer 3000005382 Gast

Urlaubsanspruch

Arbeite im verkauf seit 1.2.14 in teilzeit. Mein befrister vertrag läuft jetzt am 30.9.15 aus werde nicht weiter beschäftigt. Vertraglich hab ich36 tage urlaub. Meine frage steht mir der gesamte urlaub für 2015 zu?
Antworten (18)
status-quo-fan
Nein, bei einem von vornherein befristeten Vertrag natürlich nur anteilig - also 24 Arbeitstage.
ing793
@sqf: das ist m.E. so nicht richtig (ganz abgesehen davon, dass drei Viertel von 36 Tagen 27 Tage wären).
Nach dem BUrlG entsteht der volle Urlaubsanspruch erstmals nach Ablauf von sechs Monaten. Diese Voraussetzung ist erfüllt.
Ebendort steht auch, dass bei Ausscheiben in der zweiten Jahreshälfte Anspruch auf den vollen Jahresurlaub besteht.
Ich bin mir nicht sicher, ob man das über den Arbeitsvertrag von vorneherein ausschließen kann. Wenn, dann muss es da explitit drin stehen. Gibt es keinen solchen Passus, besteht m.E. Anspruch auf den vollen Urlaub.
status-quo-fan
ing, dem Grunde nach hast Du bei einem unbefristeten Arbeitsverhältnis recht, aber zwei Dinge sind es, die ich anders sehe:

1. Absolutes Hindernis für die Inanspruchnahme des gesamten Jahresurlaubs ist die ex ante-Befristung!

2. Für 8 Monate - 1.Februar bis 30. September - der Beschäftigung errechne ich bei 36 Tagen Jahresurlaub lediglich einen Anspruch auf 8 X 3 = 24 Tage.
starmax
Wurde hier schon erörtert: JA, denn der Urlaub soll möglichst "im Stück" genommen werden, um den vollen Erholungserfolg zu gewährleisten.
Hier gehen Unternehmer-Profitinteressen mal NICHT vor.
status-quo-fan
starmax, ist ziemlich dummes Zeug, was Du zu dieser Frage schreibst!

Merke: erst lesen, dann Gehirn einschalten und erst dann die Frage sinnvoll beantworten!
ing793
@Status-Quo-Fan: bezüglich der Tage - sorry, ich hatte den 01.01. gelesen (und mich damit verlesen). Mit dem 01.02. ist Deine Rechnung zumindest den Zahlen nach richtig.
Zum Anspruch: das BUrlG nimmt absolut keine (in Worten: keine) Rücksicht darauf, aus welchen Gründen ein Arbeitsverhältnis beendet wird.
Läuft es mehr als sechs Monate und wird es nach dem 30.06. eines Jahres beendet, dann besteht voller Urlaubsanspruch. Punkt!
Ob das mit zwei Tagen, drei Wochen oder -wie hier- mit acht Monaten Kündigungsfrist läuft, ist dem Gesetz, mit Verlaub, Sch...egal.
Gast
@Ing...
Wenn ich so schlecht lesen und interpretieren könnte wie Du, wäre ich schon längst arbeitslos.
machine
Hallo Celinski, hab' Dich schon vermisst.
ing793
@Celsimpel: es freut mich, Dich mit so kleinen Dingen glücklich machen zu können.
status-quo-fan
ing, also noch einmal: in einem VON VORNHEREIN - ex ante - befristeten Arbeitsvertrag KANN es keinen Anspruch auf den gesamten Jahresurlaub aus dem Arbeitsvertrag geben!

Vom Grundsatz her hat der Arbeitnehmer, dessen Vertrag in der zweiten Jahreshälfte endet, Anspruch auf den vollen Jahresurlaub; also in diesem Fall 30 Tage.

Zu beachten ist allerdings noch der Umkehrschluss aus § 5 Abs. 1 c) des BUrlG, wonach bezogen auf den gesetzlichen Mindesturlaub bei einem Ausscheiden in der zweiten Jahreshälfte der gesamte Mindesturlaub zu gewähren ist.

Der gesetzliche Mindesturlaub beträgt bei einer 5-Tage-Woche 20 Tage im Jahr.

Da der individuelle Urlaubsanspruch 24 Tage - für acht Monate - beträgt, stehen dem Arbeitnehmer auch nur diese Tage zu.
starmax
Verwarnung: status-quo-fan, mäßige dich mit deinen ungebetenen Ratschlägen mir gegenüber.
Den sachlichen Beweis des Gegenteils gegenüber meiner Aussage kannst du offensichtlich nicht antreten - also halte dich zurück.
status-quo-fan
starmax, dummes Zeug bleibt dummes Zeug!

Ich bin hier nicht der Einzige der das bei Dir so sieht!!

Aber wie sagte meine Großmutter selig: "Gegen Dummheit hilft auch weißer Schnaps nicht!"

Und Dieter Nuhr sagt es noch treffender: "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten"
starmax
Und warum hältst du sie dann nicht, deine Fresse?
ing793
SQF, also noch einmal: das BUrlG unterscheidet NICHT zwischen einem VON VORNHEREIN - ex ante - befristeten Arbeitsvertrag und einem unbefristeten solchen (woher beziehst Du Deine gegenteilige Ansicht?).
Der Urlaubsanspruch besteht ALLEINE auf Basis der -vom Fragesteller erfüllten- Voraussetzungen Mindestdauer und Ausscheidungstermin.
Die Auffassung, der volle Urlaub beziehe sich alleine auf den gesetzlich vorgeschriebenen Anteil, teile ich nicht.
ALLENFALLS (ähnliche Überlegungen habe ich vereinzelt auch gelesen) käme eine Aufteilung in gesetzlich vorgeschrieben und individuell vereinbarten Urlaub in Frage. Dann bestünde ein Anspruch auf den vollen gesetzlichen Urlaub (20 Tage) zuzüglich anteiligem individuellen Zusatzurlaub (2/3 von 16 Tagen = 10,66 aufgerundet auf 11), dann wären es 31 Tage.
Darunter lässt sich m.E. NICHTS gesetzlich rechtfertigen.
status-quo-fan
ing, hier die Quellen, die eigentlich eindeutig meine Aussage stützen:

1. http://www.urlaubsanspruchbeikündigung.de/urlaubsanspruch-bei-kuendigung-in-der-zweiten-jahreshaelfte/

2. http://www.frag-einen-anwalt.de/Resturlaub-befristeter-Arbeitsvertrag---f263759.html
hphersel
@ing und SQF : Anstatt hier um des Kaisers Bart zu streiten, schaut Euch die Daten in der Frage noch mal genau an: Arbeitsnahme war am 01.02. 2014 - also bereits im LETZTEN JAHR! Folglich war der Fragesteller in diesem Jahr volle 9 Monate beschäftigt und im letzten Jahr 11 Monate lang.
status-quo-fan
hp, super!

Allerdings bleibt es dabei, dass dem Arbeitnehmer in diesem Jahr - so er den gesamten Urlaub noch nicht genommen hat - lediglich 24 Urlaubstage zustehen.

Dies ergibt sich eindeutig aus dem Umkehrschluss aus § 5 Abs. 1 Buchst. c) BUrlG.

An meiner Antwort ist nicht zu streichen!!
ing793
Ich habe jetzt mal wirklich gründlich recherchiert.
- Der Arbeitnehmer hat bei Ausscheiden in der 2. Jahreshälfte grundsätzlich Anspruch auf den vollen Jahresurlaub
- der gesetzliche Mindesturlaub beträgt 20 Tage bei einer 5-Tage-Woche, darunter geht gar nichts
- Einzel- oder tarifvertraglich darf mehr vereinbart werden. Die meisten Tarifverträge sehen um die 30 Tage vor, beim Fragesteller gibt es einen Einzelvertrag mit 36 Tagen Urlaub
- Gibt es keine besondere Regelung für den Fall der unterjährigen Beschäftigung (die sog. "pro-rata-temporis" Regel), dann heißt "voller Jahresurlaub" tatsächlich voller Jahresurlaub. Es wird nicht der gesetzliche Anspruch fällig, sondern der einzel- oder tarifvertragliche Anspruch, hier also 36 Tage.
- Gibt es eine solche Regelung, dann wird der monatliche Anspruch gezwölftelt und mit der Zahl der Monate multipliziert. Das wären dann hier bei neun Monaten 27 Tage. Eine solche Regelung findet sich z.B. im TVÖD.
.
Fazit: ob der Fragesteller 27 oder 36 Tage Urlaubsanspruch hat, hängt von seinem Vertrag bzw. Tarifvertrag ab. Steht in einem von beiden ausdrücklich drin, dass der Urlaub "anteilig" gewährt wird, ist ersteres der Fall. Wenn nicht, dann letzteres.
Eine Quelle findest Du z.B. hier. Ich denke, die IHK ist ausreichend glaubwürdig.