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Noch Fragen?

Frage Nummer 3000127440 StechusKaktus

Wer fürchtet sich vor Strafzinsen?

Ich komme aus dem Staunen nicht mehr heraus: Gerade wird über die Einführung einer neuen Vermögensteuer nachgedacht und parallel dazu ist der Finanzminister den Tränen nah, weil Banken erwägen, Kontoguthaben ab 100.000 Euro mit "Strafzinsen" zu belasten.

Wir erinnern uns: Das durchschnittliche Vermögen in Deutschland beträgt 214.000 (Median 64.000). Es liegt normalerweise aber nicht auf dem Konto, sondern ist in Immobilien oder sonstwas angelegt. Die Strafzinsen würden daher nur wirklich Reiche betreffen. Warum also diese Aufregung um Strafzinsen?
Antworten (12)
dschinn
Fuß in der Tür und so.
Wenn sich negative Zinsen für Otto Normalverbraucher durchsetzen sollten... kann es doch nur schlechter werden?
🤔
Früher wurde Geld aus nix generiert, heute aus dem Geld der Bürger.
Neue Zeiten brechen an.
wokk
Die Kopfkissen werden dicker und der Wäscheschrank hat dann ein Schloss!
Deho
Weil für unseren Staat alle Besserverdiener sind, die über H4-Niveau liegen, und neuerdings zur
Oberschicht zählt, der ein Facharbeitergehalt bekommt?
Matthew
Bei fast allen Dingen muss ich für den Wert-Erhalt Geld rein stecken (Inspektion, Verschleiß-Teile erneuern, renovieren, ...) das ist auch ne Art Strafzins oder Negativ-Zins. Jammern und rumheulen ist halt Teil der deutschen Mentalität .
Deho
Strafzinsen zur Werterhaltung des Vermögens?
Skorti
Die Besserverdienenden habe ihr Vermögen angelegt in Immobilien und Aktien und was es sonst gibt.

Oma Irmchen hat für ihre Enkelkinder ein Sparbuch angelegt, auf dass sie Regelmäßig Zuschüsse einzahlt. Von den 1800,00 Euro soll in 15 Jahren das Studium finanziert werden.

Der Reiche hat von seinem Vermögen nur einen ganz geringen Anteil auf irgendwelchen Konten bar rumliegen.
Der Arme hat auf seinem Sparbuch für Notfälle oder als Rücklage für den nächsten Urlaub einen hohen Anteil seines "Vermögens" an Bargeld angelegt.

Wen treffen also die Strafzinsen?
ing793
@Skorti:
Ich bin jederzeit bereit, mit Freude Strafzinsen zu zahlen, wenn mir jemand meine Sparkonten auf mehr als 100.000 Euro auffüllt.
Oma Irmchen zahlt nichts!

Und genau diese Kurzsichtigkeit und das mangelnde Verständnis dafür, wer getroffen werden soll, sorgen dafür, dass Maßnahmen gegen Vermögende (also wirklich Vermögende) praktisch nicht durchsetzbar sind.

Erst heute morgen wieder:
Die Vermögenssteuer ist ja mal wieder in der Diskussion. Es soll "Multimillionäre und darüber" treffen.
Also weder Oma Irmchen noch 95% aller Immobilienbesitzer, die nicht mehr als ihr Eigenheim haben und -wenn überhaupt - ein oder zwei mittlere Mietshäuser vermieten.
Was wird getitelt? "wenn Immobilien in das Vermögen mir einbezogen werden, dann würde das auf die Miete umgelegt und darunter leiden müsse der kleine Mann" (sinngemäß).

So ein Blödsinn:
- erstens wäre eine Vermögenssteuer nicht umlagefähig oder könnte mit einem Federstrich nicht umlagefähig gemacht werden
- zweitens zahlt kaum jemand Vermögenssteuer auf Immobilien, weil (s.o.) der weitaus größte Teil der privat vermieteten Immobilien Leuten gehört, die nicht betroffen sein werden

Ich muss allerdings zugeben, dass Millionäre und Milliardäre in D eine ausgezeichnete Lobbyarbeit betreiben. Auf den Unsinn mit den Mieten muss man erst mal kommen ...
Zebresel
Ihr seid doch nur neidisch auf die Reichen, weil ihr arm seid.
Skorti
Natürlich geht es bei den Strafzinsen auch um Oma Irmchen:

" sagte die Präsidentin des Bundesverbandes der Volks- und Raiffeisenbanken ... schloss sie auch die Weitergabe der von Banken zu entrichtenden Minuszinsen an die breite Kundschaft nicht aus"

" Traf es bisher nur Kunden, die hohe Geldbeträge ab 100.000 Euro auf dem Konto parkten, verlangt eine Volksbank in Baden-Württemberg nun schon Gebühren für Einlagen ab 10.000 Euro."

Während bisher nur Konten mit 100.000 Euro und mehr betroffen waren, wurde vor kurzem angedacht jedes Sparbuch einzubeziehen. Auch zur breiten Kundschaft zählen nicht nur Sparer mit 100.000 und mehr auf dem Konto.

Erst da wurde der Wiederstand und der Einspruch von Politikern laut.
dschinn
Wenn dann noch das Bargeld mehr oder weniger "abgeschafft" wird (bitte mal nach Schweden schauen), nimmt die Flucht in Sachwerte neue Dimensionen an.
ing793
Ääh ja, Oma Irmchen ist auch von 10.000 noch nicht betroffen ...

Ernsthaft: der Vorstoß dieser VB in BW ist über drei Jahre alt, da hat es schon Gerichtsverfahren zu gegeben, in denen festgestellt wurde, dass die Bank zumindest für den bestehenden Kundenstamm mit Verträgen nach den AGB keine Strafzinsen ohne deren Einverständnis einführen darf.
Und bei Neuverträgen sage ich schön danke und gehe zur Konkurrenz. Zumindest auf absehbare Zeit ist die Gewinnung von Neukunden zu teuer, um sie mit Strafzinsen zu verprellen.
Deho
Oma Irmchen ist mit 10000 € noch nicht betroffen.

Oma Irmchen erinnert sich aber an das Jahr 2005, als die Rentenbesteuerung eingeführt wurde. Ihr wurde gesagt, dass normale Renten gar nicht betroffen seien. Seitdem ist der zu versteuernde Anteil stetig gestiegen, weil der Freibetrag konstant bleibt und die Rentenerhöhungen voll zu versteuern sind.

Oma Irmchen hat soviel Lebenserfahrung, dass sie weiß, dass morgen schon nicht mehr gilt, was heute versprochen wird. Wenn die Büchse der Pandora erst einmal geöffnet ist, gibt es kein Halten mehr.