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Afghanistan: Hubschrauber-Passagiere nach Notlandung entführt

Ein ziviler Hubschrauber ist in Afghanistan notgelandet. Die Insassen sind kurz danach verschwunden - sie sollen von Taliban entführt worden sein. Die Nationalität der Entführten ist teils unklar.

Nach der Notlandung eines Hubschraubers haben #Link;http://www.stern.de/politik/taliban-90250739t.html;Taliban-Kämpfer# nach eigenen Angaben in der ostafghanischen Provinz Logar mehrere Menschen entführt. Aufständische hätten direkt nach der Landung am Sonntag elf Ausländer festgenommen und den Helikopter in Brand gesteckt, erklärte Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid am Montag. Provinzgouverneurssprecher Din Mohammad Darwesh bestätigte zunächst nur, dass zehn Menschen in der von Taliban beherrschten Gegend verschwunden sind. Es sei wahrscheinlich, dass sie in den Händen der Radikalislamisten seien.

Über die Nationalität der Entführten gab es widersprüchliche Angaben. Laut Darwesh handelt es sich um sieben in einem Bauprojekt beschäftigte Türken, zwei ukrainische Piloten sowie einen afghanischen Übersetzer. Die Agentur Interfax meldete unter Berufung auf die russische Botschaft in Afghanistan, dass ein Russe an Bord gewesen sei. Lokale Medien berichteten von zwei Russen. Der Taliban-Sprecher wiederum sagte, sie hätten US-amerikanische Militärangehörige sowie zwei Übersetzer in ihrer Gewalt.

Notlandung wegen schlechten Wetters

Mudschahid sprach auch von einem "Helikopter, der den ausländischen Truppen gehört". Die internationale Afghanistan-Truppe Isaf sowie die Vereinten Nationen erklärten allerdings, es handele sich nicht um einen ihrer Hubschrauber.

Der zivile Helikopter habe wegen schlechten Wetters in Distrikt Asr landen müssen, sagte Darwesh. "Die Gegend befindet sich in der Hand der bewaffneten Opposition." Die Taliban erklärten, sie hätten die Entführten in die "sicherste Region des Landes" gebracht.

ger/DPA / DPA
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