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Anschlag in Pakistan Taliban töten Diplomaten aus Saudi-Arabien


Pakistanische Taliban haben in der Wirtschaftsmetropole Karatschi einen saudiarabischen Diplomaten erschossen. Es war das zweite Attentat auf das Konsulat innerhalb von wenigen Tagen. In Nord-Waziristan sind nach Behördenangaben bei einem US-Drohnenangriff neun mutmaßliche Aufstämdische getötet worden.

Unbekannte Attentäter haben in der pakistanischen Wirtschaftsmetropole Karatschi einen saudiarabischen Diplomaten erschossen. Die vier Täter, die mit Motorrädern unterwegs gewesen seien, hätten das Feuer auf den Wagen des Diplomaten eröffnet, teilte die Polizei am Montag mit. Der Mann habe das Auto selbst gesteuert und sei vermutlich auf dem Weg zur Arbeit im Konsulat gewesen. Die saudi-arabische Botschaft verurteilte den Anschlag. Jemand, der eine solche Tat verübe, könne kein Muslim sein, erklärte Botschafter Abdul Asis al-Ghadeer.

Noch sei es zu früh, sich zu den Tätern zu äußern, sagte der Botschafter der Nachrichtenagentur Reuters. Er deutete aber an, dass "Terroristen" den Anschlag verübt hätten. Dazu zählen militante islamische Gruppen wie die Al-Kaida, die Saudi-Arabien bekämpft und Rache für die Tötung ihres Chefs Osama bin Laden geschworen hat. Der vor zwei Wochen von US-Soldaten erschossene Bin Laden stammte aus Saudi-Arabien. Vor einigen Tagen hatten Unbekannte zwei Handgranaten auf das saudiarabische Konsulat in Karatschi geworfen.

Die pakistanischen Taliban äußerten ihre Zustimmung zu den Anschlag. Sie könnten aber nicht bestätigen, dass ihre Kämpfer geschossen hätten.

Saudi-Arabien ist der weltgrößte Öl-Exporteur. Jede Bedrohung seiner Sicherheit könnte den Ölpreis bewegen. Das Attentat habe den Markt bislang nicht beeinfluss und werde es wohl auch nicht tun, es sei denn, der Erschossene erweise sich als prominenter saudischer Staatsbürger, sagte ein westlicher Rohöl-Händler in Singapur.

Bei zwei US-Drohnenangriffen sind am Montag in Pakistan nach Behördenangaben neun mutmaßliche Aufständische getötet worden. Beide Angriffe ereigneten sich demnach in Mir Ali, 40 Kilometer östlich der Stadt Miranshah in Nord-Waziristan. Bei den Angriffen wurden zudem zwei mutmaßliche Aufständische verletzt. Das Gebiet nahe der Grenze zu Afghanistan gilt als Hochburg der Taliban-Rebellen. Ziele der Angriffe waren den Angaben zufolge eine militärische Einrichtung und ein Fahrzeug. Das Gebäude und auch das Fahrzeug seien komplett zerstört worden, teilten die Behörden mit.

Der Nordwesten Pakistans, der aufgrund des bergigen Geländes und der Stammesstrukturen von der Regierung in Islamabad nur schwer zu kontrollieren ist, dient Aufständischen aus Pakistan und dem benachbarten Afghanistan als Unterschlupf. Immer wieder greifen die US-Streitkräfte mutmaßliche Stützpunkte von Islamisten mit unbemannten Flugzeugen an. Die pakistanische Regierung protestiert dagegen, da bei den Angriffen auch immer wieder Unschuldige getötet werden.

Reuters/AFP Reuters

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