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Australien Taucheranzug im Streifenlook soll vor Hai-Attacken schützen


Die Zahl der Hai-Angriffe auf Surfer in Australien nimmt zu. Ingenieure haben daher einen Anti-Hai-Anzug entwickelt, der die gefährlichen Tiere davon abhalten soll, auf die Anzugträger loszugehen.

Neue Schwimmanzüge sollen Taucher und Surfer künftig besser vor Hai-Attacken schützen. Die Erfindung beruhe auf neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen über das visuelle System der Haie, sagte der australische Unternehmer Craig Anderson am Donnerstag. Anderson und sein Partner Hamish Jolly entwickelten die neuen Taucheranzüge zusammen mit dem Meeresinstitut der University of Western Australia (UWA) in Perth.

Die verwendeten Materialien sollten den angreifenden Hai verwirren, erklärte Anderson. Das blau-weiße Modell mache sich Forschungserkenntnisse über die Lichtwahrnehmung der Haie und ihre Farbblindheit zunutze. Dadurch seinen Taucher und Schnorchler für die Tiere unter Wasser "unsichtbar". Der für Surfer entwickelte Anzug mit breiten schwarz-weißen Streifen beruhe auf Signalfarben, die von Haien als gefährlich wahrgenommen würden, erläuterte UWA-Forscher Shaun Collin. Sie sollen den Träger als ungenießbare Beute erscheinen lassen. Streifenmuster würden in der Tierwelt häufig als Warnung vor giftigen Tieren eingestuft, fügte Collin hinzu. "Shark Attack Mitigation System" oder kurz "SAMS" wird die Technologie genannt, was übersetzt so viel wie Hai-Attacken-Entschärfungs-System heißt.

Kein Schaden für die Haie

Tests mit den Anzügen vor der australischen Westküste verliefen den Angaben zufolge erfolgreich. Tigerhaie hätten sich auf herkömmliche schwarze Anzüge gestürzt - die neuen Modelle aber verschmäht. "Sie sind sicher, natürlich und fügen den Haien keinen Schaden zu", lobte Anderson die Vorzüge seiner Erfindung. Im Internet werden #link;die ersten Modelle für umgerechnet 300 Euro angeboten. Die gewöhnlichen Anzüge würden die Wassersportler aussehen lassen wie Seehunde, einer Leibspeise von Haien.

Die Taucheranzüge sind das Ergebnis einer zweijährigen Forschung, die von der Regierung des Bundesstaates Westaustralien unterstützt wurde. Zuvor hatten sich dort tödliche Hai-Attacken gehäuft. Haie sind oft in den Gewässern vor Australiens Küste anzutreffen, gewöhnlich verläuft aber nur einer der durchschnittlich 15 Zusammenstöße pro Jahr tödlich. Experten zufolge nehmen die Hai-Angriffe mit dem Bevölkerungszuwachs und der wachsenden Begeisterung für den Wassersport jedoch zu.

juho/AFP AFP

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