HOME

Bad Reichenhall: Neues Schwimmbad am Eishallen-Einsturzort

Riesen-Schlappe für den Stadtrat: Ein Bürgerentscheid führt dazu, dass die Kommune ihre Pläne für den Standort eines Schwimmbadneubaus aufgeben muss. Die Bad Reichenhaller wollen das Bad dort haben, wo es vor dem Unglück gemeinsam mit der Eishalle stand. Das kostet viel Geld.

Am Ort des Eishallen-Einsturzes von Bad Reichenhall rollen womöglich schon im nächsten Jahr die Bagger an. Bei einem Bürgerentscheid sprach sich eine Mehrheit für den Bau eines neuen Schwimmbades auf jenem Areal aus, wo vor gut zwei Jahren das Dach der Eissporthalle einbrach.

Der Stadtrat des oberbayerischen Kurortes nahe dem österreichischen Salzburg muss damit seine Planung aufgeben, ein neues Sport- und Schulbad an die bestehende Rupertustherme anzubauen. Bei dem Bürgerentscheid sprachen sich am Sonntag lediglich 47 Prozent für das Vorhaben der Kommune aus. 53 Prozent wollen das Bad dort haben, wo es schon vor dem Unglück zusammen mit der Eishalle stand.

Der Bürgerentscheid kostet die Stadt viel Geld

Die fertig erstellte Planung der Stadt sah vor, für knapp 20 Millionen Euro im Kurgebiet ein vor allem von Schulen und Familien genutztes Schwimmbad an die Rupertustherme anzubauen, die überwiegend von Gästen besucht wird. Bauherr wäre die Kur GmbH gewesen, deren Mehrheitsgesellschafter mit 61 Prozent der Freistaat Bayern ist, wie Rathaussprecher Gerhard Fuchs erläuterte. Entsprechend hätte der Staat auch den Löwenanteil der Baukosten übernommen. "Nun muss dieser Beschluss rückgängig gemacht werden", sagte Fuchs.

Beim Projekt auf dem Areal der abgetragenen Bauruine tritt die Stadt als alleiniger Bauherr auf und muss somit auch die Kosten stemmen. Die Rede ist von bis zu acht Millionen Euro. Dafür beginnen nun die Planungen.

Nicht tangiert von der neuen Situation ist die Gedenkstätte für die 15 Todesopfer der Katastrophe vom 2. Januar 2006. Sie soll unverändert nahe dem Unglücksort entstehen. Oberbürgermeister Herbert Lackner (CSU) hatte den Hinterbliebenen zugesichert, in jedem Fall an der Erinnerungsstätte festzuhalten.

DPA / DPA