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Bagdad: Die Millionen aus Tausendundeiner Nacht

Es wäre der womöglich größte Bankraub aller Zeiten gewesen: 282 Millionen Dollar sollen Wachmänner aus einer Bagdader Bank gestohlen haben. Bei der Währungsangabe kam es aber zu einer kleinen Verwechslung - die enorme Folgen hatte.

Ein Bankraub in der irakischen Hauptstadt Bagdad ist offenbar weniger spektakulär ausgefallen als zunächst vermutet: Die Täter hätten "deutlich weniger als eine Million Dollar" erbeutet, sagte ein Sprecher des britischen Finanzinstituts HSBC.

Es seien "nur" umgerechnet 388.000 Dollar (etwa 282.000 Euro) entwendet worden. Neben Devisen im Wert von 366.000 Dollar, sollen eben auch 282 Millionen Dinar unter der Beute gewesen - umgerechnet rund 226.000 Dollar. Aus Dinar wurden in den zunächst bestätigten Meldungen Dollar.

Zuvor hatten die irakische Polizei und ein Vertreter der Privatbank Dar Es Salaam, die mehrheitlich im Besitz von HSBC ist, die Schadenssumme mit rund 300 Millionen Dollar angegeben. Neben diesem Betrag an Bargeld in der US-Währung seien auch 220 Millionen irakische Dinar (176.000 Dollar) gestohlen worden.

Die Täter waren nach Polizeiangaben aller Voraussicht nach drei Wachmänner der Bank. Als Mitarbeiter der Filiale in dem Geschäftsviertel Karrada zur Arbeit erschienen seien, hätten sie die Eingangstür offen vorgefunden. Die Sicherheitsleute, die normalerweise in dem Gebäude übernachten, seien mitsamt der Beute verschwunden gewesen.

Der HSBC-Sprecher sagte, die genauen Umstände des Verbrechens würden noch untersucht. Klar sei lediglich, dass eine bewaffnete Bande daran beteiligt gewesen sei. Das irakische Innen- und das Finanzministerium setzten der Polizei zufolge eine Sonderkommission zur Aufklärung des Verbrechens ein.

Reuters / Reuters