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Zahmer Wal: Heißt Waldimir eigentlich "Semjon"? Beluga vor Küste Norwegens soll Therapiewal sein

Der Belugawal, der vor der nordnorwegischen Küste für Aufsehen sorgt, stammt wohl aus Russland, ist aber kein "Spion" und vielleicht nicht einmal ein Unbekannter - sondern ein Therapiewal mit Namen "Semjon".

Der Belugawal vor Norwegens Küste mit dem Geschirr um seinen Körper

Der Belugawal vor Norwegens Küste mit dem Geschirr um seinen Körper

DPA

Der Belugawal vor der Küste Finnmarks in Norwegen, den die Bewohner liebevoll "Waldimir" getauft haben, ging Ende April um die Welt. Denn wegen seiner Anhänglichkeit und einem Gurt um seinen Körper, auf dem "Equipment St. Petersburg" stand, wurde vermutet, dass der Weißwal vom russischen Militär stammen könne. Es wurde gerätselt, ob "Waldimir" Unterwasseraufnahmen gemacht habe oder von der Marine trainiert wurde. Viele waren sich aber einig, dass er aus russischer Gefangenschaft stammte.

Doch nun gibt es eine neue Theorie um das anhängliche Tier. Das norwegische Fischereimagazin "Fiskeribladet" berichtete schon 2008 von dem Beluga, der eigentlich "Semjon" heißt und in Russland zur Therapie von Kindern eingesetzt wurde. "Der Wal ist wahrscheinlich aus einer russischen Therapieeinrichtung nahe der norwegischen Grenze geflohen", sagte Morten Vikeby dem "Fiskeribladet".

Wal holt Handy aus dem Meer zurück

Ende April entdeckten Fischer vor Rolvsøya in der Finnmark einen Beluga, der mit einem Geschirr um seinen Körper herum geschwommen sei. Nach Angaben der Fischer war er zahm und suchte den Kontakt zu Menschen. Das Geschirr wurde wegen der Aufschrift "Equipment St. Petersburg" sogar vom norwegischen Geheimdienst PST untersucht, berichtete der Sender NRK. Am Institut für Meeresforschung und an der norwegischen Arktischen Universität in Tromsø glaubte man, dass der Wal von der russischen Marine stammen könnte, die traditionell Tiere für Experimente verwendete.

Jetzt herrscht Erleichterung über die neuen Erkenntnisse. "Semjon" sei zuletzt in einem Wassersportzentrum am Weißen Meer nahe Murmansk eingesetzt worden. Der Wal sollte Kindern mit psychischen Erkrankungen helfen. Vikeby stellt aber klar, dass der Wal nicht unbedingt "Semjon" sein muss, sondern sich vielleicht auch um einen Artgenossen aus der gleichen Einrichtung handelt. Lokale Zeitung weisen darauf hin, dass der "Semjon" eine Narbe an der Schnauze hatte, nachdem Seelöwen ihn verletzt hatten. Diese Narbe ist bei dem kürzlich gesichteten Wal nicht zu sehen.

Wie anhänglich der Wal ist, zeigt ein Video einer Norwegerin, deren Handy ins Wasser fiel. Kurz darauf brachte es "Waldimir" wieder an die Oberfläche und überreichte es ihr. Momentan wird nach einer Lösung gesucht, wo der Belugawal unterkommen kann. Experten meinen, dass er langfristig nicht alleine überleben könne.

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Quellen: NRK, "Fiskeribladet", matadornetwork.com, polarkreisportal.de

rw
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