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Berlin-Neukölln Vier Männer greifen Bankfiliale mit Reizgas an – elf Menschen verletzt

Schwer bewaffnete Polizeibeamte stehen an einem Kaufhaus am Hermannplatz
Schwer bewaffnete Polizeibeamte sind wegen eines Raubüberfalls am Hermannplatz im Einsatz
© Fabian Sommer / DPA
Schreck am Freitagnachmittag: In Berlin-Neukölln wurde eine Bankfiliale überfallen. Die vier Täter versprühten Reizgas und verletzten elf Menschen. Die Männer konnten fliehen. Unklar ist, ob etwas geraubt wurde.

Vier Unbekannte haben nach Angaben der Polizei eine Bankfiliale im Warenhaus am Hermannplatz in Berlin-Neukölln überfallen. Sie hätten dort ein Sprühgerät mit Reizgas entleert und seien geflüchtet, sagte Polizeisprecher Thilo Cablitz vor Ort. Dabei wurden mindestens elf Menschen verletzt, sie wurden nach Angaben der Feuerwehr behandelt. Vier von ihnen seien in Kliniken gebracht worden, um dort ambulant behandelt zu werden. Die Verletzten sollen Bankkunden sein. Die 40 Einsatzkräfte bereiteten sich auf weitere Betroffene vor. 

Täter konnten fliehen – Polizei durchsucht Gebäude

Um 13.30 ging der Notruf bei Polizei und Feuerwehr ein. Noch sei unklar, ob die Unbekannten einen Raubüberfall beabsichtigten oder bloß Menschen verletzen wollten, so die Polizei. Die Männer konnten fliehen. Die Filiale befindet sich in einem Gebäudekomplex, in dem auch eine Karstadt-Filiale ist. Das Gebäude werde mit Spezialeinsatzkräften durchsucht, sagte der Sprecher.

Es gebe unterschiedliche Angaben dazu, ob die Männer mit einem Auto geflohen seien oder ob sich zwei von ihnen noch dort aufhielten, hieß es von der Polizei. Bisher gebe es keine Erkenntnisse, dass etwas entwendet worden sei. Die Beamten konnte auch noch keine Angaben dazu machen, wie viele Menschen sich zu dem Zeitpunkt in der Filiale aufhielten. Die Polizei war mit etwa 170 Einsatzkräften vor Ort. Von einer akuten Gefahr geht die Polizei nicht aus.

Zunächst wurde spekuliert, dass ein Geldtransporter überfallen worden sein soll. "War nach bisherigen Erkenntnissen nicht vor Ort", sagt der Polizeisprecher. Er äußert sich auch nicht zu der Frage, ob kriminelle Mitglieder stadtbekannter Großfamilien als Täter vermutet werden. "Wir ermitteln in alle Richtungen." Nach den Räubern und dem Fluchtwagen wird gefahndet. "Wir haben Täterbeschreibungen", sagt Cablitz. Herausbekommen hat die Polizei auch, dass Kennzeichen und Fahrzeug nicht übereinstimmen.

Hinter den Absperrungen stehen Schaulustige. Doch in den Geschäften gegenüber vom Eingang hat niemand etwas gesehen. "Es war überraschend ruhig", sagt eine Kiosk-Mitarbeiterin. Sie habe erst mit der Ankunft der Polizei davon mitbekommen. Viele Mitarbeiter des Kaufhauses sitzen indes nebenan und essen Eis, auch die haben nichts mitbekommen. "Wir wissen nur, dass wir geräumt wurden."

rw / Gisela Gross / Jutta Schütz DPA AFP

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