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Berliner Stadtschloss: Neubau erst 2016 fertig

Der Bau des Berliner Stadtschlosses verzögert sich. Das Gebäude mit den barocken Originalfassaden soll nach dem bisherigen Stand erst 2016 fertig werden, zwei Jahre später als bisher geplant, sagte Baustaatssekretär Engelbert Lütke Daldrup am Montag in Berlin.

Der Bau des Berliner Stadtschlosses verzögert sich. Das Gebäude mit den barocken Originalfassaden soll nach dem bisherigen Stand erst 2016 fertig werden, zwei Jahre später als bisher geplant, sagte Baustaatssekretär Engelbert Lütke Daldrup am Montag in Berlin. Baubeginn solle entweder im Herbst 2010 oder Frühling 2011 sein. Als Bauherr stehe der Bund trotz eines laufenden Gerichtsverfahrens zum italienischen Architekten Franco Stella. Das Bundeskartellamt hatte den Vertrag mit Stella nach einer Klage des Architekten Hans Kollhoff für nichtig erklärt.

Geklärt werden muss, ob Stella die Vorgaben für eine Teilnahme am Architektenwettbewerb überhaupt erfüllt hat. Die Zweifel an dessen Eignung seien «völlig ausgeräumt». Einzelheiten wollte Lütke Daldrup aber mit Hinweis auf das laufende Verfahren nicht nennen. Auch einen Kommentar, ob eine Niederlage vor Gericht zum Stolperstein für das Projekt werden könne, lehnte er ab. «Das würde nur Verwirrung stiften». Über die Beschwerde des Bundes gegen die Kartellamtsentscheidung entscheidet nun das Oberlandesgericht Düsseldorf.

Als Grund für eine Bauverzögerung nannte der Staatssekretär Engpässe bei der Fassadenrekonstruktion des einstigen Hohenzollernschlosses. Es sei offen, ob in geeigneter Zeit die notwendigen Steinmetzarbeiten ausgeführt werden könnten. Eine Bauzeit von sechs Jahren sei realistisch. Am Wochenende hatte die schwarz- gelbe Koalition den Bundestagsbeschluss für das Schloss bekräftigt. Damit sei die zügige Fortführung des Vorhabens gesichert, sagte der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger.

Die Baukosten sollen bei 481 Millionen Euro liegen, eine Million Euro mehr als bisher veranschlagt. Dazu kommen 72 Millionen Euro für die Einrichtung. Im Schloss mit dem Humboldtforum wollen die Preußenstiftung, die Humboldt-Universität und die Berliner Landes- und Zentralbibliothek ein «Schaufenster der Kulturen» einrichten. Auf 40 000 Quadratmetern sollen unter anderem die außereuropäischen Sammlungen der Berliner Museen beheimatet sein. Offen ist noch, ob die Schlosskuppel nach historischem Vorbild oder einem modernen Entwurf entstehen soll.

Nach der Planung soll im Eosanderhof im Erdgeschoss unter anderem ein Veranstaltungsbereich, die sogenannte «Agora», mit 1300 Quadratmetern unterkommen. Geplant sind auch Räume für Ausstellungen. Rund um den Schlüterhof an der Spreeseite wird die Landesbibliothek im ersten Obergeschoss Lese- und Medienräume einrichten. Im zweiten und dritten Obergeschoss sollen die Schätze aus Asien, Afrika und Amerika ausgestellt werden.

DPA/DPA