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Bin Ladens Ideen für künftige Anschläge USA finden Notizbuch des toten Al-Kaida-Chefs


Der US-Regierung ist Medienberichten zufolge ein aufschlussreiches Notizbuch von Terroristenführer Osama bin Laden in die Hände gefallen. Es enthalte eine Fülle an Ideen, taktischen Überlegungen und Zielen für mögliche Anschläge.

Die USA haben Geheimdienstkreisen zufolge in dem pakistanischen Versteck des getöteten Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden dessen handschriftliches Notizbuch sichergestellt. Es enthalte eine Fülle an Ideen, taktischen Überlegungen und Zielen für mögliche Anschläge der Extremisten-Organisation, verlautete am Mittwoch aus den Kreisen. Persönliche Einträge seien darin aber nicht zu finden, sagte ein US-Regierungsvertreter am Mittwoch: "Es sagt nichts darüber aus, wo er sich aufgehalten oder was er getan hat."

US-Experten gingen davon aus, dass die Aufzeichnungen von Bin Laden persönlich stammten. Die USA hätten auch ausländische Regierungen über die im Unterschlupf entdeckten Daten informiert. Es waren auch Computer und zahlreiche Datenträger sichergestellt worden. Vermutlich hätten die USA die Informationen auch an mehrere westeuropäische Länder weitergeleitet, verlautete aus den Geheimdienstkreisen.

Aus den Daten seien keine Erkenntnisse über spezifische unmittelbar geplante Anschläge gewonnen worden, hieß es weiter. Allerdings seien in den Ländern, die in Kenntnis gesetzt worden seien, einige sicherheitsrelevante Anpassungen vorgenommen worden. Das Material sei noch nicht vollständig analysiert worden, so dass man sich weitere Hinweise erhoffe. Bisher hatte die Analyse den Schluss nahegelegt, dass Bin Ladens Versteck in Abbottabad als Kommando-Posten für Al-Kaida diente und Bin Laden noch voll in die Aktivität der Organisation eingebunden war.

US-Spezialkräfte hatten den Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001 vor eineinhalb Wochen in einem Versteck nördlich der pakistanischen Hauptstadt Islamabad aufgespürt und erschossen. Nach Sichtung der Daten hatten die US-Behörden erklärt, Al-Kaida habe möglicherweise einen Anschlag auf Züge in den USA am zehnten Jahrestag der September-Anschläge geplant.

Der republikanische US-Senator James Inhofe sagte unterdessen, er habe Fotos des getöteten Bin Laden gesehen. Es bestünden keine Zweifel daran, dass es sich um den Al-Kaida-Chef handele. Inhofe sitzt im Streitkräfte-Ausschuss des Senats. US-Präsident Barack Obama hatte sich gegen die Veröffentlichung der Fotos entschieden, um dessen Anhänger nicht zu weiterer Gewalt zu motivieren.

Reuters/DPA DPA Reuters

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