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Boko Haram brennt Ortschaften nieder: Grausames Terror-Massaker: Tausende Tote befürchtet

Die islamistische Terrorgruppe Boko Haram hat offenbar ein brutales Massaker verübt: Im Nordosten Nigerias soll sie mehrere Orte überfallen und zerstört haben. Es werden zahlreiche Tote befürchtet.

Die Terrormiliz Boko Haram wird für unzählige Anschläge im Norden Nigerias verantwortlich gemacht

Die Terrormiliz Boko Haram wird für unzählige Anschläge im Norden Nigerias verantwortlich gemacht

Die Terrormiliz Boko Haram hat eine brutale Offensive durchgeführt. Wie örtliche Behörden berichten, haben die Islamisten 16 Ortschaften im Nordosten Nigerias überfallen und zerstört, darunter das wichtige Handelszentrum Baga. Andere Quellen sprechen nur von elf Ortschaften.

Einen Bericht des britischen Senders BBC, wonach es womöglich bis zu 2000 Todesopfer geben solle, wies ein Regierungsvertreter zurück. Der Beamte machte jedoch keine Angaben, wie viele Opfer befürchtet würden. Die Katastrophenschutzbehörde bereite einen Hilfseinsatz vor.  

Wie der Behördenvertreter Musa Bukar berichtet, wurde Baga fast völlig dem Erdboden gleich gemacht. Die Straßen seien mit Leichen übersät. Fliehende hätten gesagt, die 10.000-Einwohner-Stadt sei quasi nicht mehr existent. "In den Büschen liegen Leichen, aber es wäre unvorsichtig, sie zu bergen, um sie beizusetzen." Rund 20.000 Menschen seien aus Baga und den anderen Orten geflüchtet. Rund 560 Menschen seien auf eine Insel im Tschad-See geflohen, wo sie ohne Lebensmittelversorgung seien. "Einige sterben an Hunger, an Kälte und an Malaria."

Die Soldaten waren schon am Wochenende geflohen

Die Angriffe fanden offenbar bereits am Mittwoch in der Nähe der Stadt Baga statt. Da in der abgelegenen Region Telefone nur noch eingeschränkt funktionieren, dauert es häufig länger, bis es belastbare Nachrichten von dort gibt.

Augenzeugen berichteten, auch in den vergangenen zwei Tagen hätten Kämpfer der Boko Haram in Baga Dutzende Menschen umgebracht und zahlreiche Häuser niedergebrannt. Soldaten, die Baga vor den Extremisten schützen sollten, waren am Wochenende geflohen.

Die radikalislamistische Gruppe Boko Haram will einen Gottesstaat errichten. Im Norden Nigerias sind bei Terroranschlägen bereits Tausende ums Leben gekommen. Inzwischen geraten auch der angrenzende Tschad und der Norden Kameruns stärker in den Fokus. Erst an diesem Donnerstag hatte Kamerun für den Kampf gegen die Terrorgruppe um Hilfe der internationalen Gemeinschaft geben. "Eine weltweite Bedrohung bedarf einer weltweiten Antwort", hatte Präsident Paul Biya gesagt.

car/AFP/DPA / DPA