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Boykott-Aufruf über Twitter: Bank of America verweigert sich Wikileaks

Nach Mastercard und Paypal weigert sich nun auch die Bank of America, für Wikileaks Zahlungen abzuwickeln. Die Enthüllungsplattform reagiert mit einem Boykott-Aufruf: Auf Twitter ruft sie Kunden der Großbank dazu auf, die Bank zu wechseln.

Die US-Großbank Bank of America wickelt laut Medienberichten wie zuvor bereits andere Finanzdienstleister keine Zahlungen mehr an die Internet-Enthüllungsplattform Wikileaks ab. Zur Begründung hieß es, Wikileaks könnte in Aktivitäten verstrickt sein, die nicht mit den Richtlinien der Bank für den Zahlungsverkehr übereinstimmten, berichteten US-Medien am Wochenende unter Berufung auf eine Mitteilung der Großbank. Wikileaks reagierte mit einem Boykott-Aufruf beim Internet-Dienst Twitter: "Wir bitten alle Menschen, die Freiheit lieben, ihre Konten bei der Bank of America zu kündigen."

Vor der Bank of America hatten bereits Mastercard, Paypal und andere Zahlungsabwickler die Zusammenarbeit mit Wikileaks aufgekündigt. Kritiker warfen den Unternehmen vor, sich damit zum verlängerten Arm der US-Regierung zu machen, die durch die Veröffentlichung von vertraulichen Depeschen aus ihren Botschaften durch Wikileaks unter Druck steht. Für Wikileaks bedeutet diese Entwicklung, dass es für die Organisation technisch schwieriger wird, an Spendengelder zu kommen.

Besonders pikant an der Maßnahme der Bank of America ist der Verdacht, dass sie demnächst selbst Gegenstand von Wikileaks- Enthüllungen sein könnte. Wikileaks-Gründer Julian Assange hatte angekündigt, nach dem Jahreswechsel brisante Informationen aus einer US-Großbank zu veröffentlichen. Das Material berge "ungeheuerliche Übertretungen" und "unethische Praktiken". Daraufhin machten Gerüchte die Runde, es könnte sich um die Bank of America handeln.

DPA/mm / DPA