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Chapel Hill: Angeklagtem droht Todesstrafe für Mord an Muslimen

Parkplatzstreit oder Hassverbrechen? Im Prozess um den Mord an drei muslimischen Studenten in North Carolina droht dem mutmaßlichen Täter nun die Todesstrafe. Das Motiv ist noch immer unklar.

Craig Hicks ist wegen dreifachen Mordes angeklagt. Die Staatsanwaltschaft fordert die Todesstrafe

Craig Hicks ist wegen dreifachen Mordes angeklagt. Die Staatsanwaltschaft fordert die Todesstrafe

Im Fall der Erschießung dreier muslimischer Studenten im US-Bundesstaat North Carolina droht dem 46-jährigen Angeklagten die Todesstrafe. Wie die Zeitung "Raleigh News and Observer" berichtete, gab der zuständige Richter Orlando Hudson am Montag einem Antrag der Staatsanwaltschaft des Bezirks Durham statt, die Höchststrafe für Craig Hicks fordern zu dürfen. Einer der Ankläger, der stellvertretende Bezirksstaatsanwalt Jim Dornfried, sagte der Zeitung zufolge bei einer Gerichtsanhörung, er fordere die Todesstrafe unter anderem wegen der Grausamkeit der Morde.

Hicks äußerte scharfe Kritik an Religionen

Hicks ist wegen dreifachen Mordes angeklagt. Ihm wird zur Last gelegt, im Februar in Chapel Hill seinen 23-jährigen Nachbarn Deah Shaddy Barakat, dessen 21-jährige Ehefrau Yusor Mohammad Abu-Salha sowie deren 19-jährige Schwester Razan erschossen zu haben. Anschließend stellte er sich der Polizei.

Dornfried sagte dem Bericht zufolge, Hicks sei an dem fraglichen Tag am Nachmittag in sein Haus gelaufen, habe die Waffe geholt und dann mehrfach auf Barakat geschossen. Dann habe er in der Wohnung seiner Nachbarn weiter um sich geschossen und die beiden Frauen getroffen. Anschließend soll er seinen Opfern noch einmal in den Kopf geschossen haben.

Der Hintergrund der Tat ist noch unklar. Die Polizei war zunächst davon ausgegangen, dass ein Streit um Parkplätze zu der Tat führte, mittlerweile wird aber auch die Möglichkeit eines Hassverbrechens geprüft. Die Ermittler fanden bei Hicks zwölf zum Teil geladene Feuerwaffen. Auf seiner Facebook-Seite hatte er scharfe Kritik an mehreren Religionen geäußert, darunter am Islam.

stb/AFP / AFP