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Coronavirus Impfung von Lehrpersonal: Polizei fühlt sich übergangen

Drei Polizisten kontrollieren die Einhaltung der Mundschutz-Verordnung.
Nach dem Beschluss Lehrer und Kita-Personal in der Rangordnung vorzuziehen, fordern auch Polizeibeamte bei den Schutzimpfungen gegen das Coronavirus schneller dranzukommen (Symbolbild) 
© Sebastian Gollnow / DPA
Seit Montag steht fest: Lehrer und Erzieher sollen früher als bisher geplant gegen das Coronavirus geimpft werden. Polizisten fühlen sich von diesem Schritt übergangen und fordern eine höhere Priorisierung im Impfvorgehen der Bundesregierung. 

Dieser Text erschien zuerst an dieser Stelle auf RTL.de.

Für viele Kinder startet heute der zweite Schul- und Betreuungstag nach der schrittweisen Öffnungen der Schulen und Kitas in zehn Bundesländern. Doch während die Klassenzimmer und Spielräume wieder mit Leben gefüllt werden, wird darüber diskutiert, ob Lehrer und Erzieher früher geimpft werden sollten. In NRW soll schon im März damit begonnen werden. Doch es gibt Kritik, vor allem aus den Reihen der Polizei. RTL-Reporter Ulrich Klose hat mit Michael Mertens, dem Chef der Gewerkschaft der Polizei in NRW, gesprochen. 

"Ich bin verärgert und enttäuscht"

"Ich bin verärgert und enttäuscht", sagt Mertens im Interview mit RTL-Reporter Ulrich Klose. "Die Entscheidung, die Lehrer vorzuziehen, ist eine politische Stunde der Wahrheit. Wertschätzung gegenüber der Polizei sieht anders aus. Wir werden angehustet, angespuckt, müssen uns mit Corona-Verschwörungstheoretikern auseinandersetzen. Das sind doch Gründe genug, dass wir früh geimpft werden", so der Gewerkschaftschef, und weiter: "Egal, wie hoch die Inzidenzwerte auch waren, Polizeiwachen wurden bisher nie geschlossen und Einsätze nie abgesagt. Bei der Impfung meiner Kollegen geht es um den Erhalt der inneren Sicherheit." Es gehe in erster Linie um Polizisten mit Bürgerkontakten, das heißt Einsatzhundertschaften, Wachdienste und Erkennungsdienst", sagt Mertens. 

Hochstufung der Lehr- und Kitakräfte habe Auswirkungen auf das Impftempo

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte in einem WDR-Interview am Dienstagmorgen angekündigt, dass die vorgezogenen Corona-Impfungen für Lehrkräfte und Kita-Personal in Nordrhein-Westfalen im März starten. "Ich denke, dass wir damit in der ersten Märzhälfte beginnen", sagte Laumann. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten vereinbart, Lehrkräfte an Grund- und Förderschulen und Kita-Erzieher in der Impfreihenfolge von der Gruppe drei (erhöhte Priorität) in die Gruppe zwei (hohe Priorität) hochzustufen. Zur Gruppe zwei zählen außerdem viele chronisch Kranke und Menschen über 70.

Laumann räumte ein, dass die Hochstufung der Lehr- und Kitakräfte wegen der begrenzten Impfstoffmengen Auswirkungen auf das Impftempo für andere Gruppen haben werde.

RTL.de / jus

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