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Der Fall Kampusch: Nataschas Vater rastet aus

Spanischen Journalisten haben das Entführungsopfer Natascha Kampusch und ihren Vater in Wien verfolgt und seien aufdringlich geworden. So zumindest rechtfertigte der Vater, dass er auf die Reporter einprügelte.

Der Vater des österreichischen Entführungsopfers Natascha Kampusch ist am Donnerstag in Wiens mit einem spanischen TV- Kameramann zusammengestoßen. Das TV-Team hatte ihn und seine Tochter verfolgt und sei aufdringlich geworden.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur APA hatte sich Kampuschs Vater, Ludwig Koch, in der Innenstadt mit seiner Tochter getroffen. Natascha Kampusch hatte mit ihrem Vater einen Anwalt aufgesucht, Sie wurden beim Verlassen der Kanzlei von dem TV-Team erkannt, das sich anschließend an ihre Fersen heftete.

Bei der Auseinandersetzung wurden Koch und der Spanier leicht verletzt. Koch hatte den Journalisten zu Boden gerangelt, berichtet das österreichische Magazin "News". Polizisten hätten die beiden Streithähne getrennt. Während der Prügelei konnte sich die 18-jährige Natascha Kampusch, die Ende August ihrem Entführer nach achtjähriger Gefangenschaft entkommen war, den spanischen "Verfolgern" entziehen. Ihr Vater und der spanische Journalist wurden von der Polizei angezeigt.

Polizei hat Spurensicherung abgeschlossen

Nach Angaben von Soko-Sprecher Gerhard Lang schloss die Wiener Kriminalpolizei die wochenlange Spurensicherung auf dem Anwesen Priklopils in dem Ort Strasshof ab. Die Polizei fand nach eigenen Angaben keine Hinweise, dass an dem Kidnapping der damals zehnjährigen Natascha Kampusch ein zweiter Täter beteiligt gewesen sein könnte. Zwar sollen die Befragungen und die Spurenauswertung zunächst fortgesetzt werden. Lang geht jedoch davon aus, dass die Ermittlungen in den kommenden zwei bis drei Wochen abgeschlossen werden.

Die Spurensicherung der Kripo Wien hatte Haus und Grundstück systematisch nach möglichen DNA-Spuren untersucht. Im Haus des Täters, der sich Stunden nach der Flucht Kampuschs vor einen Zug warf, suchten Beamte mit Spezialgeräten nach geheimen Verliesen. Man habe jedoch keinerlei Hinweise erhalten, dass Priklopil eine zweite Person gefangen gehalten habe. Das Haus und die polizeilich beschlagnahmten Gegenstände werden nun zunächst vermutlich der Mutter des Entführers übergeben.

Natascha Kampusch hat im Rahmen von möglichen Schadensersatzforderungen Anspruch auf das Haus erhoben, will es jedoch der Mutter ihres Peinigers anschließend zur Verfügung stellen.

DPA / DPA