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Donald Klein in Freiheit: "Bitte nie wieder Reis"

Er wollte vor der Küste Dubais angeln - und geriet unschuldig in iranische Haft. Nun ist Donald Klein nach 15 Monaten in iranischen Gefängnissen wieder in Deutschland. "Ich bin froh, dass es zu Ende ist", sagte Klein. stern TV schilderte er seine Leiden hinter Gittern.

Gegen fünf Uhr am Mittwochmorgen landete Donald Klein in Frankfurt/Main mit einer Lufthansa-Maschine aus Teheran. Am Flughafen wurde er von seiner Familie in Empfang genommen. An eine vorzeitige Rückkehr nach Deutschland hatte Donald Klein bis zum Schluss nicht geglaubt: "Noch am Montagabend hatte ich meine Frau angerufen und ihr gesagt: 'Das wird nie was, das dauert noch 80 Tage'", berichtete Klein stern TV . Doch dann habe ein Sektionschef im Gefängnis zu ihm ein Wort gesagt: "Freiheit." "Da sind mir die Tränen gekommen."

Der passionierte Angler aus dem pfälzischen Lambsheim war während eines Urlaubs am 29. November 2005 in Haft genommen worden, weil er bei einer Angeltour mit einem französischen Skipper angeblich in iranisches Sperrgebiet geraten war. Er wurde wegen illegalen Grenzübertritts zu 18 Monaten Haft verurteilt. Immer wieder bemühten sich die Familie und deutsche Behörden um eine vorzeitige Entlassungs Kleins. Der Franzose, der das Boot gesteuert hatte, kam bereits Ende Februar frei.

"Ich bin optisch und im Kopf älter geworden"

Bei seiner Ankunft zu Hause an diesem Mittwochmorgen gab es erst einmal ein ordentliches Frühstück. In den iranischen Gefängnissen hatte Klein vor allem unter der schlechten Verpflegung zu leiden. "Bitte kein Reis mehr." In Haft habe er kaum etwas anderes zu essen bekommen, "13 mal in der Woche, morgens und abends: Reis." Um 20 Kilogramm sei er bestimmt abgemagert, schätzt Klein.

"Im Sommer war es halt schlimm. Da habe ich das meiste Gewicht verloren.", sagt der 53-Jährige. Aber nicht nur körperlich hatte er unter den Umständen zu leiden. "Älter bin ich halt geworden. Optisch und im Kopf. Jetzt geht's aber besser. Das kriegen wir schon hin", sagt Klein zu dem Team von stern TV. "Ich habe eine starke Frau."

Klein fühlte sich als Geisel

Im Live-Telefoninterview mit Günther Jauch sagte Karin Klein: "Mein Mann scheint ganz der Alte zu sein, aber es wird bestimmt noch Rückfälle geben. Er muss das alles erst einmal verdauen." Ihr Mann habe sich die ganze Zeit über als Geisel gefühlt, weil er unschuldig im Iran festgehalten wurde. Was den Ausschlag für die vorzeitige Entlassung gegeben habe, weiß Karin Klein nicht. Nach ihrer Einschätzung haben am Ende viele Bemühungen gefruchtet: "Sicherlich das Gnadengesuch von Bundespräsident Horst Köhler und auch die Reise des ehemaligen Außenministers Hans-Dietrich Genscher in den Iran."

Seit Anfang 2006 hat stern TV immer wieder über das Schicksal Kleins berichtet. Das Auswärtige Amt hatte sich seit der Inhaftierung und Verurteilung wegen angeblichen illegalen Grenzübertritts intensiv um die Freilassung des Pfälzers bemüht. Ehefrau Karin Klein und die Kinder Jessica und Gustav hatten bei stern TV wiederholt an die Behörden appelliert, ihrem unschuldig in iranischer Haft sitzenden Mann und Familienvater zu helfen.

söw