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Entführte deutsche Familie: Lebenszeichen aus Jemen

Ihr Schicksal schien schon in Vergessenheit zu geraten. Nun gibt es einem Medienbericht zufolge neue Hoffnung im Fall der im Sommer im Jemen verschleppten Familie aus Sachsen. Der Bundesregierung soll ein Video vorliegen, das zeigt: Zumindest die drei Kinder sind am Leben.

Im Fall der Entführung einer fünfköpfigen deutschen Familie im Jemen gibt es nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung neue Hoffnung. Von den drei Kindern gebe es ein Lebenszeichen, schreibt das Blatt. Der Bundesregierung liege ein Video der Entführer vor, das offenbar aus den letzten Wochen stamme. Das Auswärtige Amt wollte diese Informationen weder bestätigen noch dementieren: "Der Krisenstab ist weiter unvermindert um eine Lösung des Falles bemüht", hieß es dort lediglich. Sicherheitskreise bestätigten der Nachrichtenagentur AFP die Echtheit des Videos.

Die Video-Aufnahme zeige, dass zumindest die drei Kinder im Alter von einem, drei und fünf Jahren noch lebten, schreibt "Bild" und zitiert einen hohen Regierungsbeamten: "Die Kinder machen einen erschöpften Eindruck." Über das Schicksal der Eltern herrsche weiter Unklarheit.

Das Geisel-Drama in der Wüste des Nordjemen ereignete sich Mitte Juni: Damals wurden zwei Bibel-Schülerinnen aus Niedersachsen und eine Koreanerin, die gemeinsam mit der Familie entführt worden waren, ermordet. Bei den Entführern handelt es sich vermutlich um Angehörige des Terrornetzwerks al-Kaida. Von dem 36-jährigen Techniker Johannes H. und seiner gleichaltrigen Frau Sabine aus der Umgebung von Dresden sowie ihren Kindern fehlte seitdem jede Spur.

Als Vermittler ist der frühere Außenstaatssekretär Jürgen Chrobog eingeschaltet. Er war im Dezember 2005 mit seiner Familie selbst Opfer einer Geiselnahme im Jemen geworden.

DPA/AFP / DPA