HOME

Entführung in Heidenheim: Auto und Handy von Bankiersfrau entdeckt

Erster Fahndungserfolg im Fall der entführten Bankiersfrau aus Heidenheim: In einem Klosterhof wurde das Auto von Maria Bögerl gefunden. Außerdem ist ihr Handy aufgetaucht.

Bei der Suche nach der entführten Bankiersfrau aus dem schwäbischen Heidenheim gibt es erste Erfolge: Das bislang verschwundene Auto von Maria Bögerl sei rund 20 Kilometer von ihrem Wohnort entfernt entdeckt worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Samstag mit. Zudem hätte die Polizei das Handy der 54-Jährigen gefunden. Von der Frau selbst fehle allerdings weiterhin jede Spur.

Nach Angaben der Ermittler wurde der A-Klasse-Mercedes der Entführten am Freitagabend im Hof des Klosters Neresheim, rund 20 Kilometer von Heidenheim entfernt, von Besuchern erkannt und dann von der Polizei beschlagnahmt. Bereits am Freitagnachmittag fanden Suchtrupps Bögerls Mobiltelefon. Zu dem Auffindeort wollte sich Polizeisprecher Horst Baur aus ermittlungstaktischen Gründen nicht äußern. Das Auto wird den Angaben zufolge kriminaltechnisch untersucht.

Suche mit Wärmebildkamera

Die Suche nach Bögerl wurde derweil am Samstag mit einem Großaufgebot von etwa 400 Beamten und 50 Rettungshunden fortgesetzt, nachdem sie am Freitagabend bei Einbruch der Dunkelheit unterbrochen worden war. Die Ermittlungen konzentrierten sich auf das Benediktiner-Kloster, ein beliebtes lokales Ausflugsziel, und seine Umgebung sowie auf das Gelände nahe der Autobahn. Dort untersuchten Polizeitaucher ein großes Rücklaufbecken und weitere Gewässer. Auch drei Hubschrauber, darunter einer aus Hessen, waren im Einsatz.

Die Polizei rief die Bevölkerung dringend zu Hinweisen auch darüber auf, ob und wenn ja wo das nun gefundene Auto gesehen wurde. Ein Hubschrauber suchte mit einer Wärmebildkamera beidseits der Autobahn 7 zwischen den Anschlussstellen Heidenheim und Aalen-Oberkochen Wald- und Flurstücke ab. Selbst wenn die Entführte nicht mehr am Leben sein sollte, würde ihr Körper mit einer Wärmebildkamera erkannt werden können, erklärte ein Polizeisprecher. Aus der Bevölkerung sind rund 100 Hinweise bei der Polizei eingegangen, die alle geprüft werden.

300.000 Euro Lösegeld gefordert

Die Ehefrau des Vorstandschefs der Kreissparkasse Heidenheim und Mutter zweier Kinder war am Mittwoch aus ihrer Wohnung entführt worden. Auch ihr Auto war seitdem verschwunden gewesen. Bislang letztes Lebenszeichen ist ein Telefongespräch mit ihrem Ehemann. Der Entführer hatte Thomas Bögerl am Mittwoch gegen 11.20 Uhr angerufen und ein Lösegeld in Höhe von über 300.000 Euro gefordert. Er ließ auch die Entführte kurz etwas sagen. Maria Bögerl konnte ihrem Mann nur kurz mitteilen, dass der Täter sie mit dem Tod bedroht habe, wie die Polizei berichtete. Der Bankier deponierte wie vom Täter verlangt, Geld neben der A 7 zwischen den Anschlussstellen Heidenheim und Oberkochen, das jedoch nicht abgeholt wurde. Der Entführer hat sich seither nicht mehr gemeldet, weshalb sich die Familie entschloss, die Polizei einzuschalten.

APN/DPA / DPA