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Totgeprügelte Offenbacher Studentin: Tugce-Prozess beginnt in vier Wochen

Tugce wurde zu Tode gepügelt, weil sie zwei Mädchen geholfen hatte. Das Schicksal der Offenbacher Studentin löste eine Debatte über Zivilcourage aus. Der mutmaßliche Täter steht bald vor Gericht.

Der Fall Tugce hatte eine Debatte über Zivilcourage ausgelöst

Der Fall Tugce hatte eine Debatte über Zivilcourage ausgelöst

Der Prozess wegen der tödlichen Prügelattacke auf die Offenbacher Studentin Tugce Albayrak soll in einem Monat in Darmstadt beginnen. Der erste Verhandlungstag gegen den mutmaßlichen Täter sei für den 24. April geplant, teilte das #link;Landgericht Darmstadt](http://dpaq.de/Dv36Z;Landgericht# am Dienstag mit. Der 18 Jahre alte Sanel M. ist wegen Körperverletzung mit Todesfolge angeklagt. Er sitzt in Untersuchungshaft.

Sanel M. soll die Lehramtsstudentin Mitte November auf dem Parkplatz eines Schnellrestaurants in Offenbach "mit der flachen rechten Hand heftig gegen den Kopf geschlagen haben", heißt es in der Mitteilung des Landgerichts. Sie fiel "ohne jegliche Abwehrreaktion seitlich rückwärts auf den Asphalt und schlug mit dem Kopf auf".

Staatsanwalt: Sanel M. war tödlicher Schlag bewusst

Die junge Frau erlitt schwerste Verletzungen und fiel ins Koma. Knapp zwei Wochen später, an ihrem 23. Geburtstag, wurden die lebenserhaltenden Maschinen für Tugce abgeschaltet. Laut Staatsanwaltschaft soll Sanel M. bewusst gewesen sein, dass ein Schlag wie dieser tödlich sein könnte.

Das Schicksal der jungen Frau hatte großes Aufsehen und internationale Anteilnahme verursacht. Tugce wird von vielen als Heldin verehrt. Sie soll vor der tödlichen Auseinandersetzung zwei Mädchen in dem Restaurant geholfen haben: Die beiden sollen von dem Angeklagten und seinen Begleitern auf der Damentoilette belästigt worden sein.

Zehn Verhandlungstage geplant

Für den Prozess sind zehn Verhandlungstage geplant. Da Sanel M. als Heranwachsender vor Gericht steht, könnte er zu einer Bewährungsstrafe verurteilt werden.

Das Landgericht erwartet ein großes Interesse an dem Verfahren. Es gibt besondere Regelungen. Der Sitzungssaal hat 52 Plätze, 25 davon sind für Medien reserviert.

lie/DPA / DPA