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"Fat Guy Across America" Ein dicker Mann radelt durch die USA - und gewinnt so seine Frau zurück


Eric Hites Frau hatte ihn verlassen, er wog 260 Kilo und war arbeitslos. Dann startete er eine Radtour quer durch die USA, die nicht nur sein Leben veränderte.

Mit 40 Jahren war Eric Hites am Tiefpunkt seines Lebens angekommen: Er war arbeitslos, er lebte wieder bei seinen Eltern, seine Frau hatte ihn verlassen und er wog rund 260 Kilo. Das war im Juli letzten Jahres. Heute ist Hites als "der fette Typ", der mit dem Fahrrad durch Amerika fährt, ein Medienstar geworden.

Vom dicken Arbeitslosen zum Medienstar

Große amerikanische Medien berichten über ihn, darunter die "New York Times". Statt sich selbst zu bemitleiden, hat Hikes nämlich entschieden, etwas zu ändern. Seine Ziele: Gesund werden, abnehmen, ein Buch schreiben und seine Ehe retten. Der Autoren-Teil sollte der einfachste für Hikes sein. Mit "Jeder liebt Ramen-Nudeln" hatte er schon ein Buch veröffentlicht. Um den Rest zu schaffen, nahm er sich Großes vor: Er will mit dem Fahrrad quer durch die USA fahren. Im Frühjahr kaufte er sich das Vehikel, startete einen Blog -"Fat Guy Across America"- und legte los.

Rund 5000 Kilometer will er vom atlantischen bis zum pazifischen Ozean radeln. Bislang ist er schon von Falmouth in Massachusetts bis nach Princeton in New Jersey gekommen - das sind auf direkter Strecke mehr als 500 Kilometer. Über 27.000 Menschen folgen seiner Reise bisher auf Facebook und haben ihn schon mit 12.500 US-Dollar in seiner Crowdfunding-Kampagne unterstützt. 

Seine Frau reist ihm hinterher

Das Wichtigste aber: Hites hat seine Frau zurück. Als sie von seiner verrückten Idee hörte, reiste sie ihm hinterher - und radelte eine Zeit lang mit ihm. Um für ein bisschen Motivation zu sorgen, hat sie eine Bedingungen aufgestellt, sagte sie der "New York Times": Den Nachnamen Hites will sie erst wieder annehmen, wenn ihr Mann die Reise bis zum Ende durchgezogen hat. Aus gesundheitlichen Gründen kann sie mittlerweile nur noch mit dem Auto mitreisen, momentan legt das Paar einen unfreiwilligen Zwischenstopp im Krankenhaus ein, wo sie wegen Herzproblemen behandelt wird.

Online wie offline erfährt Hites viel Unterstützung, auf der Straße wird er von wildfremden Menschen angefeuert. Er bekommt aber auch Kritik zu hören: "Viele Leute verstehen nicht, dass diese Reise nicht nur eine Radtour ist", sagte er der Zeitung. Das Paar guckt sich auch Sehenswürdigkeiten an - und braucht deshalb öfter mal etwas länger. Hites macht außerdem kein Geheimnis daraus, dass er ein paar Zigaretten raucht und ab und zu zu Burger und Pizza greift. Auch davon, dass er sich sogar selbst als "fett" bezeichnet, fühlen sich einige angegriffen. Hites weist das ganz pragmatisch zurück: "Die Leute müssen darüber hinweg kommen: Ich bin fett und ich nenne mich fett."

Von seinem großen Ziel, bis ans andere Endes des Landes zu kommen, will er sich davon nicht abhalten lassen und nutzt seine Popularität, um andere zu motivieren, sich aufzuraffen. In seiner Facebook-Gruppe "Fit with Fat Guy Across America" will er anderen Übergewichtigen helfen, ihr Leben zu ändern.

amü

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