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Finnland: Flughafenmitarbeiter gefeuert, weil er Zeichen gegen Brustkrebs setzte - Kollegen reagieren außergewöhnlich

Ein 22-jähriger Mitarbeiter des Sicherheitspersonals am Flughafen Helsinki Vantaa trägt an seiner Uniform die rosa Schleife - ein Zeichen gegen den Brustkrebs. Dafür wird er von seiner Firma gefeuert. Seine Kollegen solidarisieren sich mit ihm und streiken spontan. 

Ein Sicherheitsbeamter kontrolliert das Gepäck einer Reisenden am Flughafen

Die Sicherheitskontrolle am Flughafen. Von diesem Job wurde Patrik Leppänen gefeuert

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Patrik Leppänen wollte nur ein kleines Zeichen für seine Mutter Tarja setzen. Sie hatte den Brustkrebs besiegt, so wie viele andere Frauen in ihrer Familie. Der 22-jährige Patrik ist also stark betroffen von der Krankheit, an der Millionen Frauen weltweit erkranken. Deshalb steckte er die rosa Schleife an seine Uniform, die er als Sicherheitsmitarbeiter am Flughafen von Helsinki trägt. Doch das kostete ihn den Job, berichtet unter anderem die Zeitung "Ilta-Sanomat".  

Denn die Firma Airpro, bei der Patrik angestellt war, hat strenge Vorschriften, was ihre Arbeitskleidung angeht. Patrik wurde wegen der Schleife an seiner Arbeitskleidung verwarnt. Als er sich dennoch weigerte diese abzunehmen, folgte die Kündigung. Bei Airpro hieß es dazu: "Wir nehmen an vielen wohltätigen Projekten teil. Es hat nichts mit der rosa Schleife zu tun, sondern mit den Vorschriften, was Mitarbeiter an ihre Uniformen anbringen dürfen.", sagt Airpro-Managerin Janne Hattula der Zeitung "Ilta-Sanomat".

Mitarbeiter zeigen sich solidarisch

Die Kündigung blieb allerdings nicht ohne Konsequenzen: Am Montag legten 30 Kollegen von Patrik Leppänen an den Sicherheitskontrollen spontan für mehr als vier Stunden die Arbeit nieder – in Solidarität mit Patrik. Am Nachmittag sorgte der spontane Streik für Verzögerungen an den Sicherheitskontrollen am Flughafen Vantaa, immerhin größter des Landes und Drehkreuz für viele Flüge nach Asien und Europa.

Eine riesige rosa Schleife liegt auf einem Rasen

Stein des Anstoßes: Die rosa Schleife, internationales Zeichen gegen den Brustkrebs

AFP

Das Erstaunliche an der Geschichte ist jedoch, dass viele andere Mitarbeiter am Flughafen rosa Schleifen anlässlich des "Breast Cancer Awareness month" tragen dürfen. So zum Beispiel Mitarbeiter von Finnlands größter Airline Finnar, Finavia – zu der Airpro gehört – und Avarn, die ebenfalls für die Sicherheitskontrollen zuständig sind. Pekka Kähkönen von der Finnish Aviation Union (IAU) sagte dazu: "Die Reaktion des Arbeitgebers ist übertrieben, auch wenn sie einen offiziellen Grund hätten, das Tragen einer rosa Schleife zu verbieten. Es handelt sich um eine einmonatige Kampagne, an der auch der Arbeitgeber teilnimmt, also klingt es zumindest komisch."

Patriks Mutter Tarja ist trotz allem stolz auf ihren Sohn und verweist auf die vielen Fälle von Brustkrebs in ihrer Familie, wie sie der Zeitung "Iltalehti" verrät: "Vielleicht war es das, was Patrik so standhaft machte. Ich bin sehr stolz auf ihn!"

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rw
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