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Schlechtes Wetter: Flüchtlingsstrom nach Griechenland reißt abrupt ab

Das kalte Wetter zeigt offenbar Wirkung: Der schier endlose Zustrom von Flüchtlingen auf den griechischen Inseln ist abrupt abgebrochen. Statt Tausender Asylsuchender pro Tag wagten zuletzt nur rund 150 Menschen den gefährlichen Weg übers Mittelmeer.

Flüchtlinge erreichen im Schlauchboot Lesbos - Ein Junge in Rettungsweste weint in den Armen des Vaters

Ein Bild, das derzeit seltener wird: Flüchtlinge erreichen im Schlauchboot die griechische Insel Lesbos. Offenbar wegen des kalten Wetters ist der Zustrom Asylsuchender abgerissen.

Die Zahl der Flüchtlinge, die von der Türkei aus über das Mittelmeer nach Griechenland kommen, ist stark zurückgegangen. Am vergangenen Sonntag zählte die Internationale Organisation für Migration (IOM) auf den griechischen Inseln lediglich 155 neue Flüchtlinge - am Tag zuvor waren es noch knapp 3000 Menschen gewesen. Als Hauptgrund für den abrupten Rückgang gilt das schlechte Wetter.

In der IOM-Mitteilung heißt es: "Die Abnahme ist signifikant, zumal seit Anfang November IOM-Schätzungen zufolge rund 100.000 Flüchtlinge nach Griechenland übergesetzt haben, also durchschnittlich 4500 Menschen pro Tag." Auch die Zahl der Todesfälle ging zurück. Seit dem 17. November, als die griechische Küstenwache neun Leichen von Flüchtlingen barg, wurden im Mittelmeer keine Opfer mehr verzeichnet.

Lage an Grenze zu Mazedonien weiter angespannt

Dennoch ist die Stimmung an der griechisch-mazedonischen Grenze unverändert angespannt. Mazedonien lässt seit der vergangenen Woche nur mehr Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak und Afghanistan ins Land. Andere Asylsuchende werden an der Grenze pauschal abgewiesen. Das Auffanglager auf der griechischen Seite der Grenze ist nach Angaben der IOM überfüllt.

Am kommenden Sonntag ist ein Sondergipfel der EU-Staats- und Regierungschefs mit der Türkei geplant. Dabei soll ein Aktionsplan für eine verstärkte Zusammenarbeit in der Flüchtlingskrise vereinbart werden.

dho / AFP