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Tödlicher Crash auf A8: Gaffer von Pforzheim filmten Unfallopfer, die Tür des Rettungswagens blieb aber zu

Die Gaffer von der A8 haben sich offenbar doch nicht an der Tür des Rettungswagens vergriffen. Das Deutsche Rote Kreuz bezeichnete die Berichte über dennoch beschämende Verhalten der Schaulustigen am Unfallort ein "großes Missverständnis".

Filmten die Gaffer den Lkw-Fahrer, der diesen völlig zerstörten Sattelzug lenkte?

Filmten die Gaffer von Pforzheim nach dem schweren Lkw-Unfall auf der A8 im Rettungswagen? Das DRK dementierte den erschütternden Bericht der Polizei. 

DPA

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Die aufdringlichen Gaffer, die am Mittwochabend mit ihren Smartphones die Opfer eines schweren Lkw-Unfalls gefilmt und fotografiert haben sollen, sind offenbar doch nicht in den Rettungswagen eingedrungen. Wie Polizei und eine Sprecherin des Kreisverbands des DRK Pforzheim-Enzkreis dem "Focus" bestätigten, sei es im Chaos an der Unfallstelle zu einem Missverständnis gekommen. "Die Rettungsassistentin ist nach 30 Minuten Reanimation völlig erschöpft aus dem Rettungswagen gestiegen", so die DRK-Sprecherin. Danach habe sie gegenüber einem Polizisten in einem Nebensatz gesagt, es fehle nun nur noch, dass die Gaffer in den Rettungswagen steigen. Warum diese Info im ersten Polizeibericht derart zugespitzt wurde, werde derzeit noch geklärt, so eine Polizeisprecherin. "Die Gaffer waren vor Ort und an der Unfallstelle war sehr viel los", sagte sie dem "Focus". 

Deutsches Rotes Kreuz: "Niemand hat die Tür geöffnet"

Eine Sprecherin des DRK-Kreisverbands Pforzheim-Enzkreis hatte die erste Mitteilung der Beamten bereits am Abend des Unfalls dementiert und von einem Missverständnis gesprochen. Die Gaffer seien dem Rettungswagen zwar nahe gekommen. Es habe aber niemand versucht, die Tür des Fahrzeugs zu öffnen. Vielmehr hätten von einer Anhöhe neben der Autobahn aus versucht, einen Blick in den Wagen zu werfen. Die Polizei hatte noch am Morgen zunächst auf ihrer Darstellung des Vorfalls beharrt.

Doch keine Gaffer? DRK vermutet Missverständnis 

Ebenfalls am Unfallabend hatte die Polizei, Zeugen um Mithilfe gebeten, weil die Rettungssanitäter "alle Hände voll zu tun " gehabt hätten und die aufdringlichen Gaffer nicht identifizieren konnten. Noch immer können sich Zeugen unter der Nummer 07231-125810 bei der Polizei Karlsruhe melden, denn die Beamten ermitteln, ob sich die Schaulustigen strafbar gemacht haben.

Bei dem schweren Unfall in Höhe Wurmberg kam der Fahrer eines der beiden beteiligten Lkws ums Leben. Der 59-Jährige starb noch an der Unfallstelle.

Rettungsgasse THW Freising
js / DPA