Gastprofessur Fischer will nach Princeton


Der ehemalige Außenminister Joschka Fischer erwägt eine Gastprofessur an der amerikanischen Elite-Universität Princeton bei New York. Das erfuhr stern.de am Mittwoch aus dem Umfeld des Grünen-Politikers.

Der ehemalige Außenminister Joschka Fischer erwägt eine Gastprofessur an der amerikanischen Elite-Universität Princeton bei New York. Das erfuhr stern.de am Mittwoch aus dem Umfeld des Grünen-Politikers. Fischer hatte zuvor einen Bericht der "Bild"-Zeitung über ein Engagement an der Universität Harvard im US-Bundesstaat Massachusetts dementiert.

"Hauptwohnsitz bleibt Berlin"

Der stern hatte am Dienstag gemeldet, Fischer lägen Anfragen beider Elite-Hochschulen bezüglich einer Gastprofessur in Bereich der internationalen Beziehungen vor. Die "Bild-Zeitung" berichtete am Mittwoch, Fischer werde Gast-Professor in Harvard. "Fischer wandert aus", schlagzeilte das Blatt auf der Titelseite. Am Rande der Fraktions-Klausur der Grünen in Wörlitz wies Fischer diese Behauptung brüsk zurück. "Mein Hauptwohnsitz ist und bleibt Berlin", sagte er laut Nachrichtenagentur AP. "Es gibt weder die Absicht von mir auszuwandern … noch gibt es auch nur Gespräche oder die Idee von Gesprächen mit Harvard, geschweige denn dass irgendetwas entschieden werden konnte, was es nicht gibt." Er drohte mit rechtlichen Schritten. Eine entsprechende Meldung werde "die Anwälte beschäftigen", sagte er.

"Ich denke darüber nach"

In Wörlitz gab Fischer jedoch zu, dass ihm ein Angebot einer anderen US-Universität vorliege, über das er allerdings noch nicht entschieden habe. "Ich denke darüber nach", sagte der Ex-Außenminister. Nun ist klar, dass es sich bei dieser Hochschule um die Universität Princeton in New Jersey handelt. Die dortige "Woodrow Wilson School of Public and International Affairs" etwa gilt als praxisorientierte Kaderschmiede für künftige Spitzenbeamte und Diplomaten aus aller Welt. In Princeton hatte Fischer, der selbst weder Abitur noch Studium vorweisen kann, 2003 einen viel beachteten Vortrag über "Europa und die Zukunft der transatlantischen Beziehungen" gehalten.

"Ich bin Abgeordneter"

Die Grünen haben sich mit dem bevorstehenden Abschied ihres langjährigen Potentaten offenbar abgefunden. "Bei einem wie Joschka würde ich vielleicht sogar mein abgebrochenes Studium beenden wollen", sagte Partei-Chefin Claudia Roth in Wörlitz. Noch ist der Zeitpunkt allerdings unklar, an dem Fischer endgültig aus der aktiven Politik ausscheiden wird. Spekulationen, er werde sein Bundestags-Mandat aufgeben, wies Fischer am Mittwoch ebenfalls zurück. "Ich bin Abgeordneter", sagte er lediglich.

uj, fg


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