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Gefangen am Mont-Blanc-Massiv Dichter Nebel verhindert Rettung zweier Bergsteiger


Bei eisiger Kälte und dichtem Nebel sitzen zwei Bergsteiger seit fünf Tagen am Mont-Blanc-Massiv in den französischen Alpen fest. Bereits fünf Mal haben Rettungsmannschaften versucht, die beiden Alpinisten zu bergen - immer vergebens.

Alptraum im Eis: In 4000 Metern Höhe sitzen zwei französische Bergsteiger seit fünf Tagen im Mont-Blanc-Massiv fest. Wie italienische und französische Medien am Montag übereinstimmend berichteten, halten Schneestürme einen 47-jährigen Bergführer und seine 44-jährige Begleiterin seit vergangenem Mittwoch auf der italienischen Seite des Gebirgsmassivs gefangen. Starker Wind und Nebel ließen bisher alle Rettungsversuche scheitern.

Beide gelten als erfahrene Alpinisten. Um sich vor den Temperaturen von circa minus 10 Grad Celsius zu schützen, gruben sie sich unterhalb der Pointe Walker (4208 Meter) unter einem Felsen ein Schneeloch. Dies hatte der Bergführer zunächst selbst noch der Hochgebirgs-Gendarmerie in Chamonix per Handy erklärt.

Das Handy ist mittlerweile verstummt - die Batterie war am Freitagnachmittag erschöpft, wie französische Medien berichteten. Und die Zeit ist nicht auf ihrer Seite. Alle Rettungsversuche scheiterten bislang am schlechten Wetter, das auch am Montagmorgen französische und italienische Bergrettungsmannschaften am Boden hielt. Selbst eine Seilschaft musste wieder umkehren.

Wegen dichten Nebels und starken Winds kamen auch die Retter von der italienischen Seite nicht weiter als 3500 Meter. "Es war unmöglich. Bei diesen Himalaya-Bedingungen riskiert man am Ende das Leben der Rettungsmannschaften", erklärte der Chef der Bergrettung von Courmayeur, Oscar Taiola. Nach Angaben des französischen TV-Senders BFM ist nun auch an den Einsatz eines leistungsstärkeren zivilen Helikopters gedacht.

Der Bruder des 47-Jährigen - ebenfalls Bergführer - blieb bisher gelassen. "Wenn sie sich in einem gegrabenen Schneeloch befinden, haben sie eine Temperatur von um die null Grad, was selbst einige Tage noch erträglich ist", sagte er der Zeitung "Le Parisien" (Montag). Zudem hätten sein Bruder und seine Begleitung schützende Spezialbekleidung. "Ich habe Vertrauen in die Umsicht meines Bruders, dass sie aus der Situation heil herauskommen", meinte er.

In Italien halten Unwetter das Land seit zwei Wochen fest im Griff und richteten vor allem im Norden Millionen-Schäden an. Mindestens 16 Menschen kamen in Ligurien und der Toskana bei Überschwemmungen ums Leben.

mlr/DPA/AFP DPA

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