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Exklusiv-Interview

Diana Feldmann: Mutter der getöteten 14-Jährigen: "Susanna geriet an einen durch und durch bösen Menschen"

Ihre Tochter wurde vergewaltigt und ermordet, der Täter inzwischen zu lebenslanger Haft verurteilt. Diana Feldmann über die Tage der Angst und den Kampf um die Würde ihres Kindes.


Diana Feldmann, 45, erscheint zum Treffen mit dem stern etwas verspätet in der Kanzlei ihrer Anwältin – sie kommt direkt von ihrem Psychologen. Sie ist schwarz gekleidet und trägt eine Kette mit dem Hologramm ihrer ältesten Tochter, Susanna.

Susanna war 14 Jahre alt, als sie am 23. Mai 2018 von dem irakischen Flüchtling Ali Bashar in Wiesbaden-Erbenheim auf einem Feld vergewaltigt, ermordet und neben den Bahngleisen verscharrt wurde. Bashar floh zusammen mit seiner Familie kurz nach der Tat in den Irak. Er wurde dort festgenommen und vom Chef der Bundespolizei nach Deutschland gebracht, wo ihm seit März der Prozess gemacht wurde.

Angela Merkel erklärte, der Fall sei eine Aufforderung an alle, für gemeinsame Werte einzustehen. Susannas Tod, der internationales Aufsehen erregte, befeuerte die Debatte um die Flüchtlingspolitik und wurde vielfach von rechten, Islam- und fremdenfeindlichen Kräften für deren Zwecke instrumentalisiert.

Diana Feldmann, die Mutter von Susanna

Diana Feldmann kam mit 17 aus Moldawien nach Deutschland. Sie hat Susanna allein großgezogen.

Petra Kaadtmann, die Anwältin von Susannas Mutter, sagt, gerade in dieser aufgeheizten Stimmung war es ihr wichtig, keinen politischen Prozess zu führen. Sondern einen Strafprozess.

Diana Feldmann, die Mutter von Susanna im stern-Gespräch: "Jetzt bricht die Trauer erst wirklich aus"

Frau Feldmann, das Gericht hat den Mörder Ihrer Tochter zu lebenslanger Haft verurteilt, die besondere Schwere der Schuld festgestellt, außerdem droht ihm nach der Haft Sicherungsverwahrung. Es ist nahezu die härteste Sanktion, die das deutsche Recht vorsieht. Welche Bedeutung hat dieses Urteil für Sie?

Diana Feldmann: Es ist ein gerechtes Urteil, und ich bin dankbar, dass der Täter niemandem mehr etwas antun kann. Trotzdem bringt mir das Urteil mein geliebtes Kind nicht zurück.

Richter Jürgen Bonk richtete das Wort an Sie persönlich. Er sagte, Sie trügen keine Verantwortung, obwohl Schuldgefühle Sie quälen, weil Sie Susanna erlaubt hatten, in der Tatnacht auswärts zu schlafen, vermeintlich bei einer Freundin. Nur einer allein sei verantwortlich für die perfide Tat: Ali Bashar.

Diese Geste war für mich sehr erleichternd. Ich glaube, er sprach in diesem Moment nicht nur als Richter, sondern auch als Vater. Vielleicht konnte er sich ungefähr vorstellen, wie groß der Schmerz sein muss, wenn man auf diese Art sein Kind verliert.

Sie waren bis auf die Tatortbegehung an jedem der 17 Verhandlungstage im Gericht. Wie haben Sie das ausgehalten?

Es war natürlich nicht leicht für mich. Aber ich hatte mich gut auf den Prozess vorbereitet und wusste, dass ich ruhig bleiben musste. Ich wusste, wenn ich ausraste, würde ich Bashar vom Täter zum Opfer machen. Das wollte ich auf keinen Fall. Ich stellte mir vor, dass Susanna hinter mir steht und sagt: Mama, bleib ruhig. Bleib stark. Denk an mich. Er ist es nicht wert.

Wie genau bereiteten Sie sich vor?

Meine Anwältin hatte mir Zugang zur Akte gewährt, also zu den Teilen, von denen sie glaubte, dass ich sie ertragen könne. Die habe ich mir mehrmals durchgelesen.

Schauten Sie dem Mörder Ihrer Tochter direkt in die Augen?

Ich suchte bewusst Blickkontakt. Er sollte mich sehen. Aber er wich mir immer aus.

Die psychiatrische Gutachterin beschrieb Ali Bashar als egozentrisch, manipulativ, ohne Mitgefühl. Ihre Diagnose: dissoziale Persönlichkeitsstörung mit starken psychopathischen Zügen.

Ich habe erst mal gegoogelt, was das bedeutet. Es hat mich erschreckt. Aber es liefert keinen Grund, warum meine Tochter sterben musste. Es war eine absolut kaltblütige, teuflische Tat. Bashar wollte eine Jungfrau vergewaltigen und das Opfer zum Schweigen bringen, und er hat sich meine Susanna ausgesucht. Sie war zur falschen Zeit am falschen Ort und geriet an einen durch und durch bösen Menschen.

Warum nahmen Sie die große psychische Belastung, dem Mörder Ihrer Tochter gegenüberzusitzen, überhaupt auf sich?

Ich wollte ihre Würde wiederherstellen und zeigen, dass sie nicht der Mensch war, als den Bashar sie dargestellt hat. Er hat sie als "Schlampe" bezeichnet, das muss man sich mal vorstellen. Eine 14-Jährige, die nie in ihrem Leben einen intimen Kontakt mit einem Jungen hatte, nicht mal einen Kuss.

Wir würden gern etwas mehr über Sie und Ihre Familiengeschichte erfahren. Sie kamen 1991 als jüdische Auswanderer aus Moldawien nach Deutschland.

Meine Eltern, mein Bruder und ich kamen als Kontingentflüchtlinge 1991 nach Deutschland, da war ich 17 Jahre alt. Mein Vater war Musiker, meine Mutter Musiklehrerin. Unsere Eltern hofften auf bessere Bildung und Bedingungen für ihre Kinder. Eigentlich wollten wir nach Israel auswandern, weil wir dort viele Verwandte haben. Aber dann entschied sich mein Vater für Deutschland. Er hatte gelesen, dass man hier wegen der Verbrechen der Nazizeit viel für uns Juden tun würde und uns herzlich willkommen heißen würde.

Wie lebten Sie sich ein?

Als Erstes lernten wir die Sprache. Denn ohne Sprache ist man wie ohne Hände. Ich sprach Russisch, Moldawisch und Englisch, aber kein Deutsch. Nach einigen Monaten zogen wir nach Mainz, wo es eine jüdische Gemeinde gab. Wir bezogen eine Wohnung in einem ehemaligen Flüchtlingsheim mit Blick auf ein Freudenhaus. Aber wir waren dankbar, hier zu sein.

Welche Pläne hatten Sie?

Mein Vater wünschte sich, dass ich Zahntechnikerin oder Augenoptikerin werde. Ich wollte lieber Friseurin werden, aber es stellte sich heraus, dass ich die Chemikalien nicht vertrage. Stattdessen arbeitete ich bis zu Susannas Geburt in der Datenverarbeitung einer Berufsgenossenschaft.

Wo ist für Sie heute Heimat?

In Deutschland. In Moldawien war ich seit 25 Jahren nicht. Susanna war nie dort. Auch sie empfand Deutschland als ihre Heimat.

Erst nach dem Mord wurde bekannt, dass Susanna Jüdin war. Selbst ihre Freunde wussten das nicht. Warum?

Der Glaube spielte für uns keine große Rolle. Ich wollte es nicht groß nach außen tragen, auch aus Vorsicht. Als bekannt wurde, dass Susanna Jüdin war, wurde ihr Mörder im Internet auf sogenannten Hater-Seiten gefeiert. Weil er eine "jüdische Schlampe" umgebracht habe.

Ali Bashar, Mörder der 14-Jährigen Susanna, und Polizisten

Ali Bashar setzte sich nach der Tat mit seiner Familie in den Irak ab. Dort wurde er verhaftet, die Bundespolizei holte ihn zurück nach Deutschland.

Imago Images

Litt Susanna darunter, dass sie ohne Vater aufwuchs?

Nein. Ich habe ihr erklärt, wie es war. Für mich war Susanna ein absolutes Wunschkind. Ich war 29 und frisch verliebt. Als ich schwanger wurde, freute ich mich. Aber der Vater wollte keine Familie mit mir gründen. Wenn jemand Susanna fragte: Wer ist dein Vater, sagte sie: Mein Vater ist türkischer Kurde, aber ich wohne bei meiner Mutter. Meine Eltern sind getrennt.

Also zogen Sie Ihre Tochter allein groß?

Ja. Ich war für sie Mama, Papa und Freundin zugleich. Vielleicht habe ich sie deshalb auch etwas verwöhnt. Wir hatten von Anfang an eine tiefe, vertrauensvolle Beziehung. Bis Susanna acht war, schliefen wir zusammen in einem Bett. Sie war ein absolutes Mamakind. Und hat auch ihre Oma abgöttisch geliebt.

Wie war Ihre Tochter?

Sie war eher ruhig und zurückhaltend. Sie war nur 1,49 Meter groß, ein Püppchen. Aber sie konnte sich auch durchsetzen, wenn sie wollte.

Susanna freundete sich wenige Wochen vor ihrem Tod mit einer neuen Clique in Wiesbaden an. Zu den Stadtchillern, wie sie sich nannten, gehörte der jüngere Bruder von Ali Bashar, Keysi, 14 Jahre alt.

Susanna lernte Keysi und seine Kumpels im McDonald's kennen. Als sie mir von ihren neuen Freunden erzählte, war sie sehr stolz und glücklich. Zu der Zeit litt sie unter dem Mobbing von Mitschülerinnen und einer Lehrerin und schwänzte, wie sich später herausstellte, deshalb die Schule. Über ihre neuen Freunde sagte sie: Mama, die sind so cool und witzig. Als ich fragte, was das für Leute seien, sagte sie: Einige von ihnen sind Flüchtlinge.

Hatten Sie Vorbehalte?

Nicht aufgrund ihrer Herkunft. Ich hatte meiner Tochter beigebracht, dass man Menschen nicht wegen ihrer Herkunft verurteilen soll. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie es ist, sich in ein neues Land einzuleben. Aber ich sagte zu ihr: Susanna, Flüchtlinge haben teilweise schlimme Dinge gesehen. Sie sind nicht wie du in Sicherheit aufgewachsen, sondern haben Krieg erlebt und sind vielleicht traumatisiert. Das musst du immer bedenken.

Was faszinierte sie an dieser Clique?

Susanna sagte, dass sie sich mit ihnen wohlfühle, dass ihre Freunde sie beschützten, wenn Ältere die Mädchen anbaggerten. Finger weg, das sind unsere Mädchen. Das war auch dieses Besitzdenken.

Wann musste sie abends zu Hause sein?

Spätestens um zehn, weil sie als Einzige von Wiesbaden nach Mainz musste. Sie hatte den längsten Weg.

Susanna war verliebt in Keysi. Hatte sie Ihnen davon erzählt?

Ja. Er war ihre erste Liebe. Susanna fand ihn ganz toll. Aber sie litt darunter, dass er eine Freundin hatte. Als er erfuhr, dass Susanna in ihn verliebt war, sagte er nur: Sie ist für mich wie eine Schwester. Aber wie das so ist mit unglücklicher Liebe: Sie wollte weiterhin unbedingt in Keysis Nähe sein.

Susanna ritzte sich – seinetwegen?

Ich glaube, sie wollte damit Keysis Aufmerksamkeit gewinnen. Ihr Kinderarzt sagte, sie mache auf ihn nicht den Eindruck, suizidgefährdet zu sein. Ich habe für den 23. Mai weitere Termine mit dem Kinderarzt und dem Jugendamt abgemacht.

Susanna hatte zuvor einige Male die Schule geschwänzt. Hatten Sie das Gefühl, sie entgleitet Ihnen?

Nein, sie hat mir ja weiter von sich erzählt. Nur das Schwänzen verschwieg sie mir. Als es aufflog, sagte sie mir, dass sie sich in der Schule unwohl fühle. Sie hatte Probleme mit zwei Mädchen, und eine Lehrerin hatte sie Dracula genannt. Mit der Schulleitung war abgemacht, dass Susanna nach den Sommerferien die Schule wechselt.

Wann haben Sie Keysi kennengelernt?

Ich kannte ihn zunächst nur von Handyfotos, die sie mir zeigte. Susanna fand ihn bildhübsch. Für mich war er nichts Besonderes. Im Nachhinein habe ich erfahren, dass Keysi sie ausgenutzt hat. Er sagte, klau deiner Mutter Geld, aber das hat sie nie gemacht. Sie hatte aber mit Sicherheit auch Geheimnisse vor mir, zum Beispiel, dass Ali Bashar sie bereits Anfang Mai angefasst hatte. Das wusste ich nicht.

Erzählte sie Ihnen auch von Ali Bashar?

Sie hat nur erwähnt, dass sich ein Bruder von Keysi in sie verliebt habe. Sie sagte: "Was soll ich mit dem? Der ist ein hässlicher alter Sack." Ali war ja schon 21. Jeder über 15 war für Susanna ein Opa.

Dann kam der 22. Mai.

Wir waren an dem Tag gemeinsam einkaufen und haben ihr neue Anziehsachen gekauft. Danach fuhr sie nach Wiesbaden. Abends hat sie um kurz vor zehn angerufen und gesagt: "Ich verspäte mich um zehn Minuten." Sie wollte noch bleiben, wegen Keysi. Zehn Minuten später rief sie wieder an und fragte, ob sie bei einer Freundin übernachten könne. Ich wollte nicht, dass sie so spät allein unterwegs ist, nach Mainz hätte es um diese Zeit mehr als eine Stunde gedauert. Man weiß schließlich nie, wem man begegnet. Wenn ich das doch vorher gewusst hätte! Ich sagte also: Schlaf bei deiner Freundin. Aber denk an die Termine morgen beim Kinderarzt und Jugendamt. Sie versprach, dass sie um halb sieben zurück ist. Das war das letzte Mal, dass ich sie gehört habe.

Susanna tauchte am nächsten Morgen nicht auf.

Ich habe ihr geschrieben und gefragt, wo sie sei. Es kam eine abrupte Antwort: "17 Uhr." Ich schrieb, unser erster Termin ist doch um 16 Uhr. "Dann 13 Uhr." Das war nicht ihre Art zu schreiben. Ich war alarmiert und fragte: Wo bist du? Komm nach Hause. Die Antwort lautete: "Ich bin gerade mit meinem Freund Armando spazieren. Mein Akku hat 1 Prozent." Ich fragte, welcher Armando? Was erzählst du mir da? So schrieb Susanna nicht.

So schrieb ihr Mörder.

Ja. Wie sich später herausstellte, hatte er ihr in der Tatnacht das Handy abgenommen und sie gezwungen, ihm den Pin-Code zu nennen. Als die Nachricht kam, sie sei auf dem Weg nach Paris und erst in zwei Wochen zurück, wusste ich: Da ist was passiert. Später war ihr Handy aus. Ich erstattete Vermisstenanzeige.

Ein Foto von Susanna

Susanna wurde 14 Jahre alt

In der Tatnacht hatte Susanna Ihnen geschrieben, dass sie bei einer Freundin schläft. Stattdessen war sie mit Keysi und seinem Bruder Ali unterwegs, später war sie mit Ali allein bei einem Bekannten in einer Flüchtlingsunterkunft. Gegen ein Uhr früh schrieb sie einer Freundin, sie habe Angst. Wieso rief Susanna Sie nicht an in dieser Nacht? Oder die Polizei?

Ich kann mir das nur so erklären, dass sie das nicht machte, weil sie mich ja angelogen hatte. Und zudem glaube ich, dass sie nicht überblickte, in welcher Gefahr sie schwebte. Sie hoffte wohl die ganze Zeit, Keysi, der von seiner Mutter nach Hause gerufen worden war, käme wieder zurück.

Aber Keysi kam nicht zurück. Stattdessen blieb Susanna zunächst mit Ali Bashar und seinem Kumpel in dessen Flüchtlingsunterkunft. Die Männer sollen Wodka getrunken haben. Irgendwann muss Susanna Angst bekommen und den Hilferuf an eine Freundin geschickt haben.

Ali und Susanna verließen dann gegen ein Uhr die Unterkunft, möglicherweise habe Bashar sie mit dem Messer bedroht, so das Gericht. Für das, was danach geschah, gibt es nur einen Zeugen: den Mörder selbst. Laut Ali Bashar seien er und Susanna in ein Feld an den Bahngleisen gegangen und hätten – so behauptete Bashar – einvernehmlichen Sex gehabt. Das Gericht hielt dies für widerlegt, Susanna sei in diesem Gelände, weitab von jeder Wohnsiedlung, dem körperlich überlegenen Mann hoffnungslos ausgeliefert gewesen, "das Kind musste sich dem ohnmächtig fügen". Bashar habe die verängstigte Susanna vergewaltigt. Er nahm ihr das Smartphone ab und zwang sie zur Herausgabe des Pin-Codes. Danach fiel er sie von hinten an und würgte sie, bis sie sich nicht mehr bewegte.

Als Susanna verschwunden war, suchten Sie auf eigene Faust nach ihr.

Ja. Weil die Polizei erst mal nichts tat, ging ich zusammen mit meinem Lebensgefährten selbst los. Wir fragten in der Innenstadt, im Flüchtlingsheim. Ich zeigte Leuten Fotos von Susanna. Mein Gefühl hat mir von Anfang an gesagt, dass etwas passiert ist. Diese Nachricht, sie sei mit ihrem Freund nach Paris. Ohne Gepäck, ohne Geld, ohne Pass, das machte keinen Sinn. Dann gab es Gerüchte unter den Jugendlichen, sie habe Streit gehabt mit einem Mann, sie sei entführt worden. Freunde führten mich zur Familie Bashar. Als ich ihnen erzählte, dass ich meine Tochter suchte, sagten sie nur: "Allah nichts wissen!" Im Nachhinein ist klar, dass sie zu diesem Zeitpunkt schon wussten, dass ihr Sohn meine Tochter getötet hatte. Ich frage mich bis heute, wie das möglich ist. Dass eine Mutter von neun Kindern eine andere verzweifelte Mutter so anlügt.

Es hatte sich unter Susannas Freunden offenbar herumgesprochen, dass etwas vorgefallen ist – weil Bashar womöglich Helfer hatte, als er Susanna verscharrte.

Schon am nächsten Tag hat Keysis Freundin einem anderen Mädchen geschrieben: Susanna ist tot, es war der Bruder meines Freundes, er hat sie vergewaltigt. Einige wussten schon alles.

Wie kann das sein? Jemand bringt ein Mädchen um, innerhalb der Clique ist das bekannt, und keiner der Teenager sagt den Eltern oder der Polizei etwas?

Angeblich hatten sie alle Angst vor Ali. Es soll Drohungen gegeben haben: Wenn einer was sagt, könne ihnen dasselbe wie Susanna passieren.

Wie ging es dann weiter?

Wir haben jeden Tag Plätze abgeklappert, wo sich die Stadtchiller aufhielten. McDonald's, Burger King. Irgendwann haben sich 30 Jugendliche um uns versammelt, einige haben mit mir geweint. Sie versprachen: Wir suchen sie. Dabei wussten manche schon, dass sie gar nicht mehr lebt.

Bizarr wirkt auch das Verhalten von Susannas Freundinnen. Am Tag nach dem Mord wollten sie sich unbedingt den Tatort zeigen lassen. Aus Sensationsgier?

Ich vermute, die Mädchen konnten es einfach nicht glauben.

Eine Freundin überbrachte Ihnen die Todesnachricht, noch bevor die Polizei etwas wusste.

Ja, ein Mädchen rief mich am 29. Mai an. Sie habe einen anonymen Anruf bekommen, dass Susanna in Erbenheim an den Bahngleisen begraben liege.

Warum tat sie das?

Wohl aus Mitleid, damit wir nicht weiter suchen. Wir sind sofort zur Polizei, aber da hieß es, wir haben heute Nacht keine Leute, erst morgen. Am Tag darauf hat dann die Wiesbadener Polizei den Fall übernommen. Und am 6. Juni schließlich Susannas Leiche gefunden.

Sie haben die Ermittlungen der Polizei kritisiert. Warum?

Ich drängte darauf, Susannas Handy orten zu lassen. Eine Kommissarin behauptete, das gehe nur mit richterlichem Beschluss, was aber nicht stimmte. Man hätte Susanna zwar nicht mehr retten können, aber es hätte nicht 14 Tage gedauert, sie zu finden. Ich hätte mich vielleicht noch von ihr verabschieden können.(Sie weint.) Ich musste mich an einem geschlossenen Sarg verabschieden. Man riet mir davon ab, sie noch einmal anzuschauen.

Bashar hatte die Jüngeren offenbar gut im Griff. Warum hat er sich dennoch am 2. Juni 2018 mit seiner Familie in den Irak abgesetzt?

Ich hatte Susanna geschrieben, die Polizei sucht dich überall. Das konnte er lesen, er hatte ja ihr Handy. Ich denke, er fürchtete, bald aufzufliegen, und haute deshalb ab.

Susannas Tod wurde zum Politikum. Die Bundeskanzlerin hatte sich aus Kanada dazu geäußert …

 … es sei ein abscheuliches Verbrechen.

Sie schrieben ihr später einen offenen Brief auf Facebook. Darin hieß es: Frau Merkel, an Ihren Händen klebt Blut. Bekamen Sie darauf eine Reaktion?

Nein. Aber der Bundespräsident schrieb, dass ich mich jederzeit an ihn wenden könne, wenn ich Hilfe brauchte. Es gab auch Unterstützung vom Mainzer Oberbürgermeister, vom Landtag, von der Landesregierung. Es gab sehr viele Menschen, die uns moralisch unterstützt haben.

Diana Feldmann, die Mutter von Susanna

Diana Feldmann kam mit 17 aus Moldawien nach Deutschland. Sie hat Susanna allein großgezogen.

Ein AfD-Abgeordneter begann für Susanna eine Schweigeminute im Bundestag, was von Vizepräsidentin Claudia Roth unterbunden wurde.

Mich hat das sehr aufgeregt. Unabhängig von der Partei – kein anderer kam auf die Idee, für ein unschuldiges Kind eine Schweigeminute zu halten. Es wäre einfach menschlich gewesen.

Die Grüne Claudia Roth leitete die Sitzung, sie erklärte, die Fraktionen könnten nur gemeinsam eine Schweigeminute vereinbaren, was die AfD gar nicht erst versucht hatte. Sie fürchtete, das Verbrechen solle instrumentalisiert werden.

Ich habe mich nie groß für Politik interessiert und möchte nicht, dass der Mord an meiner Tochter für politische Zwecke benutzt wird. Klar habe ich, nachdem das passiert ist, Flüchtlinge eines bestimmten Alters mit anderen Augen gesehen. Die Tat hat mich kritischer gemacht. Wir kamen auch als Flüchtlinge nach Deutschland, mit einer eher westlichen Einstellung. Wir wollten hier etwas erreichen. Ich frage mich schon: Warum ist das bei denen nicht so? Familie Bashar ist 2015 nicht vor Krieg und Elend geflüchtet. Ali Bashar handelte mit Drogen, statt sich einen Job zu suchen. Es ist leider so, dass auch junge Männer kommen, die sich nur ein schönes Leben wünschen. Ich habe diesen Brief an Frau Merkel geschrieben, damit die Leute wach werden. Ich habe nie behauptet, dass alle Flüchtlinge Mörder oder Diebe sind. Viele kommen wirklich, weil sie vor dem Krieg flüchten. Deutschland ist eins der reichsten Länder. Natürlich muss man helfen. Aber nicht unkontrolliert wie 2015.

In welchem Geist erziehen Sie Giuliana?

Sie ist knapp sechs Jahre alt. Sie sagt, wenn ich 14 bin, gehe ich nur mit Mama raus, damit mir nie so was passiert. Sie wird ihre Meinung sicher noch ändern. Aber gestern sah sie Bilder von Ali Bashar, da hat sie in die Faust gespuckt und gesagt, du Arschloch hast meine Schwester umgebracht! Sie will wissen, wie und wo es passiert ist. Ich kann ihr das nicht sagen, sie ist noch zu klein. Sie hat eh schon mehr gehört, als sie sollte.

Auf Instagram schrieben Sie, ich vermisse Susanna, ich vermisse mich, mein altes Ich.

Der Schmerz nimmt mir die Luft zum Atmen. Es gibt Momente, in denen ich wieder lache, aber mit schlechtem Gewissen, denn es gibt keinen Grund zu lachen. Der Kleinen zuliebe lege ich meine Trauer manchmal in die Schublade. Ich muss für sie eine normale Mama sein.

Was bedeutet es für Sie, dass der Prozess zu Ende ist?

Ich glaube, jetzt bricht die Trauer erst wirklich aus. Der Prozess hat mich beschäftigt und mir Halt gegeben, obwohl er mich emotional auch immer wieder zurückgeworfen hat, immer wieder hören zu müssen, wie es passiert ist. Jetzt muss ich anfangen zu realisieren, dass es endgültig ist.

Fotos: Felix Schmitt
CO2-Paket2019
Habe mir gerade mal die heutige Koalitionsregelung durchgelesen. GAS soll angeblich bepreist werden, wie Flüssig- & Feststoff-Energien. Frage A: ERD-GAS soll laut früheren Aussagen KEIN bzw. KAUM "Abgase" erzeugen. Erdgas-Auto-Anlagen-Werbe-Slogan: "unser Abgas ist reines Wasser" Frage B: Wir haben Fernwärme (angeblich zu 100% aus RUSSEN-ERD-GAS) ZUDEM sind "unsere" Genossenschafts-Wohnbauten (angeblicher "Neubau" in 1989/90/91 (Erstbezug-Timeline 1991 bis 1992) und voll nach WEST-Standard gedämmt und entsprechend baurechtlich von Westbehörden abgenommen worden. Die Balkondämmungs-VOB-Baugewähr lief bspw. in "unserem" Block in 2006 ab. Die Anzahl der Blocks "unserer" Wohn-Genossenschaft beträgt rund 10 Blocks, die "zusammen in den NK abgerechnet werden" (und auf die m2 der Einzelnen Wohnungen "anteilmäßig umgelegt" werden). FAKTUM: Die jährlichen Heizkosten-VERBRÄUCHE liegen "bei uns" rund 50% niedriger als bei der Landeseigenen-Wohngesellschaft., auf der gegenüber liegenden Straßenseite. Diese haben zur Außen-Sanierung nur "dick Farbe" auf die "dünn verputzten" Kieselstein-Fertigplattenbauten (aus gleicher Bauzeit) aufgetragen. Die Heizkostenstatistik stammt von den Grundsicherungsämtern, die die Miet- & NK von "Bedürftigen" ersatzweise übernehmen. Die Landes-Wohnbaugesellschaften gelten als Treiber der Miet- & NK. Hiermit wurde der Mietspiegel (laut Zahlen der BBU) "preistreibend beeinflusst". FRAGE C: Diese "neue Preistreiberei" NUN, mit der CO2-Bepreisung ab 2019 sowie die "Sanierung der früheren Minmal-Sanierung" wird auch "unseren Mietspiegel" drastisch weiter manipulieren, obwohl es 1. bei "uns" gar keinen "frischen" Handlungsbedarf gibt ! (vollsaniert, GAS-Fernwärme) 2. wir auch den Anbieter NICHT wechseln können, weil der wir Ferngas-Heizung-bestimmt sind, durch Baurecht. 3. weil die Landes-Wohnbausgesellschaft, das, was im eigentlichen Sinn KEINE Sanierung darstellt, als solche definiert (und auf den deren Mietpreis umlegt) ... (Unsinnsbeispiel): so schaffen die gerade die Müllschächte ab und kassieren dafür einen "WohnWerte-Aufschlag" bei den NK, der den Mietspiegel fürden gesamten Nahbereich anhebt. ... (Sanierungs-spielchen): ein Bekannter von mir musste, weil lediglich seine Block-Außenwände "bunt saniert" wurden, 400 Euro (Erstbezug nach Sanierung) für die selbe Wohnung monatlich mehr bezahlen. Er widersprach der Mieterhöhung und es ging vor Gericht. Das Gericht folgt der Landes-Wohnbaugesellschaft und deren Argument, der Bekannte würde schließlich "massiv Enegie einsparen" !!! .... das traf natürlich bis heute (5 Jahre später) niemals zu. Neben den Mietzusatzkosten (KM) sowie den Heizkostensteigerungen (NK) - bei gleichem, extrem hohen Verbrauch - wurde er doppelt bestraft. ... und der Mietspiegel sagt, der "graue" Ghetto-Bezirk sei nun ein "buter und gut sanierter" Luxus-Wohnbestandsbereich ! FRAGE D: demnach macht es auf KEINEN Sinn mehr, ERD-GAS-Taxen & -Busse einzusetzen, nur Wasserstoff- oder E-KFZ ????? SCHLUSSFRAGE: was passiert, wenn diese hohen NEUKOSTEN für die Verbraucher, durch die CO2-Bepreisung wieder einmal ein TEURER NULLEFFEKT -- ohne unabhängige Kontrolle und ohne Strafbewehrung wird ?? Ein 50 Milliarden-Märchen ... das bereits in Stufe 1 (bis 2022) scheitert ?? Vermutlich werden wieder die PRIVATEN Wohnanbieter und PRIVAT-Organisierten Wohn-Genossenschaften die LOOSER sein. Sowie die Verbraucher als Ganzes.
Ich bin Freiberufler und werde diskreditiert!
Ich habe als Freiberufler für eine Firma gearbeitet wo bis zur letzten Minute alles super in Ordnung war. Der nächste Auftrag stand für einen Sonntag und der wurde mir ohne Begründung entzogen ohne Angaben von Gründe und das zwölf Stunden vor Antritt. Nun gut Gespräch mit der Leitung hat ergeben das eine leitende Person ein Statement abgeben hat über die Verkaufs Menge bzw Umsatz. Damit muss ich leben an diesem Tag war nicht los. Habe mich dann bei einer anderen Promotion Agentur beworben und heute ein Gespräch gehabt mit Vorführung meiner Kenntnisse. Bei dieser Präsentation wurde die mir zur Seite gestellte BC während dem Gespräch informiert von Mitarbeitern der anderen Agentur das ich nicht zu gebrauchen wäre und sogar sehr unfreundlich meinen Job verrichten. Aus diesem Grund bin ich dann nicht genommen worden. Als ich Zuhause war habe ich die alte Agentur zur Rede gestellt was das für eine Vorgehensweise wäre dort wurde ich von der Leitung mehr oder weniger kalt gestellt mit den Worten das wäre in der Branche normal man könnte nicht dulden mich dort im Store arbeiten zu lassen das wäre nicht gut für die eigene Mannschaft. Also folgender Problem ergibt sich nun. Da ich in Düsseldorf zuhause bin und dort auch meine Tätigkeit ausübe werde ich in allen Stores nun keine Aufträge mehr erhalten wenn es dieser Agentur gestattet ist ohne ein klärendes Gespräch meinen Ruf zu beschädigen. Bitte um Hilfe da meine LebensGrundlage mir gerade dadurch entzogen wird. Ich glaube es hat etwas damit zutun das ich homosexuelle bin und einer Dame das nicht passt.

Von:

und Ingrid Eißele