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"Irreparabler Vorgang": Eva Hermans wirre Thesen zur Flüchtlingskrise

Immer wieder sorgt Ex-Tagesschau-Moderatorin Eva Herman mit umstrittenen Aussagen für Aufsehen. Diesmal versucht sie, in einem so rassistischen wie verschwörerischen Text die Flüchtlingskrise zu erläutern.

Eva Herman schreibt fragwürdigen Text zur Flüchtlingskrise

Auf acht Seiten tritt Moderatorin Eva Herman ihre teils hetzerischen, kuriosen und fragwürdigen Gedanken zur Flüchtlingskrise breit

Die ehemalige Tagesschau-Moderatorin Eva Herman hat einen Aufsatz über die aktuelle Flüchtlingskrise und die ihrer Meinung nach damit einhergehende Abschaffung christlicher Traditionen geschrieben. Auf acht Seiten versucht sie einen angeblichen großen, übergeordneten Plan hinter den Migrationsströmen auszumachen. Neben allerlei Verschwörungstheorien bringt sie in dem fragwürdigen Text auf den Webseiten des Instituts für Wirtschaftsforschung und Gesellschaftspolitik, in dessen wissenschaftlichem Beirat sie sitzt, vor allem eines zum Ausdruck: Ihre Angst, dass unser Land durch die vielen Migranten zerstört werde.

Es sind teils verwirrende Thesen, allen voran jene, dass Deutschland mittlerweile "ein zum Kriegsgebiet erklärtes Land" sei, "welches nun von unzähligen Asylsuchenden, Stück für Stück, eingenommen wird. (…) Unsere alte Kraft, unsere christliche Kultur, Glaube und Tradition, werden zerstört." Einen "irreparablen Vorgang" nennt Herman das. Viele der Migranten kämen "nicht in friedlicher, hilfesuchender Verfassung, sondern sie sind laut, streitsüchtig, verprügeln sich gegenseitig, spucken Einheimische an, und sie fordern ein besseres Leben." Es sei eine "fremde Energie", die Deutschland und Europa geradezu "flute". Für "normal denkende Leute", zu denen sich Eva Herman selbst zählt, sei das "immer wieder unerklärlich".

"Die alte Ordnung bricht auseinander"

Dass wir mittlerweile im Krieg leben, würden wir nicht merken, weil es nicht offensichtlich sei. Es explodierten keine Bomben, "der Sprengstoff kommt auf andere Weise daher, nämlich in Form fremdländischer Menschen, die (…), wie auf Knopfdruck organisiert, plötzlich massenhaft hierzulande einzubrechen begannen." Es ist für sie unverständlich, warum diese Menschen ein Recht auf "Geld, Wohnraum, Zuwendung, mediale und politische Anerkennung" haben. Denn all diese Rechte hätten für die einheimische, bedürftige Bevölkerung jahrzehntelang nicht existiert.

Der Aufsatz wäre nicht komplett, würde die Autorin von "Das Eva-Prinzip" nicht auch noch ein paar Fetzen über ihr Verständnis der Rollen von Mann und Frau einfließen lassen. Feminismus und Gender-Mainstreaming hätten uns jahrelang den "natürlichen Kinderwunsch aus- und die Seligmachung durch Karriere eingeredet." Politiker wie Medien hätten gezielt falsche Informationen verbreitet, etwa "dass die zunehmenden Migrantenwanderungen eine Bereicherung seien." Da Deutschland die niedrigste Geburtenrate der Welt habe und die Bevölkerung in Afrika stark wachse macht Herman sich Sorgen um die Sicherheit in unserem Land: "Unsere herkömmlichen Lebensstrukturen werden jetzt vernichtet, die alte Ordnung bricht auseinander."

Die engagierte Bürgerin Eva Herman

Der Text ist unter dem Titel "Flüchtlings-Chaos: Ein merkwürdiger Plan" auf der Webseite der "Wissensmanufaktur" erschienen, einem laut eigenen Angaben "unabhängigen Institut für Wirtschaftsforschung und Gesellschaftspolitik", das mit Aufsätzen und Vorträgen "Alternativen zur ,Alternativlosigkeit' der Politik“ erarbeite. Immer wieder wird Eva Herman als Podiumsgast bei Veranstaltungen der Organisation eingeladen. 

Umstrittene Äußerungen der Moderatorin zu NS-Familienpolitik führten 2007 zur Auflösung des Vertrages der ehemals beliebtesten Moderatorin Deutschlands 2007 mit dem NDR. Immer wieder sorgte sie mit rechtsgerichteten Aussagen für öffentlichen Unmut. Im aktuellen Text prangert sie an, dass all jene, die so wie sie zu den Einwanderungsgegnern zählen, als Nazis oder Rechtsradikale diffamiert würden. Engagierten Bürgern wie Herman, die nachfragen und widersprechen möchten, werde durch von Medien verbreitete "Sprachregelungen" der Mund verboten.

Verschwörungstheorien statt Ursachenforschung

Neben all den hetzerischen Parolen und Unterstellungen sucht Herman nach den verborgenen Ursachen für die Flüchtlingskrise. Und findet sie in Verschwörungstheorien. Sie vermutet, dass hinter den großen Migrationsströmen ein globaler Plan stecke, den wir alle noch nicht durchschaut hätten. Ein bisschen habe da Europa seine Finger im Spiel: "Schon der gleichmachende Euro, Glanzstück des Brüsseler Marionettentheaters, diente als Vorbereitungs-Instrument, um die lebendigen Unterschiede der zum Teil uralten Kulturen zu vernichten." Aber auch die USA haben Anteil an dieser großen Täuschung der Bürger in unserem Land. So bezeichnet Herman die Anschläge vom 11. September 2001 als einen "tödlichen Trick" durch den "man" - wer das sein soll bleibt ihr Geheimnis - den "terroristischen, islamischen Feind erschuf, dessen Ziel die Vernichtung der westlichen Welt sein soll".

jho
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