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Proteste in der Innenstadt: "Von diesen Männern wollen wir nicht beschützt werden" - Freiburg, die AfD-Demo und der Blick auf die Vergewaltigung

Acht Männer sitzen wegen einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung in Freiburg Untersuchungshaft. Mehr als 2000 Menschen haben am Montagabend demonstriert, auf entgegengesetzten Seiten.

Von Isabel Stettin, Freiburg

Ein Waldstück in Freiburg

Die einen haben Angst, ihren Namen zu nennen, weil sie die Antifa fürchten. Die anderen, wollen anonym bleiben, weil ihnen "beim aggressiven Auftreten der AfD-Demonstranten mulmig" wird. Auf der einen Seite brüllen sie: "Ganz Freiburg liebt die AfD." Von der anderen Seite: "Ganz Freiburg hasst die AfD."   

Stefan Räpple, Landtagsabgeordneter der AfD schart kurz vor Beginn der Demo, zu der er aufgerufen hat, eine Gruppe Männer um sich. Sie versammeln sich am Martinstor in der Altstadt, er verteilt Ordner-Binden. "Unser Land braucht uns jetzt", sagt Räpple. "Dies ist kein Trauermarsch", sagt er. Es gehe um ein Zeichen gegen die "verfehlte Einwanderungspolitik." Seit Jahren warne seine Partei davor." Es ist schon so viel passiert, wo soll das noch hinführen?", sagt er in die Kameras.

Freiburg-Demo: Hass ist spürbar - auf beiden Seiten

Knapp 500 Teilnehmer schließen sich seinem Zug an, der durch einen abgeriegelten Teil der Innenstadt führt. Immer wieder leitet die Polizei sie um, weil Gegendemonstranten die Wege blockieren. Das Motto: "Mein Entsetzen ist keine Rechtfertigung für euren Hass." Auch sie wollen ein Zeichen setzen: gegen das politische Instrumentalisieren von schweren Straftaten und gegen sexualisierte Gewalt – unabhängig von der Herkunft der Täter. Es sind dreimal so viele: Antifa-Anhänger mit Flaggen und "Kein Mensch ist illegal"-Shirts, Studierende, junge Frauen. Die Polizei müht sich, beide Lager strikt zu trennen. Dennoch kommt es zu Auseinandersetzungen.

Der Hass ist spürbar, auf beiden Seiten. Der Zug um Räpple, angeführt von Mitgliedern der Jungen Alternativen mit ihrem Banner "Grenzen schützen – Leben retten" schiebt sich durch die regennasse Innenstadt, vorbei an der leuchtenden "Säule der Toleranz" am Augustinerplatz, an Kneipen und Wohnhäusern. Auf dem Gehweg stehen Menschen, "Nazischweine", "Verpisst euch aus Freiburg", rufen sie. "Eure Kinder werden so wie wir!", singen die Demonstranten der AfD zurück.

"Ich habe Angst um meine Kinder"

Doch nicht alle werden laut an diesem Abend. Melanie Brümmer, Hausfrau, Mutter von fünf Kindern, lebt seit zwanzig Jahren in Freiburg. Sie läuft im Pulk hinter dem AfD-Mann mit, ohne Parolen zu rufen. Seit dreißig Jahren habe sie keine Demo mehr besucht, sagt sie. Sie protestiere, weil sie nicht wisse, was sie sonst tun könne, weil sie sich nicht mehr wohlfühle in der Stadt. "Ich habe Angst um meine Kinder", sagt sie. Sie ist 46 Jahre alt, ihre Kinder noch Teenager. "Irgendwas muss sich doch ändern, damit wir uns wieder sicherer fühlen können."

Seit dem Mord an der Studentin Maria L. im Oktober 2016 laufe sie nachts nicht mehr allein in die Stadt, erzählt Melanie Brümmer, sondern lasse sich von ihrem Mann begleiten. Wenige Wochen später dann der Mord an Carolin G. im nahe gelegenen Endingen. Beide Täter wurden inzwischen verurteilt. Die Angst verblasste. Doch nun der Überfall auf eine 18-Jährige vor gut zwei Wochen. Acht Verdächtige im Alter von 19 bis 29 Jahren sitzen in U-Haft. Sechs davon sind Syrer, einer Iraker, einer besitzt die deutsche Staatsangehörigkeit. Möglicherweise waren noch mehr Männer an der Tat beteiligt. Was viele nicht verstehen: Gegen einen Verdächtigen habe bereits ein Haftbefehl wegen eines anderen Deliktes bestanden, wie das Innenministerium in Stuttgart bestätigte. Dieser war aus ermittlungstaktischen Gründen noch nicht vollstreckt worden.

"Freiburg ist nicht Chemnitz", steht auf einigen Plakaten. Es wirkt wie ein Appell zur Mäßigung und Vernunft. "Nicht Ausländer, sondern Arschlöcher belästigen Frauen", steht auf einem Schild, das zwei Studentinnen halten. Sie stehen still auf der Straße, inmitten der anderen Demonstranten. An ihnen vorbei ziehen Männer versteckt unter Regenschirmen, mit Trillerpfeifen und Megaphon. "Multikulti Endstation", rufen ein paar von ihnen. "Widerstand!"

Stefan Räpple, AfD-Landtagsabgeordneter in Baden-Württemberg

Stefan Räpple, AfD-Landtagsabgeordneter in Baden-Württemberg, hat nach einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung in Freiburg zu einer Demo aufgerufen - es kommen 500 Sympathisanten und 1500 Gegendemonstranten

DPA

Gegen die AfD-Demo: "Unser Feminismus ist nicht rassistisch"

Der Fall werde instrumentalisiert, um Stimmung zu machen, nicht nur gegen die Angreifer, sondern pauschal gegen alle Migranten. Und um Frauen einzuschüchtern. "Natürlich entsetzt auch mich die Tat", sagt eine der beiden jungen Frauen. Sie ist 21 Jahre alt und erst vor einem Jahr zum Studium nach Freiburg gezogen. "Ich will mir nicht meine Freiheit nehmen lassen." Sexuelle Gewalt ist aus ihrer Sicht keine Frage der Nationalität.

"Unser Feminismus ist nicht rassistisch, unser Feminismus bleibt antifaschistisch!", ist an diesem Abend von vielen Frauen zu hören. Sie sprechen von Tätern, für die es keine Schublade gebe, "all die weißen, älteren Männern." Sie wollen damit nicht verharmlosen. Doch viele der Frauen, die auf der Gegenseite demonstrieren, wehren sich gegen ihre Vereinnahmung der AfD. "Von diesen Männern wollen wir gewiss nicht beschützt werden", sagt eine 30-Jährige.

Am Rathausplatz werden die Gegendemonstranten von der Polizei gestoppt. Aus dem dunklen Rathaus winkt Oberbürgermeister Martin Horn ihnen zu. Während der Kundgebung am Platz der Alten Synagoge hatte er zuvor zu einem friedlichen Miteinander aufgerufen. Über leichtere Abschiebungen von Straftätern müsse nachgedacht werden, die Stärkung von Polizei und Justiz sei notwendig, glaubt Horn. Den Wunsch nach mehr Sicherheit in Freiburg finde er legitim, die politische Instrumentalisierung nicht. "Wo waren denn die AfD-Demos gegen deutsche Gewaltverbrechen? Die habe ich nirgendwo gesehen."

Die Abschlusskundgebungen der AfD gehen im Läuten der Glocke und Protestrufen fast unter.

 "Wir kommen wieder", skandieren sie. Die Gegendemonstranten singen –dagegen an: "Ihr könnt nach Hause gehen".

Vermisste aus Freiburg: Begleiter von Maria H. aus Freiburg nach fünf Jahren geschnappt
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.