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"The Daily Show" in den USA: Greta Thunberg spricht über den Klimawandel, das Publikum lacht

Klima-Aktivistin Greta Thunberg, 16, hat in der US-Talkshow "The Daily Show" über den Klimawandel gesprochen. Das Publikum war mitunter amüsiert. Und lachte über vermeintliche Späße, die wohl keine sein sollten.

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Warum die Meinungen zwischen der jüngeren und älteren Generation beim Thema Klimawandel auseinander gehen würden? Greta Thunberg, 16, blickt zunächst auf das Pult, hinter dem Trevor Noah sitzt, bevor sie den Fragesteller fixiert. "Ich glaube, wir (jungen Menschen) sehen den Klimawandel mehr als direkte Bedrohung", erklärt sie, "während andere sich denken: 'Ich werde dann sowieso nicht mehr am Leben sein, also scheiß drauf'."

Gelächter von der Zuschauertribüne. 

Greta Thunberg wirkt nicht so, als sei sie zum Scherzen aufgelegt. Sie sitzt aufrecht auf einem Stuhl, lehnt sich nicht an, ihre Hände legt sie zusammen, ihr Gesichtsausdruck wirkt seriös und von Spaß befreit. Sie ist zu Gast in der "The Daily Show" von Trevor Noah. Die beliebte US-Talkshow arbeitet tagesaktuelle Ereignisse mit humoristischem Einschlag auf.  

Aber nach Lachen ist Greta offenbar nicht zumute. Sie ist nach einer Atlantik-Überquerung auf einer Segelyacht seit Ende August in den USA, wo sie an einer Reihe von Terminen teilnehmen will. Unter anderem steht der Jugend-Klimagipfel der Vereinten Nationen in New York an, kurz darauf auch der UN-Klimagipfel der Staats- und Regierungschefs. In Washington wird sie am Montag von Amnesty International ausgezeichnet. 

Greta Thunberg über die vermeintliche Glaubensfrage

In der "The Daily Show" spricht die junge Klima-Aktivistin über die Fakten. Über das Artensterben, die Klimaerwärmung, über CO2. In den USA werde anders über den Klimawandel gesprochen als in Schweden, stellt sie fest. Während der Klimawandel ihr in den USA wie eine Art Glaubensfrage vorkomme, werde er in ihrer Heimat "eher wie eine Tatsache" behandelt. 

Wieder Gelächter von der Zuschauertribüne.

Man möchte dem Publikum keinen bösen Willen unterstellen. Das Publikum ist gewohnt, dass Trevor Noah mit seinen Gästen scherzt – die Lacher sind beim "Daily Show"-Besuch gewissermaßen eingepreist. An jener Stelle dürfte auch manch einer an einen der bekanntesten Klimaleugner der Welt gedacht haben: US-Präsident Donald Trump, der einen durch den Menschen verursachten Klimawandel stark bezweifelt. Galgenhumor? Vielleicht scheint das Bewusstsein für die Umwelt in den USA auch erst langsam zu wachsen.

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Rumscherzen ist nicht Thunbergs Sache, es ist die Sache selbst. Die Menschen in New York würden so laut reden, erzählt die junge Schwedin zu Beginn. 

Auch Gelächter von der Zuschauertribüne. Aber Greta lacht nicht mit. Sie ist nicht zum Spaß hier, sondern meint ernst, was sie sagt.

Doch Thunbergs Aussagen werden auch mit Szenenapplaus bedacht. Die Menschen sollen Druck machen, sich informieren, so die 16-Jährige. "Wir sollten die Kraft der Demokratie nutzen, um gehört zu werden und so dafür zu sorgen, dass die Mächtigen das Problem nicht ignorieren können." 

Jubel von der Zuschauertribüne. Und ein anerkennendes "wow" von Trevor Noah. 

fs