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Angemessen oder übertrieben?: Mann bezeichnet Polizisten als "Schlümpfe" – das hat teure Konsequenzen

Darf man Polizisten als "Schlümpfe" bezeichnen? Die Tiroler Polizei sagt: "Nein". Ein Mann muss deshalb jetzt sogar eine saftige Strafe zahlen.

Papa-Schlumpf (Kostüm) steht auf einem Bürgersteig

So niedlich Schlümpfe auch sein mögen, Polizisten sollte man besser nicht als Schlumpf bezeichnen (Symbolbild)

DPA

Dumm gelaufen. Weil ein Österreicher in einer geschlossenen Facebook-Gruppe, in der vor Blitzern in und um Innsbruck gewarnt wird, Polizisten gleich zweifach als "Schlümpfe" bezeichnete, muss er nun Strafe zahlen. 160 Euro Bußgeld wird von ihm gefordert. Alternativ könne der Mann auch für sechs Tage und vier Stunden ins Gefängnis, so berichtet es das Tiroler Tageblatt.

160 Euro Strafe oder sechs Tage Gefängnis

Am Vormittag des 11. Februar 2018 hat der Beschuldigte zwei Polizisten bei einer Geschwindigkeitskontrolle beobachtet. Anschließend soll er Folgendes in die geschlossene Blitzer-Gruppe auf Facebook gepostet haben: "Richtung Innsbruck stehen zwei Schlümpfe mit Laser, die auf nette Kundschaft warten."

Doch damit nicht genug. Nachmittags sei dem Mann die nächste Kontrolle aufgefallen. Wieder konnte er sich nicht zurückhalten und schrieb: "Von Innsbruck aufwärts stehen zwei Schlümpfe vorm Shell und machen Fotos, bitte lächeln mit einem Smiley." Blöd nur für den Facebook-User, dass die Polizei offensichtlich einen Maulwurf in die Facebook-Gruppe eingeschleust hatte. Die Beamten fanden die Postings weniger lustig und leiteten ein Verfahren wegen Beleidigung ein.

Reichweite der Beleidigung ist entscheidend

Auf Anfrage des stern bestätigte die Landespolizeidirektion Tirol den Vorfall und erklärt: "Das ist eine Übertretung und damit ein Straftatbestand." Ob man die Beleidigung bei der Tiroler Polizei als "schlimm" erachte, ließ die Pressestelle offen. Wichtig für die Bemessung des Strafmaßes sei aber, ob mit der Beleidigung ein großer Personenkreis erreicht werde. Das scheint bei einem Facebook-Posting natürlich gegeben. Gegenüber dem Tiroler Tageblatt machte Strafamtsleiter Florian Greil außerdem nochmal deutlich: "Wir sind keine Schlümpfe. Das sind Comicfiguren, die mit den Aufgaben der Polizei nichts zu tun haben."

Facebook-Sünder ist uneinsichtig

Das Tiroler Tageblatt hat mit dem Beschuldigten, der anonym bleiben möchte, gesprochen. Er will die Strafe anfechten und erklärt gegenüber der Zeitung, dass "Schlümpfe" für ihn kein Schimpfwort seien. Für ihn sei das alles ein "harmloser Scherz" gewesen – und er wolle zur Polizei fahren und "mal reden". Ob der Mann die Tiroler Polizei bereits besucht hat, darüber konnte die Pressestelle der Polizei keine Angaben machen. 

Schriftliche Beleidigungen nicht die Regel

Auf die Frage, wie häufig solche Beleidigungen vorkommen, entgegnet die Polizei: "Fast nie erreichen uns schriftliche Beleidigungen. Am häufigsten werden unsere Polizisten bei Amtshandlungen im direkten Kontakt beleidigt." Aber auch das passiere eher selten. Man merke – egal ob bei Facebook oder im direkten Kontakt mit Polizisten – "Schlümpfe" sollte man Gesetzeshüter besser nicht nennen.

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hh