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"STERN nachgefragt" Spezial Crystal Meth für Europa: Mutige Reporter auf der Spur mexikanischer Drogenkartelle


Von Holland aus mischen mächtige mexikanische Kartelle den hiesigen Drogen-Markt auf. In ihrer Heimat agieren sie längst als Staat im Staate. Gegner, auch kritische Journalisten, werden rücksichtslos ermordet. Der Recherche-Verbund "Forbidden Stories" reagierte mit einer journalistischen Offensive. 

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Welches Land der Welt ist für Reporter derzeit am gefährlichsten? Syrien? Myanmar? China? Nein. Mexiko. 119 Journalisten sind dort in den vergangenen 20 Jahren ermordet worden.

Eine davon war Regina Martínez. Am 28. April 2012 lag die 48-Jährige tot in ihrem Badezimmer. Erdrosselt mit der Fußmatte. Sie hatte zu Killerkommandos im Auftrag mächtiger Kartelle recherchiert und Massengräber entdeckt, in denen die Opfer verscharrt worden waren. So war sie selbst ins Visier des organisierten Verbrechens geraten.

Jahre nach ihrem Tod haben sich 60 Journalisten von 25 internationalen Medien im Netzwerk "Forbidden Stories" zusammengetan. Mit dabei: Amrai Coen von der Wochenzeitung "Die Zeit" und Benedikt Strunz von "NDR info". Sie wollen ein Zeichen setzen gegen die Gewalt gegen die Presse in Mexiko. Und berichten, wie das, was dort passiert, längst uns alle unmittelbar betrifft. Während Waffen aus Europa, auch aus Deutschland, nach Mexiko exportiert werden, fassen die Kartelle hierzulande Fuß. In Kooperation mit holländischen Banden sind sie dabei, den hiesigen Markt mit der hoch gefährlichen synthetischen Droge "Crystal Meth" zu fluten.

Riskante Recherchen für "Forbidden Stories"

"Die Zeit"-Redakteurin Amrai Coen
Amrai Coen ist Redakteurin der Wochenzeitung "Die Zeit"
© Privat

 Gemeinsam mit Kolleg*innen aus den eigenen Redaktionen und von der "Süddeutschen Zeitung" haben Coen und Strunz ihre Veröffentlichungen im Rahmen des "Cartel Project" von "Forbidden Stories" in der Kategorie "Investigation" zum Nannen Preis 2021 eingereicht. In dieser Spezial-Ausgabe von "STERN nachgefragt" erzählen die beiden von ihren mitunter riskanten Recherchen zwischen Leipzig, Holland und Mexiko – und von der ungeahnten Wirkmacht journalistischer Schwarmintelligenz.

Benedikt Strunz ist Redakteur bei "NDR info"
Benedikt Strunz ist Redakteur bei "NDR info"
© Privat

Die zum Nannen Preis eingereichten Veröffentlichungen aus dem "Cartel Project" finden Sie hier:

STRG_F: So drängen mexikanische Narcos nach Europa

NDR info: Organisiertes Verbrechen - Recherchen im Verborgenen

Zeit Online: Der Journalist Javier Valdez kann nicht mehr recherchieren, weil er erschossen wurde. Aber wir können

Süddeutsche Zeitung: Der Tod kommt aus Europa

Süddeutsche Zeitung: Die Unbestechliche

Der Nannen Preis 2021

Qualitätsjournalismus – wie wird der heutzutage eigentlich gemacht? Wie kommt ein Thema auf? Welche Quellen nutzen Reporterinnen und Reporter für ihre Recherche? Welche Möglichkeiten bieten neue und traditionelle Medien? Welche Rolle spielt die Presse für eine lebendige, demokratische Gesellschaft? Um diese und andere Fragen zum modernen Journalismus kreist unsere neue Serie zum Wettbewerb um den Nannen Preis 2021, den der stern und das Verlagshaus Gruner + Jahr ausrichten. Im Laufe der kommenden Wochen werden wir im Rahmen des Podcasts "STERN nachgefragt" und auf stern.de eine Reihe journalistischer Arbeiten aus dem aktuellen Wettbewerb um die renommierteste Auszeichnung für deutschsprachigen Journalismus näher beleuchten.

Die Auswahl der Arbeiten, auf die wir im Rahmen dieser Serie eingehen, ist gänzlich unabhängig von der Arbeit der Jurys, die in geheimen Beratungen die Preisträgerinnen und Preisträger küren. Hier geht es nicht um die Frage: Welche Arbeit macht das Rennen? Sondern darum, Sie, unser Publikum, teilhaben zu lassen an der beeindruckenden Vielfalt journalistischer Kreativität, die sich in den Einreichungen zum Nannen Preis 2021 zeigt.
Weitere Teile unserer Serie zu Arbeiten aus dem aktuellen Wettbewerb und andere interessante Artikel rund um den Nannen Preis finden sie hier.
Ihr Nannen Preis Team

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