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Vorfall in New York: US-Polizei zwang Frau, in Fußfesseln ihr Kind zu kriegen - jetzt wird sie entschädigt

Eine festgenommene Frau musste in New York 2018 ihr Kind in Handschellen und Fußfesseln auf die Welt bringen. Die Polizei verwies auf Sicherheitsbedenken. Die Stadt entschädigt sie nun mit mehr als einer halben Million US-Dollar.

Die New Yorker Polizei transportierte die schwangere Frau in Hand- und Fußfesseln ins Krankenhaus (Symbolbild)

Die New Yorker Polizei hat es mit der Sicherung einer Schwangeren etwas übertrieben

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Im Februar 2018 nahm die New Yorker Polizei eine hochschwangere Frau fest, bei der wenig später in ihrer Zelle in einem Gefängnis in der Bronx die Wehen einsetzten. Die Beamten verlegten die 28-Jährige zwar in ein Krankenhaus, allerdings in Handschellen und Fußfesseln. Selbst im Kreissaal wurde die Frau mit einem Arm ans Bett gekettet und musste ihre Fußfesseln anbehalten – so gesichert brachte sie letztlich ihr Kind zur Welt. Das berichten unter anderem die "New York Times" und CNN unter Berufung auf Gerichtsakten. Denn der Fall landete im Nachgang vor Gericht und die Stadt New York hat sich nun bereit erklärt, den Rechtsstreit mit einer Zahlung von 610.000 US-Dollar beizulegen.

Die Anwältin der anonymen Frau argumentierte demnach, es habe keinen dringenden Grund gegeben, ihre Mandantin überhaupt festzunehmen. Die Frau habe lediglich gegen eine Auflage im Sorgerechtsstreit mit ihrem Ex-Partner verstoßen. Laut ihrer Anwältin reiche dies nicht aus, vor allem, weil sie in der 40. Woche schwanger war und damit jederzeit die Wehen hätten einsetzen können, wie es ja letztlich auch gekommen sei. Zudem hätte ihre Mandantin in keiner Weise gegen die Festnahme revoltiert oder sich gegen die Beamten zur Wehr gesetzt.

New York: Frau bei Geburt ans Bett gefesselt

Wie die "New York Times" berichtet, verbietet es das Gesetz im Staat New York, schwangere Häftlinge während der Wehen und der Geburt zu fesseln. Die Polizisten, die die Frau ins Krankenhaus brachten, hätten dagegen verstoßen und sich anschließend auf die Richtlinien ihres Polizeireviers berufen. Danach hätte die Dame sicher festgehalten werden müssen. Also sei sie mit einem Arm ans Bett gefesselt worden und habe ihr Kind in Fußfesseln auf die Welt gebracht. Auch nach der Geburt habe sie stundenlang noch ihre Tochter mit einem Arm halten und füttern müssen, weil der andere weiter ans Bett gekettet gewesen sein soll.

Vater springt in Pool, um sein Baby zu retten

Die Stadt zahlt der Dame den Berichten zufolge zwar nun mehr als eine halbe Million US-Dollar, gesteht damit aber offiziell kein Fehlverhalten ein. Es handle sich um eine finanzielle Einigung zur Beilegung des Verfahrens. Das Polizeirevier, deren Beamte die Frau damals festgenommen hatten, haben seither jedoch ihre Richtlinien für den Umgang mit Schwangeren überarbeitet, damit es nicht noch einmal zu so einem Fall komme.

Quellen: "New York Times" / CNN

fin