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Gewalttätige Übergriffe Bahner und Polizisten sind die Prügelknaben der Nation


Nur noch ein Job für besonders Hartgesottene? Der Bahn zufolge werden die Mitarbeiter des Unternehmens immer häufiger Opfer von gewalttätigen Übergriffen. Auch Polizisten leben zunehmend gefährlich.

Die Mitarbeiter der Deutschen Bahn werden in Zügen und auf Bahnhöfen immer öfter angegriffen. Die Zahl der Straftaten gegen DB-Angestellte erhöhte sich von 668 im Jahr 2010 auf 748 im vergangenen Jahr, wie der Konzern am Mittwoch in Berlin mitteilte. Die Zahl aller Körperverletzungen - also auch von Fahrgästen - ging dagegen um elf Prozent auf 1679 zurück.

Die Deutsche Bahn legte in diesem Jahr erstmals einen Sicherheitsbericht vor. Die Züge und Bahnhöfe seien sicher, erklärte dazu Bahn-Vorstandsmitglied Gerd Becht. Die gesunkene Zahl der Körperverletzungen führte die Bahn auch auf den verstärkten Einsatz von Sicherheitskräften in Zügen und auf Bahnhöfen zurück. Deren Zahl wurde im Jahr 2011 um 500 auf 3700 erhöht. "Diese Strategie ist aufgegangen", zeigte sich der Leiter der Konzernsicherheit, Gerd Neubeck, überzeugt.

Weniger Vandalismus, mehr Grafitti

Der Anstieg der Angriffe auf Bahn-Mitarbeiter ist nach Ansicht des Konzerns ebenfalls Folge des erhöhten Personaleinsatzes. Meist kam es bei Kontrollen der Fahrtkarten zu Zwischenfällen. "Wir finden es unerträglich, dass unsere Mitarbeiter bei ihrer Arbeit angegriffen werden", erklärte Bahn-Vorstand Becht.

Die Bahn registrierte im vergangenen Jahr auch weniger Vandalismus. Die Zahl der Sachbeschädigungen sank um 6,5 Prozent auf 28.266 Fälle. Die Zahl der Grafitti-Straftaten erhöhte sich leicht um 1,5 Prozent auf 14.300 Fälle.

Gewalt gegen Polizisten

Einem Zeitungsbericht zufolge ist auch die Zahl gewalttätiger Übergriffe auf Polizeibeamte in Deutschland deutlich gestiegen. Allein im Bereich der Bundespolizei habe sich die Zahl der Angriffe binnen fünf Jahren mehr als verdoppelt, berichtete "Bild" unter Berufung auf einen bislang unveröffentlichten Bericht des Bundesinnenministeriums. Sie verzeichnete 2011 demnach mit 1228 Fällen so viele Angriffe wie noch nie. Dabei seien 2505 Beamte attackiert worden. 540 Bundespolizisten wurden zum Teil schwer verletzt.

Dem Bericht zufolge sinkt die Hemmschwelle der Angreifer. Beamte würden mit Steinen und Brandsätzen beworfen, mit Messern und Reizgas angegriffen und mit Fußtritten und Faustschlägen traktiert. Am gefährlichsten leben Bundespolizisten laut "Bild" in Berlin, dort wurden 290 gewalttätige Übergriffe registriert. Auf den Rängen folgen Hamburg (208 Angriffe), München (205) und Frankfurt am Main (162).

be/DPA/AFP DPA

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