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Gewinne aus Steuergeldern: Beamten-Tippspiel löst Empörung aus

Aufregung um ein WM-Tippspiel für Brandenburgs Beamte: Die Preise, die die Landesverwaltung für die Sieger auslobte, sollten aus Steuermitteln bezahlt werden. "Ein Fehler", räumte das Innenministerium kleinlaut ein und zog die Notbremse.

Mit einem Tippspiel zur Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika für seine Beamten hat die Brandenburger Landesverwaltung ein Eigentor geschossen. Die Preise für die siegreichen Tipper - ein Netbook, eine Digitalkamera und eine Festplatte im Gesamtwert von rund 530 Euro - sollten mit Steuergeld finanziert werden, wie Landesinnenminister Rainer Speer (SPD) am Dienstag in Potsdam einräumte.

Die Empörung über das Tippspiel, das vom Landesrechenzentrum im Intranet angeboten wird, ging am Dienstag nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung durch alle Fraktionen. Das Innenministerium reagierte schnell und streute sich Asche auf das Haupt: "Das war ein Fehler", sagte Sprecher Ingo Decker und versprach: "Da ziehen wir die Bremse."

Das Spiel war eine Idee des Brandenburgischen IT-Dienstleister Zit, der für die Internetprojekte des Landes zuständig ist. Er stellte das Spiel auch - mit Wissen des Ministeriums - ins Intranet ein.

"Die vorgesehene Finanzierung von Preisen für das WM-Tippspiel aus Haushaltsmitteln ist ein Fehler", hieß es in einer Mitteilung des Innenministeriums. Aber: "Wenn die Preise privat gesponsert werden, ist es ja kein Problem", meinte ein Sprecher. Es werde in jedem Fall sichergestellt, dass keine Haushaltsmittel verwendet würden. Rund 30.000 der insgesamt 50.000 Landesbediensteten haben laut Ministerium auf das Spiel Zugriff - beteiligt haben sich nach Zit-Angaben rund 300.

joe/APN/DPA / DPA