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Glück mit Aktien: Schottische Rentnerin erzockt eine Million an der Börse

Das Testament einer verstorbenen Schottin sorgte bei ihren Angehörigen für Staunen: Die Dame, die ihr ganzes Leben bescheiden lebte, hatte mit Aktien-Zockerei eine Million Pfund verdient.

Von Christoph Fröhlich

Pfund um Pfund: Margaret Dickson hat sparsam gelebt und clever angelegt

Pfund um Pfund: Margaret Dickson hat sparsam gelebt und clever angelegt

Die 72 Jahre alte Schottin Margaret Dickson führte jahrzehntelang ein bescheidenes Leben. Erst arbeitete sie als Grundschullehrerin in Glasgow, 1972 zog sie nach London, um Polizistin zu werden. 14 Jahre lang schlug sie sich im Dienst des Metropolitan Police Service durch, dann erlitt sie einen folgenschweren Arbeitsunfall: Sie wurde von einem umstürzenden Baugerüst schwer verletzt. Dickson konnte nie wieder arbeiten.

Seit 1986 war Margaret Dickson Frührentnerin, im März ist sie im Marie-Curie-Hospiz in Stobhillan an Lungenkrebs gestorben. Ihren Angehörigen vermachte die 72-Jährige vor ihrem Tod 20.000 Pfund. Was die alte Dame fast drei Jahrzehnte zu Hause getrieben hat, fand die Familie erst jetzt nach ihrem Tod heraus. Dickson handelte, von der Familie unbemerkt, mit Aktien. Und war damit so erfolgreich, dass sie im Laufe der Jahre 1,1 Millionen Pfund (umgerechnet 1,3 Millionen Euro) verdient hat.

"Wir waren geschockt, wie viel Geld sie hatte", sagte ihre Cousine Jean Brock dem schottischen "Herald Scotland". "Niemand hat gewusst, wie hoch ihre Hinterlassenschaft sein würde, niemand wusste, dass sie so viel Vermögen angesammelt hatte", sagte die 63-Jährige der Zeitung.

Dickson hatte keine teuren Hobbys, keinen Lebenspartner und keine Kinder. Nur das Reisen liebte sie bis zu ihrem Lebensende: So besuchte sie bis ins hohe Alter fast jede europäische Hauptstadt, außerdem reiste sie unter anderem nach Indien, China, Südamerika und Nepal.

Aktientricks vom Onkel gelernt

Dem Bericht der Cousine zufolge hatte Dickson drei Bankkonten mit jeweils 100.000 Pfund. Außerdem besaß sie 62.000 Pfund in British-American-Tobacco-Papieren, 63.000 Pfund in Marks-&-Spencer-Aktien und 230.000 Pfund, die sie bei National Savings and Investments angelegt hatte. Zum Vergleich: Ihre Wohnung hatte einen Wert von 72.000 Pfund, ihre gesamten Habseligkeiten waren knapp 2000 Pfund wert.

Das Spekulieren habe sie sich von ihrem Onkel, einem erfahrenen Aktienhändler, abgeschaut, sagte die Cousine der Zeitung. Der habe schon früh Geld für seine Nichte angelegt, schreibt der "Herald".

Pech für die Familie: Der größte Teil des Vermögens der alten Dame wird gespendet. Jeweils 250.000 Pfund gehen an die wissenschaftlichen Einrichtungen Cancer Research UK und die British Heart Foundation, die sich für die Krebs- und der Herzforschung engagieren. Jeweils 180.000 Pfund gehen an das nationale Blindeninstitut und das Royal National Lifeboat Institute. "Wir sind Frau Dickson und allen extrem dankbar, die unsere Arbeit auf diese Weise unterstützen", sagte Marjory Burns, die Direktorin der British Heart Foundation.

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