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Großfeuer: Die Berliner Philharmonie brennt

Großbrand in der Berliner Philharmonie: Nach ersten Erkenntnissen brach das Feuer während eines Konzerts unter dem Dach des Gebäudes aus. Die Besucher konnten sich ins Freie retten. Die Feuerwehr bekämpft den Brand mit einem Großaufgebot.

Die Feuerwehr ist mit etwa 30 Fahrzeugen und 170 Einsatzkräften vor Ort, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Wegen der starken Rauchentwicklung sei ein "Innenangriff" nicht möglich. Die Feuerwehr versucht deshalb, Teile der Dachkonstruktion aus Zinkblech in rund 50 Meter Höhe herauszuschneiden, wie ein Sprecher sagte. So könne man leichter an den Brandherd herankommen, der sich zwischen dem Dach und einer Betonzwischendecke befindet.

"Wir können einen Totalverlust der Philharmonie ausschließen", sagte ein Feuerwehrsprecher, "es handelt sich ja um eine Stahlbetonkonstruktion, die auch größeren Bränden durchaus Widerstand leisten kann." Eine Gefahr gehe bei Bränden in solchen Kulturgebäuden immer auch vom Löschwasser aus. "Wir setzen alles daran, diese bedeutende Kulturstätte Berlins zu retten", betonte der Feuerwehrsprecher. Die Straßen in der Nähe des Potsdamer Platzes sind weiträumig abgesperrt, der örtliche Nahverkehr unterbrochen.

Nach Polizeiangaben war der Brand nach starker Rauchentwicklung im oberen Bereich des verschachtelten Gebäudes zwischen Ehrenloge und Dach entdeckt worden. Der Sprecher des Orchester-Vorstands, Peter Riegelbauer, sagte, ein Nachmittagskonzert sei daraufhin abgebrochen worden. Musiker und Zuschauer hätten den Saal unversehrt verlassen können.

Kurz nach Bekanntwerden des Brandes versuchten Musiker mithilfe der Feuerwehr, ihre Instrumente aus dem Gebäude zu retten, damit sie nicht vom Wasser beschädigt oder zerstört würden. Stefan Schweigert, einer der Musiker, berichtete, ihnen sei erlaubt worden, die Instrumente, soweit möglich, in Sicherheit zu bringen. "Die Feuerwehr half uns, die Instrumente aus den Schließfächern zu holen." Bei großen Stücken wie Konzertflügeln sei dies aber zunächst nicht möglich gewesen. Der Feuerwehrsprecher sagte, es komme einem Spagat gleich, einerseits den Brand zu bekämpfen und zugleich die Instrumente so wenig wie möglich in Mitleidenschaft zu ziehen.

Folgen für den Spielbetrieb noch unklar

Für den Nachmittag war ursprünglich eine Probe mit einem Kinderchor angesetzt. Nach Angaben des Musikers war aber zum Zeitpunkt des Brandes noch kein Kind eingetroffen. Die Ursachen des Feuers sind nach Angaben der Feuerwehr noch unklar. Meldungen, es handele sich um einen Kabelbrand nach Schweißarbeiten, wurden zunächst nicht bestätigt. Der Sprecher des Kultursenats, Torsten Wöhlert, konnte zunächst nicht sagen, welche Folgen der Brand für den Spielbetrieb haben würde.

Das weltberühmte Gebäude, Heimat der Berliner Philharmoniker, wurde von Hans Scharoun erbaut und 1963 von Herbert von Karajan eröffnet. Sie gilt mit ihrem Zuhörersaal im Stil eines verschachtelten Amphitheaters rund um das Konzertpodium als einer der schönsten Konzertsäle der Welt. 1991/92 war die Saaldecke während einer 14-monatigen Schließung erneuert worden.

AP/DPA/Reuters / AP / DPA / Reuters